Die Familie feiert Ostern im Garten statt an der See

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Urlaub im Garten statt Urlaub an der See – Marc, Julius und Henri Kostewitz haben kurz vor den Osterfeiertagen ein Hochbeet gebaut.

Meinerzhagen – Nach Schule zuhause folgen die Osterferien zuhause. Und auch die Osterfeiertage verbringen die meisten Menschen in diesem Jahr auf eine andere als die gewohnte Weise.

Urlaub, der Besuch eines Osterfeuers oder die Ostereiersuche beim Familientreffen – all das ist in der Corona-Zeit nicht möglich. Zuhause bleiben – das gilt auch für Familie Kostewitz aus Meinerzhagen. Der Coronavirus hat auch ihre Vorhaben für die Osterferien zunichte gemacht. „Eigentlich wären wir jetzt an der See“, sagt Marc Kostewitz. Ostern, das sei für die Familie immer die typische Zeit, um einen klassischen Urlaub an der Küste oder auf der Lieblingsinsel Borkum zu verbringen, erzählt der 45-Jährige, während er den Akkuschrauber zur Seite legt. Denn statt auf einem Boot im holländischen IJsselmeer die Segel zu setzen, werkelt er mit den beiden Söhnen im Garten. 

Der 13-jährige Julius wäre mit an Bord gewesen. Eine Woche Jollensegeln – das war das Vorhaben von Vater und Sohn. Er selbst habe im vergangenen Jahr den Segelschein gemacht, „jetzt wollte ich eigentlich gern auch meinen Sohn fürs Segeln begeistern“, berichtet Marc Kostewitz. Von der holländischen See sollte es dann weiter gehen zur deutschen Küste, denn Ehefrau Daniela und der zehnjährige Sohn Henri hatten hier eigentlich einen Kuraufenthalt in Grömitz geplant. Ostern wollte die Familie zusammen verbringen – mit Opa und Oma Kurt und Hannelore Arens, die aus Meinerzhagen angereist wären, und mit Onkel Tobias Arens, der aus Berlin zum Familientreffen gekommen wäre. Sowohl die Kur als auch der Urlaub wurden abgesagt. 

Aus dem Osterurlaub am Meer wird jetzt ein Urlaub im Garten. „Man nimmt sich jetzt zuhause eben das vor, was man schon immer mal machen wollte“, lautet auch Marc Kostewitz‘ Devise. Für die drei Männer der Familie bedeutet das: Ärmel hochkrempeln, Wasserwaage, Zollstock und Schraubendreher zur Hand nehmen und im Garten ans Werk gehen. Schon lange wünscht sich die Familie ein Hochbeet. Während Mutter Daniela Kostewitz für die heimische Volksbank im Homeoffice am Computer sitzt, ist der Rest der Familie mit dem Gartenprojekt beschäftigt. Lieber wäre er in den Urlaub gefahren, gibt Julius zu. „Aber dadurch, dass wir hier alle zusammen bauen, ist es wenigstens nicht langweilig“, ist der Siebtklässler froh über etwas Abwechslung. 

Normalerweise hätte wohl auch Opa Kurt Arens das Handwerkerteam verstärkt. Doch die Familie hält sich an die Vorgaben – mit den Großeltern wird seit der Kontaktsperre nur telefoniert. „Das ist natürlich gerade jetzt an Ostern nicht so wirklich schön.“ Dass der Besuch bei den Großeltern in Meinerzhagen und Plettenberg nicht möglich sei, falle allen schwer. Dafür werde umso mehr telefoniert – auch per Videoanruf. „Auch die 92-jährige Uroma kann jetzt mit Bild telefonieren“, schmunzelt Marc Kostewitz über seine Großmutter, die erst seit ihrem 90. Geburtstag im Besitz eines Smartphones sei und seit Corona die Videotelefonanrufe für sich entdeckt habe. 

Zusammensein – was mit dem einen Teil der Familie derzeit nicht geht, ist für den anderen dafür umso wichtiger geworden. Eine Erfahrung, die viele Familien in der Corona-Krise betrifft, haben auch die Meinerzhagener gemacht: „Wir sind als Familie mehr zusammen als vorher.“ Der gemeinsame Abendspaziergang sei zum kleinen Ritual geworden, auch Rommé werde abends oft gespielt. „Und Ostern färben wir natürlich Eier, die dann der Osterhase im Garten versteckt“, erzählt Vater Marc augenzwinkernd, während die beiden Söhne kopfschüttelnd lachen.

Die Sache mit dem Osterhasen – das ist Geschichte. Aufs Eierfärben freuen sie sich aber doch. Und auch im Garten wurden in den vergangenen Tagen schon viele Eier an den Sträuchern aufgehängt. Eine Radtour und ein langer Spaziergang – so lauten nun die Planungen für die Osterfeiertage. Die Küche bleibt kalt, denn das Osteressen wird im Gasthof Zur Rose bestellt, „einfach, um die heimischen Gastronomen etwas zu unterstützen.“ See statt Sauerland –„wir haben unsere ursprünglichen Planungen jetzt alle auf das kommende Jahr verschoben. Wir hoffen, dass es dann klappt“, wünscht sich Familie Kostewitz.

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