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Jetzt 2G plus: Für Gastronomen wird´s nicht einfacher    

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Von: Jürgen Beil

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André Kattwinkel und sein Team von der Gaststätte Zur Listertalsperre wollen Tests vor Ort und unter Aufsicht anbieten.
André Kattwinkel und sein Team von der Gaststätte Zur Listertalsperre wollen Tests vor Ort und unter Aufsicht anbieten. © Benninghaus, Simone

2G plus auch für die Gastronomie. Das gilt seit diesem Donnerstag.

Meinerzhagen – Heiko Lüsebrink vom Hotel-Restaurant Am Schnüffel weiß, was damit auf ihn zukommt. Genesen, doppelt geimpft – und dann noch mit einem tagesaktuellen Test ausgestattet – das müsste er bei jedem Gast aus dieser „Kategorie“ kontrollieren. Nur dreifach Geimpfte dürfen auch ohne Test eingelassen werden.

Personell nicht zu leisten

„Ich werde auf jeden Fall keinen Test anbieten, der bei uns im Haus unter Aufsicht durchgeführt werden müsste“, hat Lüsebrink dieser Möglichkeit einen Riegel vorgeschoben. Den Grund liefert er gleich mit: „Das ist für uns personell einfach nicht zu leisten. Dafür müsste ich dann noch jemanden einstellen – und das geht nicht.“

Für das heimische Hotel-Restaurant gilt also: Wer geboostert ist, darf an einem Tisch Platz nehmen und sich sein Gericht und Getränk bestellen. Und auch all jene, die ohne Booster, aber doppelt geimpft oder genesen sind, können mit einem aktuellen Zertifikat aus einem Testzentrum – beispielsweise dem in der Stadthalle – Zutritt zum Gastraum bekommen. Das alles muss natürlich kontrolliert werden. Dass die vierte Welle der Pandemie und Rekordzahlen bei den Infizierten für sein Geschäft alles andere als gut sind, auch das ist allerdings Realität. „Aber wir haben wirklich treue Kunden und es läuft noch recht gut“, freut sich Heiko Lüsebrink. Er schränkt aber auch ein: „Einige Gäste haben schon reagiert und angekündigt, dass sie wegen der neuen, schärferen Regeln nicht mehr kommen werden.“

Dass es in der Branche noch lange nicht wieder so gut läuft, wie vor der Pandemie, auch das hat Heiko Lüsebrink am eigenen Leib und aus Gesprächen mit Kollegen erfahren: „Alle sind unzufrieden. Auch viele Gäste. Aber aufgeben, daran denke ich noch lange nicht.“

Tests direkt in der Gaststätte

André Kattwinkel betreibt die Gaststätte Zur Listertalsperre in Hunswinkel. Und das tut er auch weiterhin – allerdings mit eingeschränkten Öffnungszeiten: „Wir haben ab sofort bis zum 1. März freitags, samstags und sonntags geöffnet. An den anderen Tagen werden aber auch kleinere Gruppen bewirtet, die sollten dann allerdings vorher reservieren“, erläutert er.

Dass nun 2G plus in der Gastronomie gilt und Menschen ohne „Booster“ einen Test vorweisen müssen, findet er nicht richtig. „Wir hatten noch ein richtig gutes letztes Wochenende. Die Gäste sind wahrscheinlich deshalb so zahlreich gekommen, weil sie schon von den Verschärfungen der Regeln gehört hatten“, vermutet Kattwinkel.

Um weiterhin möglichst viele Besucher begrüßen zu können, wird der Wirt ab sofort aber auch Tests unter Aufsicht im eigenen Haus ermöglichen. „Dazu suchen wir bei uns im Gebäude noch einen geeigneten Raum. Der wird sich aber finden lassen. Fest steht, dass die Tests nicht im Gastraum durchgeführt werden.“ Die Tests, so Kattwinkel, sollten idealerweise von den Gästen mitgebracht werden. „Eine geringe Anzahl halte ich aber auch vor. Die werden dann zum Selbstkostenpreis abgegeben“, kündigt Kattwinkel an. Diesen Service wird der Betreiber der Gaststätte auch deshalb anbieten, weil es im Listertal kein offizielles Testzentrum gibt. „Um eines zu erreichen, etwa in Valbert oder Meinerzhagen, müsste ein doppelt Geimpfter von hier aus etwa 20 Minuten fahren und dann im Zentrum noch Wartezeiten einkalkulieren. Wer macht das schon, um danach ein Bier zu trinken?“, fragt er sich.

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