Kleinschwimmhalle geschlossen

Gesund durch den Corona-Winter

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Die Schulleitung macht’s vor: Rektor Sven Dombrowski und seine Stellvertreterin Miriam Haarbach lüften ihre Büros im Evangelischen Gymnasium regelmäßig.

Meinerzhagen – Niemand möchte wieder in eine ähnlich prekäre Lage geraten wie im März, ein erneuter Lockdown soll unter allen Umständen vermieden werden. Und dennoch: Die Vorbereitungen für den Fall der Fälle laufen. Auch in Meinerzhagen.

Schließlich warnen Experten davor, dass die Zahl der Corona-Infizierten im Herbst und Winter weiter ansteigen werde. So ganz nebenbei geht natürlich auch das normale Leben weiter. Welche Maßnahmen werden also für die kalte Jahreszeit in der Volmestadt getroffen? 

Stadtverwaltung

Fachbereichsleiter Helmut Klose hat „Corona“ natürlich immer in Blick. In der Meinerzhagener Stadtverwaltung werden derzeit etwa 4000 Schutzmasken vorgehalten. „Die sind für den Eigenbedarf der Stadt bestimmt, etwa für den Einsatz im Bürgerbüro“, erläutert Klose. Und auch der Corona-Krisenstab sei einsatzbereit. „Der könnte innerhalb von Stunden zusammenkommen, er ist quasi im Hintergrund installiert, wir müssen nur auf einen Knopf drücken. Auch die Voraussetzungen für Videokonferenzen sind gegeben“, informiert Klose. Die Einsatzpläne vom vergangenen Frühjahr seien darüber hinaus verfeinert worden, sagt der Fachbereichsleiter. Städtische Anweisungen an die Mitarbeiter, was das Verhalten in Zeiten der Pandemie angeht, gibt es übrigens nicht. „Wir beziehen uns da auf die offiziellen Empfehlungen. Lediglich was das Lüften von Räumen angeht, könnte ich mir eigene Anweisungen vorstellen“, so Klose. 

Schulen

„Lüften, lüften, lüften.“ Besonders in den Herbst- und Wintermonaten ist das nach Expertenmeinung eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass sich das Virus in Gemeinschaftsräumen wie Schulklassen nicht verbreitet. Die technischen Möglichkeiten dafür sind in Meinerzhagen auch gegeben. Nach Kenntnis von Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz gibt es in der Volmestadt keine städtische Schule, die beispielsweise aufgrund baulicher Mängel auf Frischluftzufuhr verzichten müsste. „Darüber hinaus beziehen wir uns auf Empfehlungen übergeordneter Stellen wie etwa vom Umweltbundesamt. So will auch Sven Dombrowski am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen verfahren. Was Frischluft angeht: Dieses Thema hat er bei der jüngsten Lehrerkonferenz angesprochen. „Es ging dort um die Empfehlung, alle 15 Minuten zu lüften. Dafür habe ich alle Kolleginnen und Kollegen sensibilisiert.“ Außerdem wurde am Gymnasium ein transportables Kohlendioxid-Messgerät angeschafft, das die Lehrer sich für ihre Klasse ausleihen können. Und: „Natürlich funktionieren bei uns alle Fenster. Die Voraussetzungen für effektives Lüften sind also gegeben“, erläutert Dombrowski.

Kindergarten

Sabine Fernholz ist Leiterin der Awo-Kita Rappelkiste Zum Eickenhahn. Im Herbst und Winter werden viele ihrer kleinen Schützlingen einen Schnupfen bekommen. Wie können die Erzieherinnen dann erkennen, ob sich ein Kind davon mit dem Corona-Virus infiziert hat? „Gar nicht“, weiß die Leiterin der Einrichtung. Hier helfe nur gesunder Menschenverstand und die Einsicht der Eltern. Fernholz: „Ein Kind mit heftigen Schnupfen-Symptomen muss wieder nach Hause. Ansonsten appellieren wir an die Eltern, das Kind erst gar nicht in die Kita zu bringen, wenn es erkrankt ist. Und das klappt bei uns wirklich super, da ziehen die Eltern voll mit“, lobt sie. In der Rappelkiste werde darüber hinaus auf die Einhaltung der bekannten Regeln geachtet: „Lüften und Händewaschen etwa. Abstand halten – das funktioniert bei Kindern hingegen überhaupt nicht“, hat Sabine Fernholz festgestellt.

Winterdienst

Corona spielt beim städtischen Winterdienst keine Rolle. „Die Fahrzeuge sind nur mit einem Fahrer besetzt. Und im Baubetriebshof achten wir auf die bekannten Hygieneregeln“, sagt Jörg Muckenhaupt, Leiter der Einrichtung am Darmcher Weg. Er und seine Frauen und Männer sind schon Anfang Oktober auf alle Eventualitäten gut vorbereitet: „Wir haben etwa 250 Tonnen Salz eingelagert. Zum Vergleich: Im kompletten vergangenen Winter haben wir etwa 350 Tonnen Salz gestreut“, informiert Muckenhaupt. Sollte es schneien oder Einsglätte Probleme bereiten, können acht eigene Winterdienst-Fahrzeuge, einige Mietfahrzeuge und acht Fremdunternehmer aktiviert werden, die die Straßen dann gemeinsam befahrbar halten.

Kleinschwimmhalle

Die beiden Meinerzhagener Freibäder sind geschlossen – wegen der Pandemie liegt eine alles andere als normale Saison hinter Besuchern und Personal. Normalerweise öffnet in der kalten Jahreszeit die Kleinschwimmhalle an der Genkeler Straße. Doch was ist zurzeit schon normal? Auf den Besuch des kleinen Hallenbades müssen die Volmestädter bis mindestens Ende des Jahres verzichten. Die Stadt hat sich dazu entschlossen, die Einrichtung nicht zu öffnen und das Infektionsgeschehen abzuwarten. „Enge Gänge, enge Räumlichkeiten, Aerosole. Das ist gefährlich. Wir bitten um Verständnis für diese Maßnahme“, so Heinz-Gerd-Maikranz, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice. „Es ist eine Frage der Verantwortung, mit der wir uns auch und ganz besonders an dieser Stelle auseinandersetzen müssen. Die Sicherheit der Badegäste und des Personals geht vor“, sagt der Meinerzhagener Fachbereichsleiter.

Stadtbücherei

Seit dem 30. Juni ist die Stadtbücherei im Untergeschoss der Stadthalle wieder geöffnet. Allerdings gelten auch hier Hygienevorschriften. Dazu zählen: Die Begrenzung der Besucherzahl auf maximal fünf Personen. Jeder Besucher muss namentlich registriert werden. Es gilt eine begrenzte Aufenthaltszeit von etwa 20 Minuten. Eintritt wird nur mit Mund- und Nasenbedeckung gewährt. PC-Arbeitsplätze und Drucker sind gesperrt. Zurückgegebene Medien werden drei Tage gelagert und erst danach ausgebucht, um zur erneuten Ausleihe bereitgestellt werden zu können. Der Austausch von Bargeld wird vermieden. Gebühren auf dem Leserkonto können bis zu 20 Euro angesammelt werden. Erst danach wird das Leserkonto gesperrt. Flohmarktverkäufe finden nicht statt.

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