Auswirkungen der Krise

Coronavirus: Kurzarbeit und Betriebsruhe bei heimischen Firmen

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Fertigungsleiter Harald Elbertshagen von der Firma Burg Wächter spürt die Auswirkungen der Krise deutlich.

Meinerzhagen – Bei der Firma Burg Wächter in Wormgermühle wird am Mittwoch Kurzarbeit eingeführt. „Wir merken die Auswirkungen der Krise deutlich“, stellt Fertigungsleiter Harald Elbertshagen fest.

Bereits seit zwei Wochen habe man den Zweischichtbetrieb so gefahren, dass die Wechsel zwischen den beiden Schichten „kontaktlos“ durchgeführt werden konnten. Die Hälfte des Personals, das am PC von Zuhause aus arbeiten könne, sei außerdem bereits im Home Office, sagt Elbertshagen. Die Kurzarbeit soll bei Burg Wächter flexibel gehandhabt werden. 

Ab Montag, 6. April, sei zunächst eine Woche Betriebsruhe angeordnet. Nach Ostern, so Elbertshagen, sollen dann die täglichen Schichten im wöchentlichen Wechsel jeweils mit der halben Mannschaft durchgeführt werden. Die Bereiche Konstruktion und Entwicklung werden allerdings in unvermindertem Umfang weitergeführt. Elbertshagen machte auch deutlich, dass es Wille der Betriebsleitung ist, möglichst nur im April auf Kurzarbeit zurückzufahren. Ob man außer der Kurzarbeit weitere staatliche Hilfen in Anspruch nehmen wird, das sei noch nicht entschieden, berichtet Elbertshagen. 

Coronavirus in Meinerzhagen: Bericht von einer rührenden Geste

China Safe mit Sitz in Nanjing ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von Burg Wächter. Bereits Anfang Februar wurde dieser Betrieb vorübergehend geschlossen, um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Damals organisierte Burg Wächter aus Deutschland die Lieferung von Schutzmasken an die Kollegen von China Safe. Harald Elbertshagen, der ständig in Kontakt mit der Unternehmenstochter steht, berichtet jetzt von einer rührenden Geste: „Man hat uns angeboten, Masken an unser Werk zu schicken. Die gibt es jetzt in China wohl wieder. Die chinesischen Kollegen haben gesagt, dass wir ihnen geholfen haben – und sie dasselbe jetzt für uns tun wollen.“ Nötig sei eine solche Lieferung allerdings noch nicht, berichtet Elbertshagen. 

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Die Situation wurde auch bei der größten Meinerzhagener Firma, der Otto-Fuchs KG, in der vergangenen Woche schwierig. Firmenschließungen und das Herunterfahren der Produktion in Betrieben der Automobil- und Luftfahrtbranche hatten Auswirkungen bis nach Meinerzhagen. Und so entschied man bei Otto-Fuchs: Ab 30. März stehen die Maschinen an den Standorten Meinerzhagen, Grünewald, Viersen und Tatabánya (Ungarn) bis mindestens 3. April 2020 still. Rund 3000 Mitarbeiter sind von Kurzarbeit betroffen. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von einer vorübergehenden „allgemeinen Betriebsruhe“. 

Coronavirus in Meinerzhagen: Erstes Fazit zur Betriebsruhe bei Otto Fuchs

Am Dienstag zog Natalie Karis, Leiterin der Abteilungen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, ein erstes Fazit zur am Montag begonnenen „Betriebsruhe“: „Alles ist nach Plan gelaufen. Wir haben die Maßnahmen wie geplant umgesetzt, die sehr gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt.“ In einer Telefonkonferenz, die am Mittwoch oder Donnerstag stattfinden soll, werde man die Situation neu bewerten und dann Entscheidungen treffen, kündigte Karis an.

Erstaunliche Nachrichten in diesen schweren Zeiten verkündete am Dienstag GWK-Geschäftsführer Nico Küls, was die wirtschaftliche Situation der heimischen Firma angeht: „Es geht uns eigentlich sehr sehr gut.“ Bei der „Gesellschaft Wärme Kältetechnik“ in Scherl sei die Auftragslage gut und Material ausreichend verfügbar. Küls: „Unser Einkauf hat da einen tollen Job gemacht.“ 

Für die nächsten Wochen sei die Produktion gesichert und Kurzarbeit zunächst kein Thema, auch wenn man entsprechende Vorbereitungen getroffen habe. „Alles hängt natürlich im weiteren Verlauf von der Verfügbarkeit der Teile ab, die wir in der Produktion benötigen“, erläutert Küls. Er führt die gute allgemeine Lage in seinem Unternehmen auch darauf zurück, dass man breit aufgestellt sei. Im Unternehmen selbst habe man die Zahl der Mitarbeiter im Home Office von anfänglich 50 auf 72 erhöht. Und auch der Zwei-Schicht-Betrieb mit Entkoppelung der unterschiedlichen Bereiche habe sich bewährt, heißt es.

Die Fans des RSV Meinerzhagen sind in der Coronakrise für den guten Zweck "on tour".

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