Corona-Krise: Otto Fuchs fährt Produktion herunter - einwöchige Betriebsruhe

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Die Otto Fuchs KG am Standort Meinerzhagen.

Meinerzhagen - Die Corona-Krise macht auch vor einem der größten Arbeitgeber des Märkischen Kreises nicht halt.

Zahlreiche Firmen der Automobil- und Luftfahrtbranche haben ihre Produktion infolge der Corona-Krise heruntergefahren, einige haben ihre Werke komplett geschlossen – jetzt muss auch die Meinerzhagener Otto Fuchs KG auf diese Entwicklung reagieren. 

Ab 30. März stehen die Maschinen an den Standorten Meinerzhagen, Grünewald, Viersen und Tatabánya (Ungarn) bis mindestens 3. April 2020 still. Rund 3000 Mitarbeiter sind von Kurzarbeit betroffen.

In einem Schreiben an die Geschäftspartner des Unternehmens ist die Rede von einer vorübergehenden „allgemeinen Betriebsruhe“, die ständig verifiziert werde, um bei einer Veränderung der Situation sofort reagieren und den Betrieb umgehend wieder aufnehmen zu können. Von der Betriebsruhe seien neben der Produktion auch die Verwaltungs- und Servicebereiche betroffen. 

In einer Stellungnahme, mit der sich die Geschäftsleitung an die Belegschaft wendet, beschreibt Dr. Hinrich Mählmann, persönlich haftender Gesellschafter bei Otto Fuchs, die Hintergründe dieser Maßnahme. 

Noch bis in der vergangenen Woche seien die Umsätze zwar noch auf „Planniveau“ gewesen, nachfolgend hätten aber immer mehr Kunden im Automotive- und Aerospace-Bereich ihre Werke geschlossen oder die Produktion zurückgefahren. 

Gesellschafter rechnet mit massiven Engpässen bei Airlines

„Weltweit werden die Airlines kurzfristig in massive Liquiditätsengpässe geraten und Investitionen in Flugzeuge zurückstellen“, so Mählmann. Da die Krise auch an übrigen Branchen wie dem Maschinenbau nicht spurlos vorbeizieht, sei auch mit einem massiven Einbruch von Absatz und Umsatz der Otto Fuchs KG zu rechnen. 

„Wir haben eine hohe Eigenkapitalquote und sind solide finanziert. Aber auch wir müssen bei der sich abzeichnenden Dimension der Corona-Krise alle mit Hochdruck daran arbeiten, die Folgen so gering wie möglich zu halten. Dazu sind leider auch einschneidende Maßnahmen nötig.“ 

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Daher sei jede Ausgabe auf den Prüfstand zu stellen und auf das Notwendigste zu reduzieren. Das gelte auch für die personellen Ressourcen. Um nach der Covid-19-Krise „wieder gemeinsam durchstarten zu können“, wolle man sämtliche Arbeitsplätze erhalten. Da das Volumen an Arbeit aber auf unbestimmte Zeit massiv abnehmen werde, sei es unumgänglich, das Instrument der Kurzarbeit einzusetzen. 

Bereits in der vergangenen Woche seien die dafür notwendigen Betriebsvereinbarungen mit dem Betriebsrat erzielt worden. Und schon damals konnte Hinrich Mählmann auch temporäre Schließungen von Betrieben oder sogar des gesamten Werkes nicht ausschließen. „Diese harten Maßnahmen haben das Ziel, unsere Firma in diesen extremen Zeiten auf Kurs zu halten und Arbeitsplätze zu erhalten.“ 

Mählmann: "Weitere Entwicklung nicht vorhersehbar"

Die weitere Entwicklung sei von niemandem vorhersehbar und müsse von Tag zu Tag neu bewertet werden. Gemeinsam mit dem Betriebsrat wolle die Geschäftsführung die Belegschaft auf dem Laufenden halten. In Meinerzhagen werde in der kommenden Woche lediglich ein Teil der Strangpresserei weiterlaufen, die übrigen Bereiche stehen still, wie es am Dienstag auf Anfrage der MZ hieß.

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