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Lockdown-Lockerungen: Ein bisschen Freiheit kehrt zurück

Überflug über die Genkeltalsperre. Fluglehrer Dirk Leyendecker wird den Ausbildungsbetrieb wohl erst nach Ostern wieder aufnehmen – auch wenn er schon ab Montag wieder loslegen dürfte.
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Überflug über die Genkeltalsperre. Fluglehrer Dirk Leyendecker wird den Ausbildungsbetrieb wohl erst nach Ostern wieder aufnehmen – auch wenn er schon ab Montag wieder loslegen dürfte.

Lockerungen im Lockdown – nach den Friseuren sollen jetzt auch weitere Betriebe ab kommenden Montag wieder öffnen dürfen. Dies gilt beispielsweise für Fahrschulen ebenso wie für Buchhandlungen, Flugschulen und „körpernahe Dienstleistungen“.

Meinerzhagen – „Mein Telefon steht nicht still“, berichtet Fahrlehrer Jörg Fröhlich und ist erleichtert: „Am Montag geht es wieder los.“ Hofft er. Denn natürlich sei letztlich die noch ausstehende Coronaschutzverordnung maßgeblich. Auf die letzten Wochen blickt Jörg Fröhlich ungern zurück: „Drei Monate fast ohne Einkünfte, das war schon nicht so einfach.“ Zwei Wochen vor dem Lockdown habe er zudem in Quarantäne verbringen müssen.

Rückkehr hinter das Lenkrad

Fahrschüler, die kurz vor ihrer praktischen Prüfung standen, durften auch während des Stopps für Fahrschulen zwar noch ausgebildet werden, doch ein Großteil seiner Schüler stehe in der Mitte oder sogar erst am Anfang der praktischen Fahrausbildung. Seine Fahrschüler habe er über die Wiederaufnahme des Betriebs informiert. „Binnen kürzester Zeit habe ich allein 30 Rückmeldungen erhalten“, verdeutlicht der Meinerzhagener Fahrexperte, dass sich natürlich auch seine Fahrschüler möglichst schnell hinters Lenkrad des Fahrschulwagens setzen möchten. Er werde sein Bestmögliches tun, damit sich der unausweichliche „Stau“ schnell auflöse, „doch drei Monate holt man nicht in zwei Wochen auf“, bittet Jörg Fröhlich zugleich um Verständnis.

Fahrschüler laufen Sturm

Ähnlich sieht es in der Fahrschule Berges aus. „Es wurde höchste Zeit“, sagt Inhaber Maik Berges, der jedoch ebenso wie sein Kollege noch auf detaillierte Informationen wartete. Erfahrungsgemäß würden durch die Coronaschutzverordnung meist mehr Fragen als Antworten aufgeworfen. Zum Glück nehme die zuständige Straßenverkehrsbehörde schnell Stellung. Auch Maik Berges und sein Team möchten schnell wieder mit der Praxisausbildung starten. „Die Fahrschüler laufen natürlich Sturm“, hat auch er bereits zahlreiche Anfragen erhalten. „Wir hoffen, dass wir alles abfedern können.“ Dass er in seinem Berufszweig ein Berufsverbot erhalten habe, aber bislang keinerlei Hilfen, sei sehr unbefriedigend und funktioniere nur, indem auf Rücklagen zurückgegriffen werde. „So geht es vermutlich jedem, der zurückfahren musste“, glaubt Maik Berges.

Ausbildungsflüge nach Ostern

Vom Flugplatz in der Steinsmark starten Dirk Leyendecker und seine Berufskollegen mit Tragschraubern auch zu Ausbildungsflügen. Auch er dürfte ab dem 8. März seine Flugschule „Flugluft“ wieder öffnen, wenn das jüngste Berliner Arbeitspapier in NRW umgesetzt wird. Der Saisonstart ist allerdings ohnehin erst für Ende April/Anfang Mai vorgesehen. „Nach Ostern planen wir den Ausbildungsbeginn. Im März und April gibt es eigentlich kein gutes Flugwetter“, erläutert Leyendecker. Bis dahin, so der Fluglehrer weiter, erhoffe er sich auch mehr Klarheit darüber, was in NRW genau erlaubt ist und was weiter verboten bleibt. Das Jahr 2020 habe er mit seinem Geschäft, in dem Rundflüge und eben die Ausbildung angeboten werden, recht gut überstanden: „Ab Ende April bis in den Winter hinein war der Betrieb möglich. Lediglich der Absatz von Rundflug-Tickets ist Anfang 2020 etwas zurückgegangen“, resümiert er.

Höchste Zeit für Lockerungen

Wolfgang Schmitz ist froh, dass er jetzt eine Öffnungsperspektive hat: „Das wurde auch höchste Zeit“, sagt der Geschäftsmann und Inhaber der Meinerzhagener Buchhandlung Schmitz. Er denkt allerdings auch an seine Kollegen im Einzelhandel, die noch nicht öffnen dürfen: „Denen hätte ich das auch gewünscht.“ Er gehöre jetzt mit seiner Buchhandlung zu den „Geschäften des täglichen Bedarfs“, freut sich Wolfgang Schmitz, der in diesem Zusammenhang noch einmal auf die zurückliegenden Monate blickt: „Bis Neujahr und besonders im Dezember lief bei uns das Geschäft erstaunlich gut. Der Einbruch kam im Januar und Februar 2021, als der Umsatz um etwa 50 Prozent eingebrochen ist.“

„Ich bin super glücklich“, zeigt sich am Tag nach dem Bund-Länder-Gipfel auch Marion Selberg, Inhaberin des Kosmetiksalons I.L.U. Cosmetic an der Kirchstraße, erleichtert.

Schnelltests erforderlich

Eine Hürde gebe es für „körpernahe Dienstleistungen“, bei denen keine Maske getragen werden kann, etwa bei Gesichtsbehandlungen, durch die erforderlichen Schnelltests. „Es ist die Frage, wie schnell die in den Geschäften zu bekommen sind.“ Behandlungen wie Haarentfernung, Wimpern-Lifting oder Lymphdrainage seien aber ohne die Vorlage eines Tests, dafür mit Mund-Nasen-Schutz möglich.

Auch Kosmetikerin Marion Selberg konnte sich am Donnerstag wenige Stunden nach der Verkündung der neuen Regelungen durch Kanzlerin Angela Merkel über viele Terminanfragen freuen. „Das Telefon explodiert. Der erste Anruf kam morgens um sieben Uhr. Die Kunden haben gewartet und sind nun auch erleichtert“, berichtet Selberg. Die Kosmetikerin ist es auch.

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