Corona-Krise: Einige Touristen sitzen fest

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Monika Lehmann vom Reisebüro Holiday Land in Kierspe.

Meinerzhagen/Kierspe – Es ist „sehr sehr ruhig“ im Reisebüro Lück in Valbert. Die Buchungen haben drastisch abgenommen. Wenngleich: Die Meinerzhagener fahren (fliegen) tatsächlich weiter in den Urlaub. Zumindest vereinzelt.

Und es gibt auch das: „Eine Meinerzhagenerin sitzt mit ihrem Enkel zurzeit auf Gran Canaria fest“, weiß Caroline Oerder.

 „Corona“ zieht kaum eine Branche so in Mitleidenschaft wie den Tourismus. Und wer sich in den vergangenen Tagen noch getraut hat, in den Urlaub zu fliegen, spürt jetzt in einigen Fällen die Auswirkungen: Neben Großmutter und Enkel auf Gran Canaria sind im Reisebüro Lück weitere Fälle aufgetreten, in denen Urlauber festsitzen. Caroline Oerder berichtet: „Ein Kunde sitzt auf Lanzarote fest, zwei weitere auf Teneriffa.“ Die letzte Buchung hat die Tourismus-Fachfrau aber noch am vergangenen Wochenende abgewickelt. Reiseziel war Naxos in Griechenland. 

Stärker als Reisen sind zurzeit im Büro an der Ihnestraße Rücktrittsversicherungen gefragt. Der Grund liegt auf der Hand. Kundenkontakt gibt es hingegen so gut wie gar nicht mehr. Caroline Oerder: „Wir haben geöffnet, aber ganz viel wird telefonisch abgewickelt.“ Und im Fall der Fälle könne sie auch von Zuhause aus arbeiten, kein Kunde müsse sich Sorgen machen, dass er nicht mehr betreut werde, sagt Oerder. „Aus dem Home-Office hätte ich auf alles online Zugriff, ich bin dort komplett vernetzt. Das wäre kein Problem.“ Dass es auch in diesen schwierigen Zeiten möglich ist, entspannt den Urlaub zu genießen, auch das hat Caroline Oerder erst kürzlich erfahren: „Ein Hochzeitspaar ist augenblicklich in Mexiko. Sie berichten, dass sie einen traumhaften Urlaub verbringen. Die beiden sind sehr entspannt.“ 

Anderes Reisebüro, ähnliches Bild: Kornelia Demuth vom Derpart-Reisebüro „Zur Alten Post“ berichtet allerdings, dass sie keine Kunden zu betreuen hat, die im Ausland festsitzen. „Die sind alle rechtzeitig zurückgekehrt oder gleich hier geblieben. Das betrifft Reisen, die zum Beispiel nach Ägypten oder auf die Kanaren geführt hätten. Und auch Fernreisen mussten ausfallen, so wie etwa in die Dominikanische Republik.“ Kundenverkehr in ihren Räumlichkeiten gibt es kaum noch. „Wir sind zurzeit damit beschäftigt, Reisen abzuwickeln, die noch in diesem Monat stattfinden sollten“, sagt die Reiseexpertin. 

Ein zweiter Punkt, der momentan Zeit in Anspruch nimmt, sind Beratungen. „Wir haben viele Anfragen bezüglich Reisen, die für Mai oder Juni gebucht sind. In diesen Fällen raten wir dazu, abzuwarten. Wie sich die Situation entwickelt, kann zurzeit keiner vorhersagen“, erläutert Kornelia Demuth.

In Ruhe abwarten, wie sich alles weiter entwickelt, raten auch Monika Lehmann und ihre Mitarbeiterinnen im Reisebüro Holiday Land in Kierspe. Das würden die Kunden, die für den Zeitraum Mai oder Juni gebucht haben, auch tun. Schließlich wollten sie nicht unnötig Stornogebühren bezahlen, weiß die Inhaberin des Reisebüros. Denn nur noch Pauschalreisen in diesem Monat könnten gebührenfrei storniert werden. Wie sich das in den Folgemonaten entwickelt, vermag Lehmann natürlich noch nicht zu sagen. Auch das Kiersper Reisebüro hat einige Kunden, die im Ausland festsitzen. „Aber wir konnten die Rückflüge alle regeln“, berichtet Lehmann. Und angesichts der offiziellen Reisewarnung in alle Welt warten die Kunden derzeit ebenfalls ab, ehe sie Urlaube oder Reisen buchen. Darüber hinaus hätten auch die Reiseveranstalter FTI und TUI alle Reisen bis 31. März abgesagt. Sowohl für Reisebüros wie -veranstalter könne die Corona-Pandemie existenzgefährdend werden, so Lehmann, wenn sie länger anhalten sollte.

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