Restaurantbesuch

Ungeimpfte müssen vor dem Essen erst zum Test

Corona bedeutet für Ibrahim „Braco“ Mrzljak vom Gasthaus Theile auch mehr bürokratischen Aufwand.
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Corona bedeutet für Ibrahim „Braco“ Mrzljak vom Gasthaus Theile auch mehr bürokratischen Aufwand.

Die Covid-19-Infektionszahlen steigen unaufhörlich, im Märkischen Kreis marschiert die Inzidenz inzwischen sogar auf den Wert von 100 zu.

Meinerzhagen – Der Herbst steht vor der Tür. Dann, so die Befürchtungen, könnte sich die Situation noch einmal verschlimmern. Für zusätzliche Unsicherheiten sorgen die vielen Reiserückkehrer, die das Virus aus dem Sommerurlaub mitbringen könnten. Droht also der nächste Lockdown?

Weitere Einschränkungen

Weitere Einschränkungen der persönlichen Freiheit gibt es bereits in dieser Woche. Dann wird das Leben für Ungeimpfte anstrengender. Für den Besuch beispielsweise bei Friseuren, in Restaurant-Innenräumen und Fitnessstudios brauchen sie ab Freitag einen Test – und zwar einen aktuellen (Antigen oder PCR), der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Wie finden heimische Gastronomen diese Regelung? „Man möchte jeden Gast mitnehmen, auch Ungeimpfte“, sagt André Kattwinkel, Chef der Gaststätte Zur Listertalsperre in Hunswinkel. Allerdings sieht er die Geimpften klar im Vorteil: „Der Appell der Regierung, sich impfen zu lassen, kam nicht von Ungefähr. Und er ist für mich absolut nachvollziehbar.“ In seinem Restaurant, so Kattwinkel, würden viele Stammgäste aus dem Dorf und der näheren Umgebung einkehren. „Die sind fast alle geimpft, so dass es da keine Probleme gibt“, schaut er verhalten optimistisch in die Zukunft. Allerdings, so schränkt der Gastronom ein, könnte sich die Lage ändern, wenn Ungeimpfte ab Oktober ihre Tests selbst bezahlen müssen. So oder so – einen erneuten totalen Lockdown möchte André Kattwinkel nicht noch einmal durchmachen müssen: „Das würde die Wirtschaft – meiner Ansicht nach – nicht überleben.“

Impfungen mit positivem Effekt

Durch die Impfstoffe hat sich die Lage für den Volmestädter allerdings bereits jetzt geändert, im Vergleich zum Vorjahr: „Was die Impfungen versprochen haben, haben sie auch gehalten. Die Einweisungen auf die Intensivstationen sind stark zurückgegangen“, stellt Kattwinkel fest.

Wie sich die neue Regelung ab Freitag auswirkt, das kann Ibrahim „Braco“ Mrzljak schlecht einschätzen. Aber ein Problem könnte die Testpflicht für Ungeimpfte schon darstellen, auch für den Wirt des Gasthauses Theile selbst: „Das bedeutet für uns erst einmal zusätzlichen Aufwand. Wir müssen die Tests kontrollieren. Ich glaube, dass sich in dieser Beziehung niemand über die Regelung freut.“

Kein erneuter Lockdown

Allerdings hält Ibrahim Mrzljak die fortschreitenden Impfungen erst einmal für positiv. Das gebe Personal und Gästen mehr Sicherheit. „Es darf auf keinen Fall so weit kommen, dass wir wieder zumachen müssen“, bangt der Gastwirt um die Freiheiten, welche die niedrige Inzidenz im Sommer auch ihm bescherte. Gleichzeitig stellt er aber klar: „Natürlich sind bei uns auch Ungeimpfte willkommen. Klar, die brauchen dann wieder einen negativen Test. Aber wir müssen uns natürlich an die Gesetze halten – und das tun wir natürlich.“

Dass es ab Oktober, wenn die Tests aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen, zu größeren Problemen für ihn und seinen Gasthof kommen wird, sollte die relativ hohe Impfquote verhindern. So jedenfalls die Hoffnung der Theile-Chefs.

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