Neue Corona-Regeln

Fitness und Friseur geht nicht ohne „3G“ 

Im Studio „Lions – Next Level Fitness“ von Thorben Radtke darf trainiert werden – vorausgesetzt, die Sportler sind getestet, geimpft oder genesen.
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Im Studio „Lions – Next Level Fitness“ von Thorben Radtke darf trainiert werden – vorausgesetzt, die Sportler sind getestet, geimpft oder genesen.

Erst testen, dann zum Sport. Oder aber den Impfausweis vorzeigen, bevor Hanteln gestemmt oder auf dem Laufband geschwitzt wird.

Meinerzhagen –Thorben Radtke, Inhaber des Fitness-Studios „Lions – Next Level Fitness“, findet es in Ordnung. „Es ist positiv, dass jetzt erst einmal kein weiterer Lockdown droht“, ist er froh. Mit der neuen Corona-Verordnung zählen seit Freitag im Märkischen Kreis die 3G-Regeln, auch wenn die Infektionszahlen wieder steigen.

Lockdown ist immer im Hinterkopf

Geimpft, genesen, getestet – auch wenn nach diesen Regeln im Studio an der Bergstraße problemlos trainiert werden darf, hat Thorben Radtke das Thema Lockdown immer noch im Hinterkopf. Im Juli habe ein Fitness-Studio in Solingen schließen müssen, als hier die Infektionszahlen in die Höhe geschnellt seien. „Wenn man so etwas hört, kommt man schon ins Grübeln“, sagt Radtke. Mit den aktuellen Regelungen ist das jetzt kein Thema mehr. „Wir werden sehen, ob die Impfquote jetzt erhöht werden kann“, so die die Hoffnung. In seinem Fitness-Studio seien fast alle Mitglieder geimpft. Dies werde registriert, „das alles funktioniert problemlos.“ Die wenigen Mitglieder, die noch nicht vollständig geimpft seien, müssten sich eben vor dem Sport testen lassen. „Auf diese Weise haben alle Sicherheit“, ist Thorben Radtke mit dieser Regelung zufrieden. „Wenn das der Weg ist, der aus der Pandemie führt, dann sollte man den so gehen.“

Regeln gibt es nach wie vor auch für den Besuch im Sportstudio. Auf den Gemeinschaftsflächen müssen weiter Masken getragen werden, an den Trainingsgeräten gilt diese Pflicht nicht.

Gezielte Kräftigung

Thorben Radtke ist froh, dass nach der monatelangen Schließung die Gesundheit auf sportliche Weise im Fokus stehen darf. Schließlich sei es wichtig, „etwas für seinen Körper und damit für die Gesundheit zu tun“. Auch das Thema Übergewicht spiele eine Rolle. Einer Studie zufolge hätten die Menschen durchschnittlich vier bis fünf Kilo zugelegt während der Pandemie, berichtet der Fitness-Experte, das sei schon extrem.

Umso mehr habe er sich gefreut, dass im Juni, als das „Lions“ wieder öffnen durfte überraschenderweise auch die Sportmuffel zum Training erschienen seien. Rückenschmerzen, Nacken- oder Schulterprobleme – auch das sind Folgen mangelnder Bewegung. Mit gezielter Kräftigung bestimmter Muskelgruppen könne dem entgegen gewirkt werden. Zuhause im Wohnzimmer könne man zwar mit einem eingeschränkten Equipment auch trainieren, „mit den Möglichkeiten in einem Fitness-Studio ist das jedoch nicht vergleichbar.“

Mit Besucherzahl zufrieden

Wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Besucherzahlen aus? In der Urlaubszeit sei die Zahl der Sportler erfahrungsgemäß immer etwas niedriger, berichtet Thorben Radtke. Trotzdem ist er zufrieden: „Wir sind zwar noch nicht auf dem Level wie vorher, das lässt sich nicht abstreiten, doch wir sind auf einem guten Weg.“ Vor allem die jüngeren Mitglieder trainierten wieder wie gewohnt, „die 20- bis 60-Jährigen kommen wie früher. Die etwas Älteren sind allerdings noch etwas zurückhaltend“, hat der „Lions“-Inhaber festgestellt.

Ebenso wie im Restaurant gilt die 3G-Regel nun auch wieder für den Friseurbesuch. Im Salon „Struwwelpeter“ sorgte dieser „Umstand“ für einige Umbuchungen. „Viele Kunden sind noch nicht geimpft, haben die zweite Impfung noch erhalten oder sie verfügen noch nicht über den vollständigen Impfschutz. Manche haben dann beispielsweise den Termin geändert und kommen etwas später“, berichtet „Struwwelpeter“-Chefin Birgit Struth. Der erste Tag, an dem die neue Regelung in Kraft trat, verlief dann „unspektakulär“: „Alles gut, die Kunden haben ihren Nachweis oder einen Test gezeigt. Viele haben sich auch bei der Luca-App registriert.“

3G sorgt für Sicherheit

Dass sich die Regelungen und Vorschriften während der Pandemie immer wieder auch wieder ändern, ist nicht neu. Diesmal sei es denjenigen, die die Einhaltung kontrollieren allerdings leicht gemacht worden, hat Birgit Struth festgestellt. „Es wurde ja schon viel darüber berichtet.“ Da die 3G-Regel beispielsweise auch für den Besuch eines Fußballstadions gelte, sei sie auch bei den Männern präsent, schmunzelt die Saloninhaberin: „Im April, als diese Regelung schon einmal vorgeschrieben war, war das noch anders.“

„3G“ sorgt für Sicherheit – sowohl bei den Kunden als auch bei den Haar-Experten. Ihr Team sei geimpft, berichtet Birgit Struth, „trotzdem haben wir uns wöchentlich testen lassen, weil wir eben mit vielen Menschen zusammenarbeiten.“

Birgit Struth ist ebenso wie Thorben Radtke froh darüber, dass durch die 3G-Regelung kein erneuter Lockdown droht: „Das darf es auch nicht geben. Nach einem weiteren Lockdown würde man viele Innenstädte nicht mehr wieder erkennen“, ist sie sich sicher.

Dass die Covid19-Infektionszahlen derzeit wieder in die Höhe wundert die Meinerzhagenerin ebenso wenig wie viele ihre Kunden: „99 Prozent von ihnen sagen, dass das nach den Ferien doch klar war.“

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