Corona-Krise: Konkrete Hilfe für die Volmestädter

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Hilft seinen Nachbarn: Der Meinerzhagener Jochen Piel (links) war unter anderem auf dem Wochenmarkt unterwegs, um insbesondere für ältere Mitbürger Besorgungen zu machen.

Meinerzhagen/Kierspe – Wenn es in Zeiten der Corona-Krise einen Lichtblick gibt, dann diesen: Die Solidarität unter den Menschen ist in vielen Bereich des öffentlichen Lebens beispielhaft. Das gilt auch für Meinerzhagen und Kierspe.

Den Schwachen helfen durch persönlichen Einsatz – das beherzigen viele Volmestädter, die jetzt ihre Hilfe anbieten.

Kierspe:

Ein konkretes Hilfsangebot hat die Kiersperin Leila Cerimagic auf Facebook gepostet. Sie sei bereit, unentgeltlich für Menschen, die aufgrund ihres Alters oder Vorerkrankungen derzeit das Haus nicht verlassen wollen, einkaufen zu gehen. Zu dem Angebot steht die junge Frau, die derzeit ihrem Job im Fitness-Studio aufgrund der angeordneten Schließung nicht nachgehen kann, nach wie vor, allerdings wird die Koordinierung von anderer Stelle übernommen. „Es gab noch einen zweiten Post von Friedhelm Werner und dieser wird sich nun darum kümmern, dass die Menschen einen Ansprechpartner bekommen“, erklärt Cerimagic. Werner, Vorsitzender der Awo, hat mittlerweile schon zu Kirchengemeinde und Stadtverwaltung Kontakt aufgenommen und angeboten, die Koordinierung der Hilfsangebote und der Anfragen zu übenehmen. „Wie das dann letztlich abläuft, muss noch geklärt werden. Aber die, die Hilfe brauchen, können sich bei mir melden. Ich habe die Rufnummern von fünf Kierspern, die dann die Besorgungen übernehmen würden.“ Er selbst könne leider nur die Koordinierung übernehmen, weil er mit seinem mehr als 70 Lebensjahren selbst zur Risikogruppe gehört und das Haus so wenig wie möglich verlassen möchte. 

Werner ist es wichtig, dass sich das Angebot nicht nur an Menschen richtet, die aufgrund einer Viruserkrankung zu Hause bleiben müssen oder unter häuslicher Quarantäne stehen, sondern eben auch an Kiersper, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören, die Vorerkrankungen haben – oder andere Gründe, die es ihnen nicht erlauben, das Haus zu verlassen. Da auch andere Einrichtungen ähnliche Ideen hatten, stehen hinter dem Angebot neben der Awo nun auch die Evangelische Kirchengemeinde, die Stadt Kierspe und der Verein Hand in Hand. Kontakt: Friedhelm Werner ist telefonisch unter der Rufnummer 0 23 59/20 53 zu erreichen. Stefan Käsler, Evangelische Kirchengemeinde, Tel. 01 77/9 29 16 59, E-Mail service@complere.de. 

Meinerzhagen

 „Wir möchten nicht reden, sondern handeln“, heißt es seitens der UWG Meinerzhagen. „Das war direkt unser erster Impuls zur Coronavirus-Situation“, so Raimo Benger, Vorsitzender der UWG Meinerzhagen. „Gerade die älteren Bürger und diejenigen, die zur Risikogruppe gehören, außerdem die Quarantänefälle, möchten wir unterstützen. So werden wir helfen und gegebenenfalls Hilfe vermitteln bei Einkäufen für den täglichen Bedarf, Abholung von Medikamenten, Vermittlung von Gassigehern für Hundebesitzer bei Quarantäne- oder Krankheitsfällen oder auch bei der Vermittlung zur Kinderbetreuung.“ Die Solidarität in Meinerzhagen sei großartig und es hätten sich bereits viele freiwillige Helfer gemeldet, freut sich die UWG. Kontakt: Wer Hilfe benötige, oder auch Hilfe anbieten möchte, könne sich an Sandy Schiefer wenden, Tel. 01 57/82 11 19 02, E-Mail sandyschiefer@t-online.de.

Osman Akbal ist muslimischer Notfallseelsorger der heimischen Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde. Und der 45-Jährige Meinerzhagener möchte helfen: „Ich biete ab sofort einen Dienst an, der sich an alle Menschen, unabhängig von ihrer Religion, wendet. Wer auch wegen der Corona-Krise Unterstützung benötigt, der kann mich kontaktieren – und das 24 Stunden, rund um die Uhr. Ich besorge beispielsweise Lebensmittel, hole Rezepte ab und löse sie ein und übernehmen generell Hol- und Bringdienste.“ Gerade in diesen Zeiten müsse man für die Mitmenschen da sein, sagt Akbal und er fügt hinzu: „Ich bin von der katholischen Kirche im Rheinland ausgebildeter Notfallseelsorger für den Märkischen Kreis und ich bin es gewohnt, Menschen in Krisen zu helfen. Und gerade jetzt müssen wir füreinander da sein.“ Kontakt: Osman Akbal, Tel. 01 63/7 75 57 55. 

Dass nachbarschaftliche Hilfe auch fernab von öffentlichen Angeboten funktioniert, beweist Joachim Piel. Der Anwohner der Genkeler Straße hilft den älteren Nachbarn aus seiner Straße ohnehin bereits seit längerer Zeit – doch Corona hält ihn nun besonders „auf Trab“, wie er am Freitag auf dem Wochenmarkt erzählte. „Das ist ja für mich kein Problem. Und die Anweisungen sind dann auch schon ganz genau: Die Leute wissen schon, welche Kekse sie haben möchten – das schreiben sie mir auf und dann bringe ich das gerne mit“, sagt Piel, der auf Nachfrage helfen will, wo er kann. Ob Gemüse, Fleischwaren oder sonstige Waren des täglichen Bedarfs – Joachim Piel hilft.

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