Arbeitsalltag in Zeiten der Pandemie

Home Office: Wenn der Esstisch zum Arbeitsplatz wird

Homeoffice
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Symbolbild

Meinerzhagen/Kierspe - Arbeitsplatz Esszimmertisch: An vielen heimischen Firmen greifen derzeit die Notfallpläne. Der Telearbeitsplatz, neudeutsch „Home Office“, ist für viele Arbeitnehmer gezwungener Maßen das Büro der Wahl. Etwa bei der ehemaligen Kiersper, jetzt Meinerzhagener Firma GWK.

„Wir haben die unterschiedlichen Bereiche entkoppelt, sodass wir immer eine Gruppe zuhause und eine im Betrieb haben – wenn es denn möglich ist“, erklärt Nico Küls. Der Betrieb sei so sichergestellt und bislang auch noch nicht gefährdet. Kernarbeitszeiten seien für die derzeit 50 Kollegen im Home Office verschoben worden, um eine Betreuung der Kinder – etwa bis zum Eintreffen des Partners – sicherzustellen. Und: „Auch die Lieferketten funktionieren noch sehr gut“, betont Küls. 

Die Umsatzzahlen würden stimmen und auch im Einkauf habe man durch „Sicherheitskäufe“ im Vorfeld vieles abfedern können. Einschränkungen gebe es aber dennoch: „Durch die Grenzschließungen ist die Montage unserer Maschinen vor Ort manchmal nur schwer bis gar nicht möglich“, erklärt der GWK-Geschäftsführer. Vor Einreise eines Monteurs müssten lange Checklisten ausgefüllt werden, die den Gesundheitszustand des Mitarbeiters klären sollen. „Da haben natürlich auch unsere Kunden Vorsichtsmaßnahmen getroffen“, sagt Nico Küls. 

Ruhige Flure bei Otto Fuchs

Immer ruhiger wird es auf den Fluren des größten Unternehmens der Region, der Otto Fuchs KG. „Weit mehr als die Hälfte der Verwaltungsmitarbeiter befindet sich im Home Office“, sagt Natalie Karis, Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. Von zuhause aus würden sämtliche Personen arbeiten, die nicht in produktionsgebundenen Arbeitsprozesse direkt eingebunden sind. „Wir versuchen auch, den Mitarbeitern das technische Equipment zur Verfügung zu stellen, so es nicht vorhanden ist“, sagt Karis, die auch dem dreiköpfigen Krisenstab von Otto Fuchs angehört. 

Dass allerdings auch die Produktionsprozesse mittelfristig von der Corona-Krise betroffen sein könnten, sei unvermeidlich. „Da sind wir natürlich von unseren Kunden abhängig“, sagt Karis. Wenn Automobilkonzerne oder deren Zulieferer ihre Werke stilllegten, werde das auch an Otto Fuchs nicht spurlos vorübergehen. Wie das Unternehmen im Detail auf diese Entwicklung reagiert, könne derzeit aber noch nicht gesagt werden.

"Alles im grünen Bereich" bei Bender & Wirth

„Es sind noch alle an Bord, alles läuft noch im grünen Bereich“, sagt Manuela Bender vom Kiersper Unternehmen Bender & Wirth. Man werde natürlich die weitere Entwicklung im Auge behalten, habe aber bereits Pläne aufgestellt, sodass die Firma auf wie auch immer geartete Änderungen schnell reagieren kann. Dort, wo es möglich ist, würden Mitarbeiter ihre Arbeit im Home Office erledigen. 

Das gilt auch für die Firma Pollmann, wie Geschäftsführerin Frauke Brader gegenüber der Meinerzhagener Zeitung erklärt. Darüber hinaus würden aber auch Urlaube vorgezogen. Und den Mitarbeitern, bei denen Personen der Risikogruppe im Haus lebten, lege man nahe, darüber nachzudenken, ob sie wirklich zur Arbeit kommen. 

„Bis jetzt sind wir aber voll produktionstüchtig“, sagt Brader. Während der deutsche Markt noch ganz normal weiterlaufe, hätten in Italien die ersten Kunden des Kiersper Unternehmens geschlossen. Bei Pollmann wolle man, wie bei allen anderen Firmen auch, die Corona-Entwicklung weiter beobachten, um dann gegebenenfalls weitere Entscheidungen zu treffen.

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