Herausforderung Coronaschutz

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Das Coronavirus beherrschte in den vergangenen Wochen auch die Arbeit im Meinerzhagener Rathaus: Fachdienstleiter Thomas Dröscher zieht im MZ-Gespräch eine Zwischenbilanz und hofft auf weiterhin niedrige Infektionszahlen.

Meinerzhagen – Seit zehn Wochen gelten strikte Maßnahmen, um das Coronavirus einzudämmen. Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Frank Zacharias sprach mit Thomas Dröscher, Fachdienstleiter für den Bereich Ordnung und Sicherheit im Rathaus Meinerzhagen, über die zurückliegenden Monate.

Was stellte Sie als Fachdienstleiter vor die größte Herausforderung in dieser Zeit?

Die Bewältigung der Rechtsfolgen aus den kurz nacheinender folgenden Änderungen der Coronaschutzverordnung. Dazu der schnell zu planende und umzusetzende Personaleinsatz zu Kontrollzwecken in mehreren Schichten im kompletten Stadtgebiet. 

Wie reagieren die Menschen – ob Privatperson oder Einzelhändler – in Meinerzhagen auf Kontrollen des Ordnungsamtes?

Die stark überwiegende Mehrheit war sehr verständnisvoll. 

Wie viele Verstöße gegen die Corona-Auflagen mussten Sie bislang ahnden – und was war die Schwerwiegendste?

Insgesamt gab es 29 Vergehen, wobei das schwerwiegendste ein Verstoß gegen die Hygieneregelungen im Friseurhandwerk war. 

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat am 6. Mai mit dem NRW-Plan einen Lockerungskatalog veröffentlicht, durch den allmählich eine Rückkehr in den Alltag gelingen soll. Viele Kommunen beklagen, dass sie es mit einer ganzen Flut an Erlassen und Verordnungen zu tun hätten, die nur schwer zeitnah in kommunales Recht umzusetzen sind. Können auch Sie diese Kritik unterschreiben?

Diese Umsetzung war eine Herausforderung sicherlich nicht nur für die Stadt Meinerzhagen. 

Eine der Lockerungen, die – nicht nur in Meinerzhagen – noch nicht umgesetzt werden konnten, war die Freigabe der Hallen für den Schul- und Vereinssport. Was ist dort der Stand der Dinge?

Der Schulsport ist von der Untersagung des nicht-kontaktfreien Sport- und Trainingsbetriebes ausgenommen – entsprechend Paragraf 9, Absatz 2 Coronaschutzverordnung. Derzeit findet aber Sport in den sehr engen Unterrichtsplänen der Schulen keinen freien Raum. Zum Thema Vereinssport in Schulsporthallen ist der Städte- und Gemeindebund NRW, als unser kommunaler Spitzenverband, im Dialog mit dem Landessportbund, mit dem Ziel, die hygienerechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Dies bleibt abzuwarten. 

Der Urlaub in fernen Länder wird nur eingeschränkt möglich sein. Das lässt volle Campingplätze erwarten. Ist dort in den Sommermonaten mit verstärkten Kontrollen zu rechnen?

Wie auch in anderen Bereichen wird es hier zu stichpunktartigen Kontrollen kommen.

Für den 13. September ist weiterhin die Kommunalwahl geplant. Kommt dort auch auf das Ordnungsamt eine besondere Arbeit zu bzw. sind bereits Vorgaben bekannt, die es umzusetzen gilt?

Die einzusetzenden Wahlvorstände haben im Bereich der Wahllokale für Ordnung zu sorgen, hier würde gegebenenfalls Unterstützung zu gewähren sein. Ansonsten sollte es ein ganz normaler Wahlsonntag werden. 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, wenn es um die kommenden Wochen in Ihrer Behörde geht, welcher wäre das?

Wünschenswert wäre, dass die Lockerungen aus der Coronaschutzverordnung nicht wieder zu einem Ansteigen des Infektionsgeschehens führen.

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