Corona: Besondere Bedingungen auch für Tagesmütter

Ohne Nähe geht es nicht

Ein kleines Dankeschön wurde den Tagesmüttern überreicht
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Ein kleines Dankeschön wurde den Tagesmüttern in Meinerzhagen und Kierspe überreicht.

Wenn Tagesmütter Ein- oder Zweijährige betreuen, dann nehmen sie sie natürlich auch auf den Arm. Spielen, Vorlesen, gemeinsam Essen – ohne Nähe geht das nicht. Abstand – unmöglich. „Umso bewundernswerter ist die Arbeit aller Tageseltern in der Corona-Zeit“, weiß die Koordinatorin des Awo-Kindertagespflegebüros Lillian Tanzius.

Meinerzhagen – Kurz vor Weihnachten – eigentlich ein Zeitpunkt, an dem zum Adventsfrühstück, organisiert vom Jugendamt, eingeladen wird. Ein Dankeschön für alle Tagesmütter. In diesem Jahr geht das nicht. „Danke sagen – darauf möchten wir jedoch nicht verzichten“, betont Lillian Tanzius. Die Corona-Bedingungen hätten auch den Tageseltern einiges abverlangt: „Dennoch waren alle Tagesmütter immer präsent, haben sich verantwortlich gefühlt und Verantwortungsbewusstsein gezeigt.“ „Sie sind einfach mit dem Herzen dabei“, ergänzt ihre Kollegin Johanna Kniewel.

Natürlich habe es auch bei Tagesmüttern trotz aller Verordnungen auch Verunsicherung gegeben – insbesondere während des ersten Lockdowns. Kinderbetreuung mit Mundschutz? Ist Schnupfen wirklich nur ein Schnupfen? Was, wenn in der Familie des Tagespflegekindes jemand Kontaktperson oder positiv getestet ist? Viele Fragen tauchten auf. „Trotz allem haben alle Tagesmütter gearbeitet, und wir sind froh und dankbar, dass uns Corona nur wenig getroffen hat.“ Nur eine Tagesmutter sei erkrankt, „als das der Fall war, konnte die Betreuung dann aber dank der guten Zusammenarbeit mit den Eltern gelöst werden“, blicken Lillian Tanzius und Johanna Kniewel auf die vergangenen, so besonderen Monate zurück.

Kinderbetreuung ist wichtig

Zugleich habe sich insbesondere während dieser Ausnahmesituation gezeigt, wie wichtig die Kinderbetreuung sei, egal ob in Kitas oder der Kindertagespflege. „Die Betreuung ist einfach wichtig, damit das ganze System läuft, auch wenn sich auch Arbeitgeber an die besondere Situation angepasst haben. Doch selbst wenn Eltern im Home-Office sind, sind sie froh, wenn ihre Kinder betreut werden und sie arbeiten können“, so die Erfahrung, die Lillian Tanzius während der Pandemie gemacht hat.

Dennoch habe man zu Beginn der Corona-Zeit zunächst Sorge gehabt, dass es einen Einbruch bei der Nachfrage nach Betreuungsplätzen geben würde. Natürlich seien nicht nur Tagesmütter, sondern auch Eltern verunsichert gewesen, „doch es gab lediglich eine kleine Delle. Inzwischen steigen die Betreuungszahlen wieder an.“

35 Tagesmütter in Meinerzhagen und Kierspe

35 Tagesmütter gibt es in Meinerzhagen und Kierspe. Sie alle wurden in dieser Woche von Johanna Kniewel und Christin Haidle besucht – im „Gepäck“ hatten die beiden Fachberaterinnen Weihnachtsbäumchen und Weihnachtssterne, Plätzchen sowie eine selbst geschriebene Weihnachtsgeschichte. Ein Dankeschön, über das sich Maja Heutmann sehr freute – auch wenn in ihrer „Zwergenfarm“ an diesem Tag nur Sohn Oscar (1) spielt. Die beiden Tageskinder sind krank – nichts Ungewöhnliches bei Kindern um diese Jahreszeit – auch ohne Corona. Dass Eltern häufig im Zwiespalt seien – die dreifache Mutter kann es verstehen. Ihre beiden Töchter Milla (5) und Ellie (2) gehen in den Kindergarten. „Da haben sie natürlich auch mit anderen Kindern Kontakt, sind durchaus auch mal krank. Es ist eben auch immer ein Spagat.“ Sie versuche, den Alltag für die Kinder so normal wie möglich zu gestalten. „Man gibt sich für die Kleinen einfach Mühe.“ Ohne Nähe geht es dabei nicht.

Kurs für Tagesmütter

Im März 2021 beginnt ein neuer Qualifizierungskurs der Kindertagespflege. Wer sich für die Tätigkeit interessiert, erhält nähere Informationen im Awo-Kindertagespflegebüro, Prumbomweg 3, Tel. 0 23 54/90 45 04, E-Mail: kindertagespflege-mk@awo-ha-mk.de

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