Coronavirus: Stornierungen, aber keine Panik

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Im Hotel Wirth gab es einzelne Stornierungen. Massive Einbrüche bei den Buchungen sind allerdings nicht zu verzeichnen.

Meinerzhagen - Spürbare Auswirkungen durch die Corona-Krise: ja. Massive Besucher-Einbrüche und Zukunftsängste wegen der Ausbreitung des Virus: nein. Auch an Meinerzhagen geht die Epidemie nicht spurlos vorüber.

Touristen, Geschäftsleute, Facharbeiter – täglich besuchen viele Auswärtige Meinerzhagen. Bewirkt die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus einen spürbaren Rückgang an Gästen in der Volmestadt? „Jein“, sagt der heimische Hotelier Rüdiger Wirth. Er berichtet von fünf Stornierungen in dieser Woche, die alle auf „Corona-Angst“ zurückzuführen sind. 

Massive Einbrüche seien allerdings nicht zu verzeichnen. Wirth hat beobachtet, dass Monteure, die von außerhalb anreisen, nach wie vor in seinem Hotel übernachten. Anders sei die Situation allerdings bei Geschäftsleuten: „In diesem Sektor haben wir Stornierungen aufgrund der aktuellen Lage gehabt.“ 

Touristen, die länger als einen Tag in die Volmestadt kommen, sind zu dieser Jahreszeit eher selten. Da Wirth aber regelmäßig Kontakt mit Hotelbesitzern im Umkreis hat, konnte er sich in Gesprächen ein ungefähres Lagebild verschaffen: „Aus reinen Tourismusgebieten wird von einer sehr mauen Situation berichtet, was die Buchungszahlen angeht. 

Im Rhein- und Hochsauerland sieht es wohl vielerorts schlecht aus.“ Damit seine Gäste bestmöglich geschützt werden, befolgt Wirth auch die Empfehlungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Allgemein sieht er in der Unsicherheit über die Entwicklung der Corona-Krise die größten Gefahren: „Wie es weiter geht, weiß schließlich niemand genau.“

Ähnliche Erfahrungen wie Rüdiger Wirth hat auch Uwe Martens gemacht. Der Geschäftsführer des Landhauses Nordhelle berichtet ebenfalls von vereinzelten Stornierungen: „Einige Tagungen wurden bei uns abgesagt. Größere Stornierungen gab es allerdings nicht, das hält sich bisher alles in einem überschaubaren Rahmen.“ Martens lässt sich täglich von seinen Mitarbeitern über die aktuelle Situation informieren. Übermäßig besorgt ist er zurzeit nicht. „Aber wir schauen schon genau hin, wie sich das entwickelt“, sagt er. 

Die städtische Tourist-Info an der Ecke Zur Alten Post/Volmestraße ist oft erste Anlaufstelle für Besucher, die nach Meinerzhagen kommen. Miriam Folak leitet diese Service-Einrichtung. 

„Ganz klar. Corona ist ein Thema bei den Menschen, die zu uns kommen“, sagt sie. Konkrete Anfragen, ob die Krankheit auch Meinerzhagen erreicht habe, hat die Tourismus-Fachfrau noch nicht registriert. Und sie hat auch keine Befürchtungen, dass Touristen das Volmetal aus Angst vor Ansteckung meiden könnten.

„Wir haben hier sehr viele Menschen, die zum Wandern oder Radfahren kommen. Dabei bewegt man sich in der Natur und kommt nicht in engen Kontakt mit anderen Leuten. Deshalb glaube ich auch nicht, dass die Besucherzahlen drastisch zurückgehen werden.“ So schlimm die Situation ist: Die Freiluft-Angebote könnten in naher Zukunft sogar ein positiver Faktor für den Tourismus in der Volmestadt sein. 

Imke Grotelüschen ist Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Biggesee/Listersee. Sie hat beruflich noch gar keine Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen. „Das Feedback darauf ist verschwindend gering. Anfragen, die sich mit diesem Thema befassen, hatten wir überhaupt noch nicht.“ Wie sich die Lage entwickeln wird, vermag sie nicht zu beurteilen. „Das kann sich alles auch sehr schnell ändern“, sagt sie.

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