Meinungen zur Pandemie

2020 und 2021: Was war? Was wird?

Auf den Impfungen gegen Covid-19 ruhen große Hoffnungen.
+
Auf den Impfungen gegen Covid-19 ruhen große Hoffnungen.

Corona lässt niemanden kalt. Die Corona-Pandemie ist das Gesprächsthema Nummer eins. Jeder hat eine eigene Meinung zur Pandemie, jeder verspricht sich vom kommenden Jahr eine Rückkehr zur Normalität. Ist die Krise 2020 richtig gemanagt worden? Wurden die richtigen Weichen für 2021 gestellt?

Meinerzhagen – Erhard Pierlings war viele Jahre lang Bürgermeister in Meinerzhagen. Er kennt sich aus mit Verantwortung, hat persönlich wichtige und oft schwierige Entscheidungen treffen müssen. Pierlings zollt wohl auch deshalb all denen, die in den vergangenen Monaten an vorderster Front gestanden haben, Respekt, und zwar „dafür, dass sie ihre Verantwortung auch wahrgenommen haben“.

Persönlich wünscht sich der Pensionär, dass „sehr viele Menschen den Ernst der Pandemie erkennen, sich impfen lassen und die Regeln zum Infektionsschutz befolgen“. Und er ist dankbar, dass Familie und Freunde, das ganze persönliche Umfeld also, bisher von Corona verschont geblieben ist. Das soll natürlich möglichst auch so bleiben. Mit Kritik an den Corona-Maßnahmen hält sich Erhard Pierlings zurück: „Man kann niemals alles von Beginn an richtig machen“, sagt er und fügt hinzu: „Vorwürfe würde ich deshalb für unangemessen halten.“

Keine Angst vor Impfung

Auch im Alter von 82 Jahren hat Jürgen Pietsch keine Angst vor der Covid-19-Schutzimpfung, die auch ihm wohl frühzeitig verabreicht wird. „Ich habe viele Impfaktionen davon in jungen Jahren überstanden, ohne dass ich etwas davon gemerkt hätte. Ob Pocken, Kinderlähmung oder Diphtherie“, setzt das ehemalige Stadtoberhaupt viel Hoffnung in die bevorstehende Immunisierung. Seine Prognose für 2021: „Die Pandemie wird sich dadurch abschwächen, in welchem Tempo, das ist allerdings ungewiss.“

Auch Jürgen Pietsch will keine Kritik an Entscheidungsträgern üben: „Viele haben sich ihrer Verantwortung gestellt und tun das weiter – und zwar quer durch alle Parteien.“ Als „grundsätzlich positiver Mensch“ sieht der Ex-Bürgermeister Europa, Deutschland und auch Meinerzhagen auf einem guten Weg: „Ich glaube, dass auch die Verantwortlichen im Rathaus die richtigen Entscheidungen treffen“, ist er zuversichtlich.

Verhaltener Optimismus

Familienmensch, Polizist, Ratsherr, Valberter Ortsvorsteher – Fred Oehm verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz. Der 84-Jährige hat viel erlebt, und nie ist ihm die Zuversicht abhanden gekommen. So auch jetzt nicht. „Ich bin ein positiver Mensch und verhalten optimistisch, was die Pandemie angeht“, sagt er. Ob er sich selbst gegen Covid-19 impfen lassen wird? Für Oehm keine Frage: „Ja, ich werde das machen. Ich habe Vertrauen in die Wissenschaft, und der Impfstoff ist doch gründlich getestet“, ist der Valberter sicher.

Dass die Politik 2020 das Beste versucht hat, um die Bevölkerung zu schützen, das glaubt Fred Oehm schon. Allerdings: „Der Erfolg ist nicht wirklich eingetreten. Das zeigen die Infektions- und Todeszahlen.“ Seine Prognose: „2021 wird die Pandemie gemildert, aber nicht ganz eingedämmt.“

Hoffnung auf Besserung

Willi Müller war Ratsherr, Bürgermeister-Stellvertreter, und er ist Ehrenvorsitzender des SGV Meinerzhagen. Der 92-Jährige will sich auf jeden Fall impfen lassen, sobald er an der Reihe ist. „Der Impfstoff ist ein großartiger Erfolg“, sagt er und fügt hinzu: „Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass schneller mehr Impfdosen zur Verfügung stehen würden.“ Müller hofft, dass die Pandemie 2021 durch die Immunisierung eingedämmt werden kann. Dass das Virus komplett verschwinden wird, glaubt er aber nicht. „In einem Land mit mehr als 80 Millionen Einwohnern wird es dauern, bis eine Herdenimmunität aufgebaut ist“, ist er sicher.

Dass sich die großen Länder Europas den zunächst noch recht knappen Impfstoff teilen und gleichzeitig mit dem Impfen beginnen, hält er für richtig. Und trotz der hohen Infektions- und Todeszahlen hält sich der Volmestädter mit Kritik an der Politik zurück: „Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber klar. Einiges hätte wohl besser laufen können.“

Impfstoff ist ein Wunder

50 Jahre und fünf Monate war Hans-Erich Schmidt in der Meinerzhagener Stadtverwaltung tätig. Der ehemalige Fachbereichsleiter und amtierende Kaiser des Schützenvereines Zur Listertalsperre ist 70 Jahre alt und will sich sofort impfen lassen, wenn er an die Reihe kommt. „Es ist ein Wunder, dass es diesen Impfstoff gibt“, ist er optimistisch, dass sich die Lage durch die Immunisierung verbessern wird. „Aber rasch wird es wohl nicht gehen“, glaubt der Listertaler.

Mit den Einschränkungen durch den Lockdown kann er persönlich gut leben. Und Vorwürfe, egal an welche Adresse, möchte er im Zusammenhang mit der Pandemie niemandem machen: „Ich hätte es nicht besser gewusst und wüsste es auch jetzt nicht besser.“ Dass 2021 alles vorbei sein wird und der Corona-Spuk verschwindet, glaubt Hans-Erich Schmidt allerdings nicht: „Wir werden in diesem Jahr noch mit großen Einschränkungen leben müssen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare