Profitlich begeistert Publikum in der Stadthalle

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Ein Comedian zum Anfassen: Nach der Show am Samstagabend in der Meinerzhagener Stadthalle nahm sich Markus Maria Profitlich noch ausgiebig Zeit für seine Fans.

Meinerzhagen - „Halbzeit“ – da war schon was, da kommt noch was. Als Mann in den besten Jahren in der Mitte des Lebens angekommen, hatte Markus Maria Profitlich – als TV-Comedian einem breiten Publikum bekannt – am Samstagabend in der Stadthalle mit dem Älterwerden seine Probleme. „Ja, ich bin auch schon über 50“, bekannte er.

Der direkte Vergleich mit George Clooney und Brad Pitt, beide froh und glücklich, dass „Mensch Markus“ endlich Hollywood verlassen hatte, fiel seines Erachtens allerdings eindeutig zu seinen Gunsten aus. „Ich finde, denen sieht man’s auch an.“ Die Erleichterung, dass Angelina Jolie – hingerissen von dem schwergewichtigen Char-meur – wieder nur Augen für ihren Angetrauten hatte, war dem guten Brad in der Tat deutlich anzusehen.

Der Einsatz von Filmtechnik für zwerchfellerschütternde Interviews und Umfragen war fester Bestandteil von Profitlichs aktuellem Bühnenprogramm. Vor gut besuchtem Haus blickte der gebürtige Bonner, heute im Oberbergischen zu Hause, in „Halbzeit – Gibt es ein Leben nach dem Fünfzigsten?“ witzelnd, spöttelnd, voller Selbstironie und unerschütterlichem Humor auf sein Leben zurück.

Von dem, was war, und dem, was ist, war pointenreich die Rede. Geboren von einer Trümmerfrau, erzogen von den ersten Emanzen mit Doppelnamen und liiert mit Frauen, die nachts zum Kräutersammeln in den Wald gingen, sah er aus seinem Dasein als Softy mit Schlabberhose kein Entrinnen. Andersherum, als John Wayne mit bis zum Anschlag hoch gezogener Hose, hatte er die Lacher gleichermaßen auf seiner Seite.

Mit vollem Körpereinsatz – sogar irischer Stepptanz war da drin – und beredter Mimik zog der bekannte Comedian zu Felde, sein Publikum mit den Tücken, Problemen und Alltagskatastrophen des Älterwerdens zu unterhalten. Von Falten, Hobbys, Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen des Vertrauens – Pech, dass der verhindert war – und Urlaub gestern und heute war die Rede. Als Kind während der Fahrt in den Campingurlaub an der Bigge stets der „Wackeldackel“ auf der Hutablage, zeigte sich der Comedian heutigen Fernreisen durchaus aufgeschlossen, auch wenn er sich dabei beim Pokern bis auf die Haut ausziehen ließ. Das reumütige Erkunden deutscher Bundesländer – au mei, wie Profitlich da vor einer bayerischen Wirtin kuschte – fiel indes nicht sonderlich erholsamer aus. In Dialekten kannte sich der Comedian, der sich genüsslich selbst auf die Schippe nahm, bestens aus.

Wo immer es ging, nahm er sein lachendes Publikum in die Pflicht. Höhepunkt: Die Tarzan-Szene, bei der die Besucher für die authentische Dschungel-Geräuschkulisse sorgen mussten. Auch bei den Aufklärungsgesprächen zwischen Vater und Sohn von der Steinzeit bis heute zeigte der preisgekrönte Humorist aus dem Oberbergischen sein (Schauspiel-)Talent fürs komische Fach.

Präsentiert wurde der Comedy-Abend mit Markus Maria Profitlich von TG-Events. Nach einer Kostprobe aus seinem Buch „Stehaufmännchen“ als Zugabe nahm sich der Comedian bei Autogrammen, Fotos und Gesprächen ausgiebig Zeit für seine Fans.

Monika Salzmann

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