Lockerungen auch im Einzelhandel

Einkaufen – wieder fast wie früher

Freut sich auf Kunden im Geschäft: Nicol Kölling, Filialleiterin im Schuhhaus Geller.
+
Freut sich auf Kunden im Geschäft: Nicol Kölling, Filialleiterin im Schuhhaus Geller.

Nicol Kölling vom Schuhhaus Geller an der Oststraße freut sich. An diesem Freitag fällt auch für ihre Kunden die Pflicht zur Terminvereinbarung vor dem Einkauf ebenso weg wie die Testpflicht.

Meinerzhagen – Kein click & meet mehr – kein Gang zum Testzentrum, bevor der erste Schuh anprobiert werden darf. „Keine Frage, wir freuen uns unheimlich“, sagt die Chefin der Meinerzhagener Filiale.

Seit dem 18. Dezember 2020 habe sie wechselweise die Regeln von click & meet beziehungsweise click & collect umsetzen müssen – das sei nicht immer einfach gewesen, berichtet Nicol Kölling. „Das hat zeitweise viele Diskussionen mit den Kunden gegeben. Die Regeln mussten erklärt werden, manchmal haben wir auch Unmut darüber zu spüren bekommen“, erinnert sich die Filialleiterin.

40 Personen gleichzeitig erlaubt

Angst davor, dass die Infektionsgefahr in ihrem Geschäft durch die Lockerungen ansteigt, hat die Geller-Mitarbeiterin überhaupt nicht: „Unser Geschäft war nie ein Ansteckungsherd. In unseren Filialen gab es während der ganzen Pandemie nur eine infizierte Mitarbeiterin, die sich aber im privaten Bereich angesteckt hat“, berichtet Nicol Kölling. Sie darf ab diesem Freitag pro 20 Quadratmeter Fläche einen Kunden einlassen. „Bei 800 Quadratmetern Größe macht das 40 Personen, die gleichzeitig herein dürfen“, hat die Meinerzhagenerin ausgerechnet.

Neben dem Effekt durch die Erleichterungen, die wegen der Inzidenz im Märkischen Kreis zwischen 50 und 100 möglich werden, erwartet Nicol Kölling auch witterungsbedingt bald mehr Kunden: „In den zurückliegenden Wochen war das Wetter schlecht, aber jetzt soll es ja viel besser werden“, freut sie sich auf die Zukunft.

Sonderstatus für Buchhandlungen

Auch Wolfgang Schmitz von der gleichnamigen Buchhandlung Zur Alten Post hat in seinem Geschäft Erfahrungen mit click & collect beziehungsweise click & meet gesammelt: „In den Hochzeiten der Pandemie in diesem Frühjahr war das so.“ Seit einiger Zeit profitiert er allerdings bereits von dem Sonderstatus, der Buchhandlungen eingeräumt wurde: „Wir dürfen schon seit drei Wochen Kunden ins Geschäft lassen, sodass sich für uns an diesem Freitag kaum etwas ändert“, berichtet der Geschäftsinhaber. Bei einem Kunden pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche könnte Wolfgang Schmitz theoretisch acht Besucher gleichzeitig einlassen. „Doch so viele kommen eigentlich nur im Weihnachtsgeschäft zur selben Zeit zu uns. Praktisch bedeutet das, dass sich das Geschäft bei uns fast normalisiert hat“, freut sich der Buchhändler. Angst, dass sich durch den Wegfall der Testpflicht vor dem Einkauf die Ansteckungsgefahr für ihn und seine Mitarbeiterinnen erhöht, hat der Meinerzhagener nicht: „Der Abstand beispielsweise wird eingehalten, wir können lüften. Und die Inzidenz in Meinerzhagen befindet sich ja inzwischen wirklich im grünen Bereich.“

Lienenkämper „happy“

„Wir jubeln, wir sind happy. Damit fällt eine riesige Hürde weg.“ Jan Lienenkämper vom Betten- und Wäschehaus an der Hauptstraße fällt ein Stein vom Herzen. Auslöser für die Glücksgefühle sind – natürlich – die Lockerungen, die ab diesem Freitag gelten. „Theoretisch dürften wir bei unserer Verkaufsfläche 40 Kunden gleichzeitig einlassen. Das wird aber natürlich nicht ausgeschöpft. So viele Kunden kommen gleichzeitig so gut wie nie. Und wir selbst werden uns eine Beschränkung auferlegen, was die Anzahl der Kunden im Geschäft angeht“, kündigt der heimische Geschäftsmann an.

Nur zwei Kabinen geöffnet

Im unteren Ladenlokal werden auch weiterhin Sicherheitsregeln umgesetzt. Jan Lienenkämper: „Von unseren drei Umkleidekabinen werden wir nur zwei öffnen, die mittlere bleibt gesperrt. Und es gilt natürlich auch weiterhin die Maskenpflicht und wir werden die Kunden auch darauf hinweisen, dass sie sich vor Betreten der Räume die Hände desinfizieren.“ Er selbst hat keine Angst, sich durch die „engeren“ Kundenkontakte zu infizieren: „Das Risiko halte ich für sehr gering, weil wir uns weiterhin an die Vorsichtsmaßnahmen halten werden.“

In der oberen Etage werden bei Lienenkämper auch Matratzen und Betten verkauft. Das erfordert eine intensive Beratung, um jedem Besucher gerecht zu werden. Hier macht Jan Lienenkämper deshalb eine kleine Einschränkung: „Es wäre schön, wenn sich die Kunden dafür nach wie vor anmelden würden. Denn solche Gespräche sind in der Regel zeitaufwendig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare