Das Kino ist "dicht"

Im Meinerzhagener Kino ist der letzte Vorhang gefallen

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Der letzte Vorhang ist für Heinz Theiß und seine Ehefrau Kornelia in den City-Lichtspielen gefallen.

Meinerzhagen – Das Kapitel City-Lichtspiele ist beendet, der letzte Vorhang gefallen. Wie Kino-Betreiber Heinz Theiß auf MZ-Anfrage mitteilte, hat die Übergabe der Schlüssel für die Lichtspiele an die Stadt bereits Ende Juli stattgefunden.

„Damit sind wir raus“, zog Theiß einen Schlussstrich. Die Räumlichkeiten im Untergeschoss der Stadthalle stehen nun leer. Bereits seit etlichen Jahren war das Programm in dem heimischen Kino beschränkt auf die „Filmkunst-Montage“ und auf Sondervorstellungen, die häufig von Sponsoren gebucht wurden. Auch damit ist nun allerdings Schluss. Heinz Theiß: „Die Technik ist bereits aus dem Kinosaal ausgebaut. Die drei Projektoren und das sehr gute Soundsystem waren geleast, sie sind inzwischen an die Leasingfirma zurückgegeben.“ 

Kino-Zukunft unklar

Ist das Kino in Meinerzhagen damit ein für alle Mal gestorben? Unklar. Denn: Heinz Theiß lässt sich, oder besser seinem Sohn Sebastian, noch ein Hintertürchen offen: „Er ist bei uns mit dem Kino aufgewachsen und hängt sehr daran. Möglich, dass er irgendwann in Meinerzhagen weiter macht und in unsere Fußstapfen tritt. Dann aber wahrscheinlich nicht als Hauptberuf, sondern vielleicht an Wochenenden.“ Schauplatz von Filmvorführungen könnte dann die im Idealfall die renovierte Stadthalle sein. Dort, so sehen es aktuelle Planungen vor, könnten Vorführungen stattfinden – im großen Saal oder in kleineren Nebenräumen, je nach Film. Wer sie organisieren und anbieten könnte, dazu ist noch nichts entschieden. 

Heinz Theiß jedenfalls sieht nicht sehr optimistisch in die Zukunft, was den Betrieb kleinerer Kinos angeht: „Meine Kollegen sind reihenweise Pleite gegangen. Natürlich hat das mit Corona zu tun. Die Filmstudios in den USA haben auf Stopp gedrückt und ihre Schauspieler vorerst nach Hause geschickt. Und die Deutschen folgen diesem Beispiel. Es tut sich also momentan nicht mehr viel auf dem Markt.“

Lichtspiele waren etwas Besonderes

Am 6. Dezember 2020 hätte Heinz Theiß „20-Jähriges“ feiern können, seit zwei Jahrzehnten wäre er dann Betreiber der City-Lichtspiele gewesen. Dazu kommt es nun nicht mehr. Und das tut dem Mann aus Oberberg sehr leid. Denn: „Für mich war das Meinerzhagener Kino immer etwas Besonderes. Anders als die großen Betriebe, die inzwischen reine Technikpaläste sind, hatte dieses Kino tatsächlich seinen ganz eigenen Charme und eine einzigartige Atmosphäre.“ 

Und was wird aus den Räumlichkeiten des ehemaligen Kinos? Die spielen eine Rolle bei der geplanten Sanierung der Stadthalle, weil sie in deren Untergeschoss liegen. Dort, so die Überlegungen, könnte das Stadtarchiv untergebracht werden, das jetzt noch – neben dem Eingang zur Stadtbücherei – in sehr kleinen Räumen eingerichtet ist. Das dann ehemalige Archiv grenzt unmittelbar an den Awo-Treff, der sich – mit einem separaten Eingang – ebenfalls im Untergeschoss der Stadthalle befindet. Durch den Archiv-Umzug würde sich sogar die Chance bieten, den Treff der Arbeiterwohlfahrt erheblich zu vergrößern.

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