Ehemalige City-Lichtspiele

Werbung für ein „Geister-Kino“

Im Durchgang an den ehemaligen City-Lichtspielen, wo einst mit Plakaten für Kinofilme geworben wurde, herrscht jetzt Tristesse.
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Im Durchgang an den ehemaligen City-Lichtspielen, wo einst mit Plakaten für Kinofilme geworben wurde, herrscht jetzt Tristesse.

Meinerzhagen – „Für diese Programmwoche steht noch kein Programm zur Verfügung. In der Regel steht das neue Wochenprogramm dienstags online.“ Das war vor wenigen Tagen auf der Homepage nachzulesen, die mit „City-Lichtspiele Meinerzhagen“ überschrieben ist. Und für den neuen Blockbuster „The last Duel“ wurde dort ebenfalls geworben. Fakt ist allerdings: Die City-Lichtspiele gibt es schon lange nicht mehr.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte der langjährige Kino-Betreiber Heinz Theiß auf MZ-Anfrage erklärt, dass die Übergabe der Schlüssel für die Lichtspiele an die Stadt schon Ende Juli stattgefunden habe. „Damit sind wir raus“, zog Theiß damals einen Schlussstrich. Die Räumlichkeiten im Untergeschoss der Stadthalle stehen seitdem leer.

Technik ausgebaut

Schon etliche Jahre davor war das Programm in dem heimischen Kino beschränkt auf die „Filmkunst-Montage“ und Sondervorstellungen, die häufig von Sponsoren gebucht wurden. Auch damit war dann aber Schluss. Heinz Theiß im August 2020: „Die Technik ist bereits aus dem Kinosaal ausgebaut. Die drei Projektoren und das sehr gute Soundsystem waren geleast, sie sind inzwischen an die Leasingfirma zurückgegeben.“

Wer die Homepage mit Hinweis auf das einstige Meinerzhagener Kino aktuell betreibt und betreut – und ob das überhaupt noch regelmäßig geschieht, was keinen Sinn hätte – war nicht herauszufinden. Für die MZ war auch Familie Theiß nicht zu erreichen. Unter der auf der Homepage veröffentlichten Rufnummer „kann die Verbindung nicht aufgebaut werden“.

So oder so – dass es in der einst so traditionsreichen Kino-Stadt Meinerzhagen mit professionellen Filmvorführungen weiter geht, sich vielleicht sogar wieder ein Programmkino ansiedelt, ist zurzeit mehr als unwahrscheinlich. Allerdings gibt es ein Hintertürchen: Nach dem Umbau der Stadthalle, Stichwort neues Innenstadtquartier, soll dort die Möglichkeit bestehen, Filme vorzuführen. Der städtische Fachbereichsleiter Frank Markus bestätigte, dass die technischen Voraussetzungen durchaus vorhanden sein werden und teilweise heute sogar schon sind.

Betreiber gesucht

Allerdings gibt es mehrere Haken: Regelmäßige Vorführungen in kurzen Abständen werden in der Stadthalle kaum möglich sein. Frank Markus: „Blockbuster müssten sicherlich über mehrere Wochen gezeigt werden. Damit würden Räumlichkeiten für andere Veranstaltungen in der Stadthalle blockiert.“ Außerdem bräuchte es dazu wohl einen professionellen Betreiber. Der müsste sich dann wahrscheinlich einen anderen Ort in Meinerzhagen suchen, um ein Kino einzurichten. Die ehemaligen City-Lichtspiele würden sich kaum reaktivieren lassen, hier soll bekanntlich das Stadtarchiv einziehen.

Für Frank Markus ist das alles Zukunftsmusik und zum Teil „Kaffeesatzleserei“. Es würden sicherlich noch einige Jahre vergehen, bis die Voraussetzungen für Vorführungen in der dann „runderneuerten“ Stadthalle gegeben seien. Und bisher habe sich auch niemand bei der Stadt gemeldet, der das überhaupt machen möchte, informierte er. Auch ein privater Investor, der die Kino-Tradition fortsetzen möchte, ist laut Markus nicht in Sicht. Sollte sich das ändern, werde man natürlich Gespräche führen und die Möglichkeiten ausloten, glaubt der Fachbereichsleiter.

Allerdings sollten heimische Kino-Fans nicht zu optimistisch sein. Mehr als vage Gedankenspiele gibt es im Bezug auf den Standort Meinerzhagen im Moment noch nicht – und die Möglichkeiten, in kurzen Abständen und regelmäßig Vorführungen anzubieten, sind und bleiben in der Volmestadt vorerst wohl äußerst begrenzt.

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