Christiane Schürmann (SPD) legt Ratsmandat nieder

Christiane Schürmann hat ihr Ratsmandat niedergelegt und scheidet daher auch aus ihrem Amt als stellvertretende Bürgermeisterin. Das Foto zeigt sie bei der Amtseinführung in der konstituierenden Sitzung des Rates nach der Kommunalwahl im Oktober 2009 mit Bürgermeister Erhard Pierlings und dem ersten stellvertretenden Bürgermeister Volkmar Rüsche. ▪ Archivfoto: vom Hofe

MEINERZHAGEN ▪ Überraschende Personalie in der parlamentarischen Sommerpause: Christiane Schürmann (SPD) hat mit Wirkung zum 1. September den Verzicht auf ihr Ratsmandat erklärt. Wahlleiter Hans Erich Schmidt von der Stadt Meinerzhagen hat nach Eingang der schriftlichen Erklärung als Nachrücker über die Reserveliste der SPD Peter Kamphaus festgestellt, der das Mandat auch annehmen wird. Offen ist zurzeit noch, wer nun das bislang von Schürmann ausgeübte Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters übernehmen wird.

Im Gespräch mit der MZ erläuterte Christiane Schürmann die Hintergründe für ihren überraschenden Abschied aus der aktiven Kommunalpolitik. „Ich habe im Alter von jetzt 51 Jahren noch einmal die Chance für einen beruflichen Neuanfang erhalten, und die will ich nutzen.“ Konkret: Schürmann kehrt in den Beruf zurück, für den sie studiert hat, nämlich das Lehramt. Sie tritt bereits in der kommenden Woche eine Lehrerstelle an einem Schulzentrum mit Haupt- und Realschule in der niedersächsischen Gemeinde Emlichheim nahe Nordhorn im südlichen Emsland an.

Die Meinerzhagenerin war nach ihrer Referendariatszeit in den Bereich des Journalismus und der Öffentlichkeitsarbeit gewechselt, dann viele Jahre lang als Marketingleiterin bei der Volksbank Meinerzhagen tätig. Im Zuge der Fusion zur neuen Volksbank im Märkischen Kreis im Jahr 2009 ergaben sich für Christiane Schürmann einschneidende Veränderungen in ihrem Tätigkeitsbereich, die im Ergebnis zu einer Aufhebung des Dienstverhältnisses in beiderseitigem Einvernehmen mit Wirkung zum 1. April dieses Jahres führten. Im Zuge ihrer beruflichen Neuorientierung wählte Schürmann zunächst den Weg in eine selbständige Tätigkeit. Sie gründete die Agentur Yes-PR. Parallel dazu startete sie den Versuch, in ihren angestammten Beruf als Lehrerin zurückkehren zu können, indem sie sich in den Bundesländern NRW und Niedersachsen bewarb.

Als jetzt auch für sie selbst überraschend ein konkretes Stellenangebot bereits zum neuen Schuljahr 2011/12 ins Haus flatterte, stand nach kurzer Überlegung und Abwägung der Fakten der Entschluss fest. Die Möglichkeit, in ihren Fächern Deutsch, Geschichte und Politik unterrichten zu können, darüber hinaus auch Arbeitsgemeinschaften im musischen Bereich übernehmen zu können, kommt ihren Wünschen entgegen und reizt sie nach eigenen Worten sehr.

Dass dieser Wiedereinstieg ins Lehramt nun nicht wie erhofft in der näheren Umgebung, sondern rund 200 Kilometer entfernt von ihrem Heimatort Meinerzhagen erfolgen kann, ist allerdings ein kleiner Wermuttropfen. Schürmann wird dadurch zur Berufspendlerin, hat sich für die Woche eine kleine Wohnung am künftigen Dienstsitz genommen. Ansonsten aber bleibt Christiane Schürmann, vor allem auch über ihre Familie mit Ehemann Rainer und den beiden Kindern, Meinerzhagen weiterhin als erstem Wohnsitz und Lebensmittelpunkt verbunden.

Nicht zu vereinbaren ist mit der neuen Lebenssituation die Fortführung ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit. Daher nun der Abschied aus der Ratstätigkeit und zugleich auch aus dem Vorstand des SPD-Ortsvereins. Ihr Amt als Vorsitzende des Stadtmarketingvereins will sie bis zur turnusmäßigen Mitgliederversammlung im kommenden Jahr weiter ausüben, um es dann an einen Nachfolger zu übergeben.

SPD-Ratsfraktionsvorsitzender Gerd Wirth bedauert das Ausscheiden von Christiane Schürmann. „Das ist schon ein Verlust für uns. Aber ich freue mich andererseits für sie über die neue berufliche Herausforderung und kann ihre Entscheidung gut nachvollziehen.“ In der turnusmäßigen ersten Fraktionssitzung der SPD nach der Sommerpause werde noch im September geklärt, wie die Nachfolgereglung für das der SPD zustehenden Position des zweiten Bürgermeister-Stellvertreters aussehen solle, kündigte Wirth an.

Mit Peter Kamphaus kehrt nun ein schon erfahrener Kommunalpolitiker zurück in die Ratsvertretung. Den Wiedereinzug in den Rat hatte er bei der Kommunalwahl im August 2009 nur mit Pech verpasst: Nach Stimmengleichheit mit dem CDU-Bewerber Frank Lüttel im Wahlbezirk 10 Hochstraße war er im fälligen Losentscheid über die Vergabe des Ratsmandats unterlegen. Horst vom Hofe

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