Chor Cantamus verneigt sich

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Mezzosopranistin Lena Sutor-Wernich (links) und Sopranistin Katharina Leyhe mit Musikern und Chor.

MEINERZHAGEN - Zum Auftakt des Reformationsjubiläums 2017 verneigte sich der Chor Cantamus Kierspe am Sonntag in der gut besuchten Stadthalle vor Felix Mendelssohn Bartholdy und seinem Werk.

Mit der Choralkantate „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ aus dem Jahr 1831, das auf dem gleichnamigen Kirchenlied von Martin Luther basiert, und der klangmächtigen Symphonie Nr. 2 B-Dur für Soli, Chor und Orchester op. 52 „Lobgesang“ standen zwei Werke auf dem Programm, die unmittelbar und hintergründig mit dem Reformator zu tun haben und Mendelssohn als Meister hymnischer, berauschender Musik feierten.

Gemeinsam mit dem Kourion-Orchester Münster sowie Katharina Leyhe (Sopran), Lena Sutor-Wernich (Mezzosopran/Alt) und Marcus Ullmann (Tenor) als herausragenden Solisten meisterte der Chor die immensen technischen Anforderungen der Mendelssohn’schen Glanzstücke mit Bravour. Unter Leitung von Frank Bisterfeld, der den Darbietungen mit präziser Zeichengebung einen geschliffenen Charakter verlieh und ein Optimum an Ausdruck und Strahlkraft aus seinen Sängern/Musikern „herauskitzelte“, gelang den Ausführenden der große Wurf. Aus einem Guss, verschwenderisch reich in den Klangfarben, gelang die Mendelssohn-Hommage, die zugleich glanzvolle Einstimmung auf 500 Jahre Reformation im kommenden Jahr war. Einsätze, Tempo, Tempowechsel und Dynamik passten haargenau. Zu Recht gab’s Standing Ovations des Publikums für diesen opulenten, prunkvollen Ohrenschmaus.

Dem Dichter Martin Luther, dessen musikalische Sprache Mendelssohn begeisterte, erwiesen die Ausführenden in der Choralkantate „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ passend zum ersten Advent ihre Referenz. Mit der Weihnachtskantate, die der Hamburger „Mozart“ auf Luthers Kirchenlied für einen fünfstimmigen gemischten Chor, Soli und klassisches Orchester schrieb, stellten der stimmgewaltige Chor, Sopranistin Katharina Leythe und Mezzosopranistin Lena Sutor-Wernich als ausdrucksstarke Solisten und das virtuos aufspielende Orchester die bedeutendste der acht Choralkantaten Mendelssohns vor. Dramatische, effektvolle Chöre rahmten innige Arien, in denen der Romantiker Mendelssohn zum Vorschein kam, ein. Wunderbar gelang die Textausdeutung des Werkes. Mit dem „Lobgesang“ nach Worten der heiligen Schrift, einer Mischung aus Sinfonie und Kantate, stimmten Chor, Solisten und Musiker ein einziges großes Gotteslob an. Geschrieben zur Vierhundertjahrfeier der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg, ohne den es keinen Bibeldruck und damit auch keine Lutherbibel gegeben hätte, ließ das rund einstündige Werk Nähe zu Bach und Beethovens „Neunter“ erkennen.

Mendelssohn war Gewandhauskapellmeister in der Verlagsstadt Leipzig, als er 1839 den Auftrag für eine Festmusik – dem Anlass würdig – erhielt. Drei Instrumentalsätze, bei denen das Orchester seine Klasse unterstrich, gingen dem neunteiligen Kantatenteil mit dankbaren Aufgaben für alle drei Solisten und den klangmächtigen, jubilierend auftrumpfenden Chor voraus. Über innige, ergreifende Arien bahnte sich mit Macht der Sieg des Lichts über die Finsternis an. Eingehende Spenden stellte der Chor der Stiftung Jesus-Christus-Kirche Meinerzhagen zur Verfügung.

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