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Carmen Alte gibt ihr Geschäft in wenigen Wochen auf

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Von: Simone Benninghaus

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Carmen Alte wird ihr Blumengeschäft in Valbert in wenigen Wochen schließen.
Carmen Alte wird ihr Blumengeschäft in Valbert in wenigen Wochen schließen. © Benninghaus, Simone

Auf der kleinen weißen Bank draußen leuchten Heidekraut und Gestecke in herbstlichen Beerentönen, drinnen sind alle Farbnuancen zu finden, das kleine Geschäft versprüht mit seinen dekorierten Regalen Charme und Liebe zum Detail. Und wie sehr Inhaberin Carmen Alte ihren Beruf liebt, ist sofort zu spüren, wenn sie von ihrer Arbeit erzählt: „Ich bin Verkäuferin durch und durch“, sagt die 59-Jährige. Nach fast 28 Jahren wird sie ihren Laden in Valbert aufgeben, nicht aber die Floristik.

Valbert – Dass sie einmal ein eigenes Blumengeschäft führen würde, hätte ihre Mutter vermutlich nie für möglich gehalten. „Sie hatte selbst ein Geschäft in Meinerzhagen, ich habe da aber nicht eine Blume in der Hand gehalten“, lacht Carmen Alte. Sie machte eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau, liebt den Kontakt mit Kunden. Als die Inhaberin des früheren Blumengeschäftes Lahme ankündigte, ihren Laden aufgeben zu wollen und Carmen und Frank Alte, die damals an der Ihnestraße in der Nachbarschaft wohnten, eher zufällig fragte, ob sie es nicht übernehmen wollten, sagten sie spontan zu. 1995 wurde Carmen’s Blumenshop eröffnet. Die Valberterin besuchte Floristikkurse und Seminare, „die Arbeit hat mir einfach gelegen“, blickt sie heute auf fast drei Jahrzehnte zurück, in denen es immer darum ging, auf Kundenwünsche einzugehen und mit Kreativität und Qualität zu überzeugen. Mittlerweile befindet sich das kleine Geschäft in der Straße Unterm Busche, Frank Alte baute dafür die Doppelgarage des Wohnhauses um, seine Frau schuf hier ein kleine Blütenoase. „Der Mensch kann viel, und wenn man etwas will, dann schafft man es“, dieses Prinzip verfolgte Carmen Alte nicht nur zu Beginn ihrer Selbstständigkeit.

Weder Corona- noch Wirtschaftskrise konnten dem kleinen Geschäft etwas anhaben. Dass sie jetzt kürzer treten wird, hänge vielmehr mit der Lebensplanung zusammen: „Es war immer unser Herzenswunsch, dass wir uns etwas verkleinern, wenn wir älter werden.“ Jetzt sind weder Carmen Alte noch Ehemann Frank schon im typischen Rentenalter, doch ein passendes Objekt sorgte dafür, dass der Umzug schon „drei, vier Jahre früher“ als ursprünglich geplant erfolgen wird.

Meinerzhagen ist Heimat

Nicht nur räumlich wird sich das Ehepaar verändern, sondern mit dem Umzug nach Meinerzhagen auch örtlich. Für Carmen Alte steht allerdings fest: „Wir ziehen doch nur eine Straße weiter. Ob Meinerzhagen oder Valbert, alles ist eine Stadt – unsere Heimat.“

Im Ebbedorf werde man sie weiterhin treffen, verspricht sie – „wahrscheinlich öfter als vorher, weil ich ja mehr Zeit habe.“ Ein bisschen zumindest, denn ganz aufgeben wird Carmen Alte die Floristik nicht. Zu diesem Entschluss haben auch die Reaktionen der Kunden beigetragen. Von vielen sei bedauert worden, dass ein weiteres Geschäft in Valbert aufgegeben werde. Kunden sind für jeden Einzelhändler wichtig, „und zu meinen Stammkunden, aber auch zu den Schützenvereinen in Rinkscheid, Valbert und Hunswinkel hatte ich immer guten Kontakt, außerdem zu Firmen“, so die 59-Jährige. Vor allem aber seien Trauerfeiern für sie eine Herzensangelegenheit: „Es war mir immer enorm wichtig, auf die Kunden einzugehen und ihre Vorstellungen erfüllen zu können.“

Blumenwünsche werden weiter erfüllt

Im neuen Zuhause in Meinerzhagen wird sie daher eine Werkstatt einrichten, um weiterhin Blumenwünsche, insbesondere auch für Festlichkeiten oder Beisetzungen erfüllen zu können. Sie hänge zu sehr an ihrer Arbeit, „so ganz trennen kann ich mich noch nicht“, steht für Carmen Alte mittlerweile fest. Wenige Tage nach dem ersten Advent wird sie aber ihr Geschäft in Valbert schließen.

Daher sollten Gutscheine bis dahin eingelöst werden, erinnert sie. Von Sträußen und Gestecken möchte sich Carmen Alte jedoch noch nicht trennen, „mein Beruf ist für mich Berufung“, steht für sie fest. Telefonisch ist Carmen Alte daher ab Dezember unter der Rufnummer 0170 23 12 132 erreichbar.

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