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Schwerer Raub im Café im MK: 22-Jähriger angeklagt - und nicht nur er

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Von: Frank Zacharias

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Am 10. Juni des vergangenen Jahres überfielen drei Männer das Café „Kaffeeklatsch“. Alle Täter stehen mittlerweile vor Gericht.
Am 10. Juni des vergangenen Jahres überfielen drei Männer das Café „Kaffeeklatsch“. Alle Täter stehen mittlerweile vor Gericht. © Holzhüter

Den 10. Juni 2022 werden die fünf Gäste und die Inhaberin des Cafés „Kaffeeklatsch“ an der Hauptstraße wohl nie vergessen.

Meinerzhagen – Es war ein ruhiger, ein normaler Abend in dem kleinen Café, als gegen 23.10 Uhr plötzlich die Tür aufging und drei unbekannte Männer im Raum standen. Einer von ihnen blieb im Eingangsbereich stehen und bedrohte die Anwesenden mit einer Waffe, seine beiden Kumpanen gingen zur Theke, schubsten nach Polizeiangaben eine Bedienung zur Seite und ließen eine Geldbörse mitgehen. Ab kommendem Montag, 23. Januar, steht einer der Männer vor Gericht.

Dem 22-Jährigen wird besonders schwerer Raub vorgeworfen. Er soll am 10. Juni derjenige gewesen sein, der die Pistole gezogen und von der Eingangstür aus die Gäste bedroht haben soll, um diese daran zu hindern, die Polizei zu rufen. Die beiden Mittäter sollen währenddessen die Bedienung mit einem Messer bedroht, geschubst, nach der Kasse gefragt und aus der Kassenschublade schließlich die Geldbörse mitgenommnen haben. Beute: 500 Euro.

„Mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten“

Wie das Landgericht Hagen in der Ankündigung des Prozesse erklärt, ist der Angeklagte bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten und zuletzt wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 22-Jährige habe keinen festen Wohnsitz, sei am 24. August vorläufig festgenommen worden und befinde sich seitdem in Untersuchungshaft. Für die öffentliche Hauptverhandlung vor der 9. Großen Strafkammer des Landgerichts Hagen sind neben dem kommenden Montag noch der 27. Januar und der 13. Februar als Verhandlungstermine angesetzt worden. Beginn ist jeweils um 9.30 Uhr.

Mutmaßliche Komplizen gehören zur „MK-Bande“

Und auch die mutmaßlichen Mittäter sind bekannt und stehen bereits vor Gericht: Sie gehören zu jenen vier Angeklagten, die sich seit Ende 2022 vor der 1. Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts Hagen wegen einer Raubserie in der Region rund um Lüdenscheid verantworten müssen. Darin konnte bereits auch eine Verbindung zum tödlichen Schuss auf der Steinert-Kirmes in Lüdenscheid gezogen werden.

Monatelang hat eine Bande von bewaffneten Räubern in Lüdenscheid und anderen Städten Angst und Schrecken verbreitet, bei Überfällen Menschen verletzt und mindestens 15 000 Euro erbeutet. Seit November stehen vier 18 bis 22 Jahre alte Männer wegen dieser Taten unter Anklage.

Wie Oberstaatsanwalt Dr. Gerd Pauli auf MZ-Anfrage erklärte, habe der 22-jährige Mann, der ab Montag vor Gericht steht, die weiteren an der Tat beteiligten Personen im Laufe des Verfahrens benannt und werde dazu wohl erneut eine Aussage machen. Der Raubüberfall in Meinerzhagen sei für die beiden übrigen Verdächtigen aber vom großen Prozess gelöst worden, da ihnen für die übrigen Anklagepunkte bereits längere Haftstrafen drohen.

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