Busch und Müller investiert in seine Standortsicherung

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Diese Luftaufnahme verdeutlicht die Lage des Betriebes Busch + Müller an der Landstraße 528 Richtung Hahnenbecke/Kierspe. Jetzt soll nochmals erweitert werden – in Nachbarschaft zum Umspannwerk von Mark E. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die 1925 gegründete Firma Busch + Müller ist ein Meinerzhagener Vorzeigeunternehmen. Die innovativen Produkte des Familienunternehmens für die Zweiradindustrie rund um das Thema Beleuchtung genießen weltweit höchstes Ansehen. Jetzt soll am Firmenstandort am Bamberg weiter in die Zukunft investiert werden.

Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den geplanten größeren Anbau zu schaffen, soll eine Änderung des Bebauungsplans „Bamberg“ im beschleunigten Verfahren vorgenommen werden. Der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt gab am Mittwoch einstimmig grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss.

Durch die stetige Erweiterung des Lieferprogramms der Firma war in den 1960er Jahren ein Betriebsneubau mit größerer Produktions- und Verwaltungsfläche nötig geworden. Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Stadt Meinerzhagen konnte zwischen 1961 und 1964 der Neubau „Auf dem Bamberg“ erfolgen, wohin die bis dahin an der Volmestraße laufende Produktion verlagert wurde. Heute arbeiten hier nach Firmenangaben rund 125 Mitarbeiter auf 8200 qm Verwaltungs- und Produktionsfläche. Ein Hochregallager wurde bereits 2001 angegliedert. Es gab mehrfach bauliche Veränderungen auf dem bestehenden Firmenareal.

Diese baulichen Veränderungen konnten auf der Grundlage des Mitte der 60er Jahre als damals erstem formellen Bebauungsplan der Stadt Meinerzhagen Rechtskraft erlangten Bebauungsplan „Nr. 1 Bamberg“ realisiert werden.

Nunmehr steht ein weiterer größerer Anbau mit Abmessungen von rund 70 x 22 Metern und einer maximalen Höhe von 19 Metern an den Firmenbestand an. Wie die Firmenleitung gegenüber der Stadt Meinerzhagen argumentiert, ist diese Erweiterung zur Standortsicherung absehbar erforderlich. Die neue mehrgeschossige Produktionshalle soll so bald wie möglich errichtet werden. Aus produktionsablauftechnischen Gründen soll die Erweiterung in westlicher Richtung erfolgen. Das neue Gebäude kann dabei nicht mehr auf dem Firmengrundstück, sondern soll auf einem von dem Unternehmen zu erwerbenden Teilbereich des benachbarten Grundstücks in Nachbarschaft des Umspannwerks des Stromversorgers Mark E AG erfolgen. Ein dort stehendes flaches Gebäude ist entbehrlich geworden und soll abgerissen werden.

Obwohl diese Fläche noch Bestandteil des rechtskräftigen Bebauungsplanes mit Festsetzung als Mischgebiet mit drei- bis viergeschossiger Bauweise ist, besteht nach Angaben der Verwaltung gegenüber dem Ausschuss für die Baugenehmigung des Vorhabens derzeit keine Rechtsgrundlage. Der Bebauungsplan sieht nämlich hier keine „überbaubare Grundstücksfläche“ mehr vor. Bei Realisierung des Bauvorhabens würde die nur für das Firmengrundstück festgesetzte überbaubare Grundstücksfläche in größerem Maße überschritten. Hierfür kann von der Baugenehmigungsbehörde, dem Märkischen Kreis, nach dessen Aussage eine Genehmigung im Wege der Befreiung von den Bebauungsplanfestsetzungen nicht erteilt werden.

Aus Sicht der Meinerzhagener Verwaltung sollten die planungsrechtlichen Grundlagen „im Sinne der Wirtschaftsförderung zur Standortsicherung und Entwicklung eines wichtigen gewerblichen Arbeitgebers“ geschaffen werden. Das soll in der Weise geschehen, das Firmengrundstück und die ins Auge gefasste angrenzende Erweiterungsfläche, die einschließlich der angrenzenden Verkehrsflächen zusammengenommen den Bebauungsplanänderungsbereich bilden sollen, als Gewerbegebiet (GI) festzusetzen. Dies könnte bis zum Herbst 2012 abgewickelt werden. ▪ -fe

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