Zwei Tests vorgesehen

Unternehmen zu Urlaubsrückkehrern: „Alles klappt ohne Probleme“

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„Der Großteil unserer aus Italien, Griechenland oder der Türkei stammenden Mitarbeiter ist in diesem Jahr nicht dorthin gereist“, berichtet Harald Elbertshagen. 

Meinerzhagen – Urlaubszeit ist Reisezeit. Im Corona-Jahr 2020 allerdings nicht so sehr wie sonst – das spiegelt sich auch bei der Firma Burg-Wächter wider, wie Fertigungsleiter Harald Elbertshagen berichtet.

„Der Großteil unserer aus Italien, Griechenland oder der Türkei stammenden Mitarbeiter ist in diesem Jahr nicht dorthin gereist.“ Dennoch gibt es auch bei dem in Wormgermühle ansässigen Unternehmen Urlaubsrückkehrer aus sogenannten Risikogebieten. Als Risikogebiet stufen Bundesgesundheitsministerium, Auswärtiges Amt und Innenministerium Länder ein, in denen gemäß ihrer Analyse ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht. 

Kein Rechtsanspruch auf Lohnfortzahlung

Bei Burg-Wächter betraf bzw. betrifft das vor allem die türkischen oder türkischstämmigen Angestellten, denn ihr Heimatland am Bosporus ist eines der besagten Risikogebiete. Weil das Auswärtige Amt auf seiner Website explizit „vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei“ warnt, hat sich die Unternehmensführung natürlich schon vor etlichen Wochen Gedanken zum Umgang mit Angestellten gemacht, die sich dort mit dem Virus angesteckt haben. „Mitarbeiter, die wegen einer Corona-Erkrankung in die vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne müssen, erhalten keine Lohnfortzahlung“, erklärt Harald Elbertshagen. Denn: Wer in einem Risikogebiet urlaubt, nimmt eine aus einer Quarantäne resultierende Arbeitsunfähigkeit bewusst in Kauf. Dementsprechend besteht in einem solchen Fall kein Rechtsanspruch auf Lohnfortzahlung. 

Anderslautende Einzelfallentscheidungen sind bei Burg-Wächter jedoch mitnichten ausgeschlossen – wenn sich der betroffene Mitarbeiter nicht als kontaktfreudiger Party-Urlauber geübt hat. „Hat ein Mitarbeiter seinen Urlaub ausschließlich bei und mit der Familie verbracht und sich dort infiziert, ist das etwas anderes“, sagt Elbertshagen und verweist auf eine entsprechende Absprache mit dem Betriebsrat. 

Zwei Tests vorgesehen

Die skizzierten Szenarien sind zur Freude aller Beteiligten bislang aber nur theoretischer Natur. „Alles klappt ohne Probleme“, so Harald Elbertshagen. Das Prozedere, das die Türkei-Rückkehrer zu durchlaufen haben, ist in der Regel folgendes: Am Tag vor dem Abflug nach Deutschland wird noch in der Türkei ein erster Schnelltest vorgenommen, und innerhalb der ersten drei Tage nach der Rückkehr, für die zwangsläufig noch Urlaub zu nehmen ist, folgt ein zweiter Corona-Test. Bei negativem Ergebnis steht der Rückkehr an den Arbeitsplatz schließlich nichts mehr im Wege.

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