Bundespräsident verleiht der Meinerzhagenerin Barbara Wilke das Bundesverdienstkreuz

Landrat Thomas Gemke überreichte Bärbel Wilke das vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz. - Foto: vom Hofe

MEINERZHAGEN -  „Das hat sie wirklich verdient!“ war der einhellige Tenor, mit dem die hohe Auszeichnung der Meinerzhagenerin Barbara Wilke (76) am Donnerstag begleitet war. Bundespräsident Joachim Gauck hat ihr das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen mit der Begründung: „Frau Barbara Wilke hat sich durch ihr jahrzehntelanges Engagement im sozialen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben.“

Von Horst vom Hofe

Landrat Thomas Gemke nahm die Überreichung des Verdienstkreuzes im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus vor. Er zeichnete in seiner Rede den beeindruckenden Lebensweg von Barbara Wilke nach, die als Heimatvertriebene aus Fellhammer in Oberschlesien mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern nach dem 2. Weltkrieg in Meinerzhagen eine neue Heimat und Wirkungsstätte fand. Barbara Wilke, geborene Malek, (in Meinerzhagen als Bärbel bekannt und allseits geschätzt) ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Ihre jüngere Tochter Jutta ist seit Geburt im Jahr 1965 geistig behindert, zudem seit einigen Jahren halbseitig gelähmt und lebt zurzeit in einem Wohnheim der Lebenshilfe Lüdenscheid. An den Wochenenden, an Feiertagen sowie in der Urlaubszeit kommt sie regelmäßig nach Hause und wird während dieser Zeit gemeinsam von ihren Eltern betreut und versorgt.

Seit 1968 ist Bärbel Wilke aktives Mitglied der „Lebenshilfe Lüdenscheid e.V“ und gehörte von 1990 bis 2011 dessen Vorstand an. Als betroffene Mutter setzte sie sich in hohem Maße zum Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnstätte der Lebenshilfe ein. Insbesondere war sie federführend an der Planung und Durchführung von Tagesfahrten, am Himmelfahrtspicknick, an mehrtägigen Freizeiten für Eltern mit ihren erwachsenen Kindern sowie der alljährlich stattfindenden Adventsfeier beteiligt. Auch war sie stets zur Stelle, wenn es um die Organisation des Tages der offenen Tür oder der Angehörigentreffen ging.

Bärbel Wilke gehörte 1977 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Freunde und Förderer der Schule an der Höh Lüdenscheid eV“. Aufgabe es Vereins ist die Unterstützung vor allem der sozialtherapeutischen Maßnahmen der Förderschule für behinderte Kinder. Sie war unermüdlich für den Verein im Einsatz und kümmerte sich in besonderem Maße um die Außendarstellung der Schule. Sie hatte von Beginn an bis Ende 2012, also üb er 35 Jahre lang, das Amt der Schatzmeisterin inne. Nach Ausscheiden aus diesem Amt wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt.

Seit 1961 ist Barbara Wilke Mitglied des TuS Meinerzhagen, leitete unter anderem von 1971 bis 2006 das Kinderturnen, war von 1981 bis 2001 als Geschäftsführerin im Vorstand engagiert.

Als Mitglied der CDU seit 1973 übernahm Bärbel Wilke 1978 die Funktion einer sachkundigen Bürgerin in verschiedenen Ausschüssen des Rates der Stadt Meinerzhagen. Dem Rat gehörte sie von 1994 bis 2004 an, war von 1994 bis 1999 Vorsitzende des Sport- und Freizeitausschusses und von 1999 bis 2004 stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Partnerschaften, in dem sie auch heute noch als Mitglied aktiv ist. Außerdem gehörte sie von 1994 bis 2004 dem Kreistag des Märkischen Kreises an, arbeitete hier unter anderem schwerpunktmäßig im Jugendhilfeausschuss, im Polizeibeirat und im Schul- und Sportausschuss mit. Von 1988 bis 2002 war sie erste stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes und von 2004 bis 2010 als Schriftführerin weiterhin in dessen Vorstand aktiv.

„Ein Leben mit und für das Ehrenamt – ein großartiges persönliches Lebenswerk“, so das Fazit von Landrat Gemke, der zuvor auch die persönlichen Grüße und Glückwünsche von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann überbracht hatte.

Für Rat und Verwaltung der Stadt Meinerzhagen sprach Bürgermeister Erhard Pierlings in herzlichen Worten Dank und Anerkennung aus. „Es ist eine große und bunte Palette ehrenamtlicher Tätigkeiten, mit denen sich Bärbel Wilke in herausragender Weise verdient gemacht hat. Wir schulden ihr Dank dafür, dass sie ihren Lebenslauf so sehr zum Wohle und Segen für viele Menschen gestaltet hat.“

Glückwünsche für den Bund der Vertriebenen, an dessen Vorstandsspitze Bärbel Wilke in Meinerzhagen seit vergangenem Jahr steht, kamen von Axel Oehm, der im Übrigen noch als CDU-Chef 2011 den Vorschlag zur jetzt vollzogenen Ehrung einreichte. Thorsten Stracke gratulierte für den CDU-Stadtverband Meinerzhagen.

Bärbel Wilke erinnerte sich in aller Bescheidenheit an die vielen Etappen und Aufgaben, die ihr Leben bestimmten: „Es war nicht geplant, es hat sich alles so ergeben. Manches muss einfach getan werden“, erklärte sie. Und gerade in den Anfangsjahren nach dem Krieg unter schwierigen Startbedingungen habe sie erfahren: „Die Not weckt Fähigkeiten und Talente“. Mit großer Dankbarkeit schloss sie ihren Ehemann Heinz ein in das, wofür sie gestern stellvertretend geehrt wurde. „Wir haben das alles gemeinsam getragen und geleistet.“

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