CDU bleibt auch in Meinerzhagen stärkste Kraft

Bürgermeister Erhard Pierlings als Wahlleiter mit seiner Mitarbeiterin Julia Hombitzer bei der Bekanntgabe der örtlichen Wahlergebnisse.

meinerzhagen -  Sonntag, 18 Uhr, im Foyer des Rathauses: Über den dort aufgestellten Bildschirm läuft die erste Prognose zum Wahlausgang: Ungläubiges Staunen, dann Riesenjubel bei Thorsten Stracke, dem noch jungen CDU-Stadtverbandsvorsitzenden und Volkmar Rüsche, dem stellvertretenden Bürgermeister aus den Reihen der CDU. „Unfassbar! Das könnte ja sogar zur absoluten Mehrheit reichen!“ sind die ersten, noch von ungläubiger Freude geprägten Kommentare.

Von Horst vom Hofe

Den ganzen Wahlabend über lässt sich in der ohnehin diesmal sehr überschaubar kleinen Schar örtlicher Parteienvertreter niemand von der FDP sehen. Der Stadtverbandsvorsitzende Matthias Walfort ist auswärts unterwegs im Auto und gibt dann später telefonisch doch noch eine erste, natürlich von großer Enttäuschung geprägte Stellungnahme ab.

Raimo Benger, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft, der mit Familie als einziger nicht direkt Beteiligter die Präsentation der örtlichen und bundesweiten Zahlen interessiert verfolgt, hatte schon kurz vor 18 Uhr jedem die Wette um eine Flasche Rotwein angeboten, „dass die FDP raus und die AfD drin ist“. Ersters war sofort klar, letzteres blieb die letzte offene und überaus spannende Frage.

Schon kurz nach 20 Uhr stand das vorläufige Endergebnis für das Stadtgebiet Meinerzhagen mit 20 Wahllokalen und drei gebildeten Briefwahlbezirken fest. „Alle heute eingesetzten rund 180 Wahlhelfer haben tolle Arbeit geleistet. Das lief bestens!“ freute sich darüber Bürgermeister Erhard Pierlings als örtlicher Wahlleiter. Besonders viel zu tun hatten die drei Briefwahlvorstände, die bereits ab 14 Uhr die bis dahin eingegangenen Briefwahlunterlagen sortierten und zur Auszählung ab 18 Uhr aufbereiteten. 3241 Wählerinnen und Wähler hatten von dieser vorgezogenen Möglichkeit der Stimmabgabe Gebrauch gemacht, „ein absoluter Rekord“, wie Wolfgang Nagl vom Wahlamt bilanzierte. Konsequenz mit Blick auf die Doppelwahl im Mai 2014 mit Europa- und Kreistagswahl: „Wir werden wohl zwei oder drei Briefwahlvorstände mehr einrichten“, so Nagl. Obwohl nahezu jeder Vierte Wahlberechtigte per Brief wählte, war die Wahlbeteiligung in Meinerzhagen mit diesmal 67,9 Prozent wieder eher enttäuschend und lag deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Bei den Erststimmen für die Wahlkreiskandidaten konnte die Kiersperin Petra Crone von der SPD zwar ihr Ergebnis von 2009 um 3,5 Prozent verbessern, lag aber mit 37,1 Prozent insgesamt wieder deutlich hinter dem Lüdenscheider CDU-Mitbewerber Dr. Matthias Heider, der um 5,2 Prozentpunkte auf diesmal satte 47 Prozent zulegen konnte. Deutlich unter dem Bundesergebnis blieb der Meinerzhagener AfD-Wahlkreiskandidat Hasso Simon, der es auf knapp 3 Prozent brachte. Bei den Zweitstimmen für die Parteien holte die AfD aus dem Stand immerhin 4,2 Prozent. Die CDU legte um 8,3 auf 44,3 Prozent deutlich zu. Die SPD verbesserte sich um 4,2 auf 30,5 Prozent. Die FDP büßt dramatisch um 10,8 Prozent auf jetzt nur noch 5,9 Prozent ein, liegt nur noch knapp vor den Grünen (5,41 %) und der Linken mit 4,7 Prozent.

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