Bundesverdienstkreuz für Rolf Puschkarsky

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Rolf Puschkarsky wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Unser Bild zeigt ihn nach der Verleihung mit Ehefrau Ulrike, Landrat Thomas Gemke, der die Verleihung vornahm, und dem stellvertretenden Bürgermeister Volkmar Rüsche.

MEINERZHAGEN - Rolf Puschkarsky wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Das soziale Bürgerzentrum „Mittendrin“ ist sein „Kind“. Er ist unermüdlicher „Motor“ der Awo in Meinerzhagen.

Von Horst vom Hofe

Als langjähriges Ratsmitglied hat er in der Kommunalpolitik deutliche Spuren hinterlassen, vor allem im schulischen und sozialen Bereich. Als Organisator und Teil der Notfallseelsorge hat er Menschen in bedrückenden Situationen Beistand geleistet. Dies und vieles mehr zeichnet Rolf Puschkarsky aus, der für sein beispielhaftes Engagement am Freitag eine hohe Auszeichnung erhielt.

Bundespräsident Joachim Gauck hat dem 61-jährigen Meinerzhagener das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, weil er sich „durch sein langjähriges Engagement überwiegend im sozialen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben hat“, wie es in der Begründung heißt.

Die Übergabe des Verdienstkreuzes wurde im Rahmen einer Feierstunde im Rathaussaal der Stadt Meinerzhagen von Landrat Thomas Gemke vorgenommen. In seiner Laudatio würdigte der Landrat die großen und vielfältigen Verdienste des Volmestädters, der aus der ostwestfälischen Stadt Lage/Lippe stammt und seit 1978 in Meinerzhagen lebt.

Rolf Puschkarsky ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Er ist beruflich als Öffentlichkeitsreferent des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg tätig. Von 1981 bis 2006 war er Vorsitzender des CVJM in Rönsahl und maßgeblich an Aufbau und Erhalt des Vereins beteiligt. Er setzte sich intensiv für die Jugendarbeit ein, rief unter anderem die Kinderbibelwoche ins Leben, die auch heute noch stattfindet.

Im Jahr 2000 trug Puschkarsky maßgeblich zur Gründung der Notfallseelsorge (NFS) im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg bei und war dort bis 2010 auch als Koordinator tätig. In dieser Funktion betreute er das NFS-System, das die kontinuierliche Kontaktpflege zu den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch zu den Institutionen wie Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und Verantwortlichen der Kommune umfasst.

Auch übernahm er häufig Rufbereitschaften und Bereitschaftsdienste. Rolf Puschkarsky ließ sich zum „Fachberater Seelsorge“ ausbilden, um noch intensiver sowohl den Rettungskräften nach belastenden Einsätzen, aber auch betroffenen Menschen in der Akutphase eines Unglücks, Hilfe und Beistand leisten zu können.

Seit 2006 ist Puschkarsky Vorsitzender des Awo-Ortsvereins Meinerzhagen. Mit rund 500 Mitgliedern zählt der Verein in Relation zur Einwohnerzahl Meinerzhagens zu den mitgliederstärksten Awo-Ortsvereinen in Nordrhein-Westfalen. In dieser Funktion ist Puschkarsky maßgeblich an der Umsetzung verschiedener Initiativen für weitere Awo-Einrichtungen, insbesondere für den Heilpädagogischen Kindergarten in Meinerzhagen-Schürfelde, für Kindertageseinrichtungen und die Familienberatungsstelle der Awo beteiligt. Nicht zuletzt ist Puschkarsky Initiator und Motor des Sozialen Bürgerzentrums „Mittendrin“, dessen Gründung er 2007 maßgeblich vorantrieb.

Seit 1987 ist Puschkarsky auch kommunalpolitisch aktiv als Mitglied der SPD-Ratsfraktion Meinerzhagen, war hier zunächst als sachkundiger Bürger tätig. Seit 1992 bis heute ist er Mitglied des Rates und in zahlreichen Ausschüssen aktiv. Er war von 1999 bis 2004 stellvertretender Vorsitzender und von 2004 bis 2009 Vorsitzender des Schulausschusses und prägte die Schullandschaft in Meinerzhagen wesentlich mit.

Sein besonderes Anliegen galt der Verknüpfung der städtischen Schulen unter anderem mit dem Träger des Evangelischen Gymnasiums, der evangelischen Kirche von Westfalen. So gelang es ihm, ein vorbildliches Bildungsangebot mitzugestalten. Als Vorsitzender der Zweckverbandsversammlung der Volkshochschule (VHS) Volmetal setzte er sich seit 2004 vehement für ein Kursangebot für gesellschaftlich Benachteiligte sowie für die Aktion „Bildung stö(h)rt nur“ ein. Bei dieser Aktion ging es darum, Kürzungen im VHS-Bereich zu verhindern, die zu höheren Teilnehmerentgelten geführt hätten. Seit 2005 ist Puschkarsky zudem als Schöffe beim Landgericht Hagen tätig.

Für Rat, Verwaltung und ausdrücklich auch die gesamte Bürgerschaft gratulierte in Vertretung des verhinderten Bürgermeisters Erhard Pierlings Bürgermeister-Stellvertreter Volkmar Rüsche in ebenso herzlichen wie anerkennenden Worten. Rolf Puschkarsky habe sich in beispielhafter Weise im kirchlichen, sozialen und kommunalpolitischen Bereich engagiert und sich dabei genau in der Weise verdient gemacht, wie es der einstige Ordensstifter, Deutschlands erster Bundespräsident Theodor Heuss sich das wohl vorgestellt habe, unterstrich Rüsche vor allem mit Hinweis auf die ganz besondere soziale Kompetenz, die den neuen Ordensträger auszeichne.

Rolf Puschkarsky zeigte sich ebenso dankbar wie berührt von der ihm zuteil gewordenen hohen Auszeichnung. Aufgewachsen in einer typischen Arbeiterfamilie, habe er früh erkannt, dass ihn die praktische Arbeit für und mit Menschen reize. All das, was ihm heute auch in rein numerischer Aufzählung als Verdienst angerechnet werde, sei immer auch dem Mitwirken vieler anderer Menschen zu danken gewesen. Darin schloss Puschkarsky ganz besonders auch seine Ehefrau Ulrike und Sohn Timo ein.

„Ich bin dankbar für die Möglichkeiten des Engagements, die sich mir hier in Meinerzhagen und darüber hinaus geboten haben. Ich bin dankbar für die Menschen, die sich mit mir darauf eingelassen haben, etwas zu gestalten.“

Und zum Schluss noch der Appell: „Sie alle haben die Möglichkeit, Menschen zu befähigen, sich zu engagieren. Hören Sie nicht auf, dies zu tun, damit es in unserem Land noch besser und lebenswerter wird.“

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