Michaela Diller vom BUND warnt vor "Hochwasser-Problem"

+
Michaela Diller vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht zwei Probleme: die Anschüttung am rechten Rand der Fläche in Volme-Nähe und die geplante Versiegelung des Bereiches.

Meinerzhagen - Michaela Diller ist keine Träumerin. Die Meinerzhagenerin weiß, dass auf dem etwa 3600 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Bergstraße/Immecker Straße bald eine Halle gebaut wird.

Auf der Fläche in unmittelbarer Nähe zur Volme expandiert das Meinerzhagener Autohaus. Und dennoch warnt die Vorsitzende des BUND-Ortsvereins Meinerzhagen vor der Realisierung dieses Projektes. 

Rechtlich, das ist der heimischen Umweltschützerin bewusst, gibt es an dem Bauvorhaben nichts auszusetzen. „Das zu betonen, ist mir auch wichtig. Baurecht wird nicht verletzt, von daher ist alles im grünen Bereich“, sagt die 75-Jährige, die auch Mitglied des Landschaftsbeirates im Märkischen Kreis ist. Diller geht es allerdings um die 3600 Quadratmeter große Fläche, die dann nicht mehr als Überflutungsgebiet der Volme zur Verfügung stehe. Dabei hat sie vor allen Dingen zwei Aspekte im Visier: „Zum einen die hohe Anschüttung an der Seite von ATU, zum anderen die Flächenversiegelung, die durch die Asphaltierung des Bereiches entsteht. Das widerspricht dem Hochwasserschutz“, findet sie. Und sie mahnt: „Fehler, die hier gemacht werden, haben Auswirkungen. Diese Volmeaue ist ein wichtiger Regulator bei Hochwasser, der dann wegfallen wird.“ 

Die Rechnung, da ist sich Michaela Diller sicher, werden die Volme-Anlieger „weiter unten“ zahlen: „Der Lidl- und auch der Hit-Markt wurden in der Vergangenheit bereits überschwemmt und Hochwasser gab es auch im Bereich Bahnhofstraße/Volmestraße und auf dem Stadthallen-Platz.“ Dass sich das wiederholen könnte, wenn ein weiteres „Überschwemmungsgebiet“ wegfalle, stehe zu befürchten, sagt Michaela Diller. 

Mit dem Hinweis auf das in ihren Augen in Sachen Hochwasserschutz kontraproduktive Projekt an der Ecke Bergstraße/Immecker Straße möchte die BUND-Funktionärin die Öffentlichkeit für die Problematik sensibilisieren. „Wir haben im Meinerzhagener Bereich bereits 13 Verrohrungen der Volme, gezählt von ihrer Quelle bis zum Ortsausgang. Eigentlich lauten die Stichworte in diesem Zusammenhang ,Rückbau’ und ,Renaturierung’. Dazu würden wir natürlich die entsprechenden Programme benötigen“, findet Diller, die hinzufügt: „In diesem Fall bricht allerdings niemand das Recht. Ich betone auch, dass ich deshalb weder dem Autohaus als Investor noch der Stadt einen Vorwurf mache. Ich habe auch Respekt vor unserer Stadtverwaltung. Dort arbeiten Fachleute, die politische Beschlüsse umsetzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare