Cyber-Mobbing Thema an Sekundarschule

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Susanne Bisterfeld von der Awo-Familienberatungsstelle informierte jetzt auch erstmals Klassen der Sekundarschule über Cybermobbing und die Jugend-Onlineberatung find-yourway.

Meinerzhagen - Jeder zweite Teenager ist bereits über Internet oder Handy belästigt worden – und jeder vierte Betroffene hat niemandem davon erzählt.

Was für Auswirkungen Cybermobbing, das systematische Belästigen, Bloßstellen, Bedrohen, Fertigmachen und absichtliche Ausgrenzen im virtuellen Raum haben und was man dagegen tun kann, erfuhren am Mittwoch und Donnerstag die vier sechsten Klassen der Sekundarschule in einem Seminar mit den Mitarbeitern der Awo-Familienberatungsstelle Susanne Bisterfeld und Jochen Becker. Es war das erste Mal, dass ein solches Seminar, das an anderen Schulen bereits regelmäßig stattfindet, auf dem Stundenplan stand.

Zunächst wurden Begriffe wie Mobbing oder Bullying – jegliche Form wiederholter verbaler, psychischer oder körperlicher Belästigung –, Stalking – jemanden beharrlich verfolgen –, Grooming – die Anbahnung sexueller Kontakte – oder Happy Slapping – das Filmen und Verbreiten von Übergriffen – erklärt.

Das Besondere am Cybermobbing ist, dass sich verletzende Inhalte sehr schnell im Internet verbreiten und nur schwer wieder zu entfernen sind. Der Eingriff in die Privatsphäre kann jederzeit erfolgen, und die Täter, meist Personen aus dem persönlichen Umfeld, verstecken sich hinter der scheinbaren Anonymität des Netzes. Doch sie können ermittelt werden, und Mobbing ist eine strafbare Handlung, für die sie oder ihre Eltern zur Verantwortung gezogen werden können.

Ein Film zeigte eindrucksvoll die Gefühle Betroffener. Sie sollen auf Belästigungen allerdings nicht reagieren, denn dadurch würden sie möglicherweise noch schlimmer.

Stattdessen sollten sie Beweise, sprich Kopien, sammeln und sich Erwachsenen oder Freunden, denen sie vertrauen, anvertrauen und die Behörden informieren. Wem das schwer fällt oder wer keinen Ansprechpartner hat, kann sich auch anonym an die Jugend-Onlineberatung der Awo-Familienberatungsstelle (www.find-yourway.de) wenden, die beim Seminar ebenfalls vorgestellt wurde. Auch wer mitbekommt, dass jemand belästigt wird, sollte nicht wegschauen, sondern dem Opfer helfen und den Vorfall melden. Zum Schutz der eigenen Privatsphäre rieten die Berater zur Vorsicht bei Angaben, die im Internet gemacht werden, beim Umgang mit persönlichen Daten, vor allem mit Zugangsdaten, und Fotos. Außerdem sollten sich Jugendliche über ihre Rechte informieren. - luka

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