Bulle „Urmel“ ist ein echter Valberter Junge

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Auf Zuruf stürmen die Rinder herbei und werden von ihrem Besitzer Rasmus Berghaus am Weidezaun begrüßt. Seit acht Jahren bewirtschaftet der gelernte Bäckermeister nun seinen Saalberghof. ▪

VALBERT ▪ „Urmel“ ist ein echter Valberter Junge vom Stamme Ur. Als Deckbulle in einer kleinen Gruppe von drei Kühen und vier Kälbern tut er das, was man von ihm erwartet: Zusammen mit einem Kollegen in einer weiteren Herde sichert er hier den Fortbestand des „Roten Höhenviehs“ und zudem noch die nachhaltige Produktion von „gut marmoriertem, feinfaserigem und geschmackvollem Rindfleisch in bester Bio-Qualität“, wie Rasmus Berghaus hervorhebt.

Der Besitzer von 51 Wiederkäuern dieser Rasse sowie zwei „Pinzgauern“, die ebenfalls zu den alten Landrassen zählen, ist Bauer aus Passion. „Die wird in unserer Familie nachweislich schon seit 400 Jahren in Generationenfolge weitergegeben“, sieht er sich in der erdverbundenen Tradition seiner Vorfahren.

Seit acht Jahren wird auf dem „Saalberghof“ biologische Landwirtschaft betrieben. Deren strengen und kontrollierten Vorgaben entspricht auch die Haltung einer Hundertschaft Legehennen für die Eierproduktion.

Die Viehhaltung wurde inzwischen zur Vervollständigung des Angebotes um Schweine, Gänse, Enten, Brathähnchen und Puten erweitert. „Diese Tiere werden auf dem Zweithof „Ihnestraße“ und im Freiland naturnah gehalten“, verweist Berghaus auf das gute Leben der Fleischproduzenten. Die kommen nämlich auch noch in den Genuss aller nicht mehr frischen Waren aus der Dorfbäckerei. „Es gibt keine Mastbeschleuniger oder irgendwelche Zusätze im Futter; das gesunde, langsame Wachstum garantiert hochwertiges Fleisch, das aber nicht mit Biosiegel verkauft werden kann“, unterstreicht Rasmus Berghaus, dass er auch hier seiner Linie treu bleibt. Das Futtergetreide für die Tiere in Biohaltung wächst auf etwa acht Hektar eigener Ackerfläche. Abgesehen von den Gänsen, die als Saisongeflügel erst ab Ende Oktober reif sind für den Bratentopf, erfolgen die Schlachtungen durch einen Metzger ganzjährig, bedarfsorientiert und auf Vorbestellung.

Berghaus' erfolgreiche Erzeuger-Philosophie hat dem Betrieb schon hohe Auszeichnungen eingebracht, denn sie bezieht Naturschutz und Kulturlandschaftspflege mit ein. „30 Hektar und damit knapp die Hälfte des von unseren Wiederkäuern genutzten Grünlandes sind Naturschutzflächen. Zuletzt konnten wir uns in 2009 in einem von den Landwirtschaftsministerien NRW und Niedersachen ausgeschriebenen Wettbewerb als beispielhafter Betrieb für die Kooperation Bäckerei-Landwirtschaft-Bioladen platzieren“, sagt der Bauer im Nebenberuf mit berechtigtem Stolz.

Den Clou der Ideenpalette präsentiert Berghaus aktuell am kommenden Samstag auf dem Denkmalplatz. Da steigt der „Valberter Kartoffeltag“, bei dem sich von 10 bis 18 Uhr alles um die tollen Knollen dreht. Die in diesem Jahr erstmals auf einem Hektar Ackerfläche angebaute, ebenso beliebte wie rare Sorte „Linda“ wird erntefrisch vom Feld geholt und vom Karren weg verkauft. Knackfrische Gemüse und besondere Käsesorten ergänzen das Angebot. Knusprige Reibeplätzchen locken und eine Spezialität: Holzofenkartoffelbrot.

Erna Schmidt

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