Bürgermeisterkandidaten werben im Internet für sich

Meinerzhagen - Ja, es gibt ihn noch, den guten, alten Straßenwahlkampf. Kandidaten ziehen von Tür zu Tür oder bieten den Passanten in der Fußgängerzone Wahlgeschenke, Faltblätter oder Luftballons. Doch daneben hat sich ein weiteres Werkzeug der Eigenpräsentation etabliert: die Internetseite. Von der machen auch die vier Meinerzhagener Bürgermeisterkandidaten Gebrauch. Die MZ schaute sich die Auftritte genauer an. Eine Analyse. 

Von Frank Zacharias

Von sachlich-nüchtern bis multimedial präsentieren sich der von CDU und SPD unterstützte Kandidat Jan Nesselrath, der FDP-Mann Kai Krause sowie die parteilosen Bewerber Iris Laufer und Michael Deppe. Dabei haben sämtliche Internetseiten eines gemeinsam: Sie bieten Einblicke in das Wahlprogramm und die Ziele des jeweiligen Kandidaten. Die Aufbereitung der Informationen fällt jedoch recht unterschiedlich aus. So verzichten sowohl Jan Nesselrath und Iris Laufer als auch Michael Deppe auf ihren Homepages auf multimediale Angebote. Der Fließtext – manchmal immerhin durch Zwischentitel aufgelockert oder besonders gegliedert – muss bei ihnen genügen. Dass zwingt den Besucher zur genauen Lektüre, der flüchtige Blick genügt nicht.

Die Fülle der angesprochenen Themen reicht von sparsam (Laufer) bis besonders umfangreich (Krause): Der FDP-Kandidat unterteilt seine Hauptanliegen in sechs Unterpunkte, gliedert sogar seine persönliche Vorstellung in den politischen und privaten Bereich. Und: Kai Krauses Homepage wird regelmäßig aktualisiert (Wahlkampfticker). Dass mag beizeiten selbstdarstellerisch wirken, wird aber dem Anspruch der Internetsurfer gerecht: auf einer abwechlsungsreichen, weil stets aktualisierten Seite mit einem Klick die gewünschten Informationen zu finden.

Wer bewegte Bilder bevorzugt, wird ebenfalls auf der Seite von Kai Krause fündig: Bis Mittwoch fand der Besucher fünf selbst gedrehte Beiträge, die einige Schwerpunkte des 30-jährigen Kandidaten abbilden sollen. Heutzutage obligatorisch ist die Verbindung zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Diese Verlinkung gelingt jedoch lediglich Jan Nesselrath und Kai Krause. Iris Laufer und Michael Deppe haben keine entsprechenden Verweise auf ihren Internetseiten platziert – obwohl zumindest Deppe auf Facebook vertreten ist.

Mit Blick auf das allgemeine Erscheinungsbild fallen insbesondere die großformatigen Fotos auf den Seiten von Jan Nesselrath und Iris Laufer auf, die den Rahmen der Präsenzen bilden. Noch intensiver auf die Wirkung der Bilder setzen allerdings die Mitbewerber Kai Krause und Michael Deppe, letzterer stellt sich in Form einer Dia-Schau vor.

Fazit: Die Notwendigkeit einer eigenen Internetseite haben alle vier Bürgermeisterkandidaten erkannt, die Realisierung unterscheidet sich jedoch erheblich. Die Seite von Jan Nesselrath ist grafisch überzeugend, aufgeräumt und informativ, zugleich aber starr und angesichts langer Texte erschöpfend. Michael Deppes Seite überzeugt mit übersichtlich aufgelisteten Thesen und Themen und bietet mehr gegliederte Inhalte, während sich Iris Laufer auf ihrer Präsenz in Zurückhaltung übt. Den umfangreichsten und attraktivsten Auftritt zeigt Kai Krause, der auf Aktualität und Interaktivität setzt.

Fest steht aber auch: Letzlich entscheidet nicht eine Homepage über den Sieger. Wer Näheres zu den Zielen der Kandidaten erfahren will, findet auf jeder Seite die entsprechenden Kontaktdaten – nicht nur Mail-Adressen, sondern, ganz „altmodisch“, auch Adressen und Telefonnummern. Es muss ja nicht immer nur digital kommuniziert werden.

www.jan-nesselrath.de

www.weilereskann.de

www.iris-laufer.de

www.waehle-deppe.de

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