Pierlings übt Kritik am „Online-Check“

Erhard Pierlings wies in der Ratssitzung auf das Online-Angebot www.mängelmelder.de hin. - Screenshot

Meinerzhagen - Für Aufsehen sorgte in den vergangenen Wochen der „Online-Check“ der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, bei dem der Internetauftritt der Stadt Meinerzhagen unterdurchschnittlich abgeschnitten hat. Im Rahmen der Ratssitzung beantwortete der erste Beigeordnete Frank Maatz die Anfrage der heimischen Grünen, wie die Homepage attraktiver und aktueller gestaltet werden könnte.

Von Frank Zacharias

Dabei erinnerte Maatz an den Beschluss des Rates aus dem Vorjahr, für die Modernisierung des Auftritts 20 000 Euro bereitzustellen. „Wir haben die Absicht, im Herbst dieses Jahres damit zu beginnen. Im Frühjahr oder Sommer 2015 soll die Seite dann fertiggestellt sein“, kündigte der Beigeordnete an. Zugleich wies er jedoch auf die Notwendigkeit externer Dienstleister hin, da die städtische Verwaltung nicht über ausreichende personelle Ressourcen zum Aufbau und zur Pflege der Seite verfüge. „Größere Städte beschäftigen dafür eigene so genannte Content-Manager, wir können das aber nicht leisten.“

Heftige Kritik an dem „Online-Check“ übte Bürgermeister Erhard Pierlings. Er hinterfragte den Vergleich von Homepages der 390 Kommunen in Nordrhein-Westfalen, da die zugrunde gelegten Maßstäbe nicht vergleichbar seien. „Sechs Punkte hätten wir bekommen, wenn wir die Wahl des Wunschkennzeichens fürs Auto auf der Seite hätten. Wir haben aber, anders als größere Städte, gar keine Zulassungsstelle“, nannte Pierlings ein Beispiel der seiner Meinung nach ungerechtfertigten Kritik an der Homepage, die er als „sehr ordentlich“ bezeichnete.

Dass die Stadt Wiehl im „Online-Check“ außerdem als Positivbeispiel für die Integration von Bürgerwünschen genannt wird, wollte Pierlings ebenfalls nicht so stehen lassen. In persönlichen Gesprächen mit dem dortigen Bürgermeister habe er erfahren, dass die Resonanz auf den Online-Beschwerdebogen anfangs zwar groß gewesen sei, von diesem aber vor allem „stadtbekannte Personen“ Gebrauch gemacht hätten, die auch in anderer Form immer wieder mit Beschwerden aufgefallen seien.

Erhard Pierlings wies in diesem Zusammenhang auf das Online-Angebot www.mängelmelder.de hin, bei dem die Bürger ebenfalls auf Missstände aufmerksam machen können. Die dort geäußerten Beschwerden sollen an die betroffene Kommune weitergeleitet werden. „Sobald dies geschieht, würden wir natürlich auch handeln“, so Pierlings. Die Resonanz auf dieses, bundesweit prämierte Angebot, stößt aber in Meinerzhagen offenbar auf Skepsis: Gestern war keine einzige Beschwerde aus dem Stadtgebiet dort zu finden. Der nächste „Mangel“ war an der Werkshagener Straße in Kierspe zu finden, wo illegal Müll abgeladen wurde.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare