Bürgerkegelklub Einigkeit wird 100 Jahre alt

Die Mitglieder des Kegelklubs „Einigkeit“ im Jubiläumsjahr 2010. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Am 13. Oktober konnte der Bürgerkegelklub Einigkeit auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Werfen wir zunächst einen Blick zurück auf das Gründungsjahr 1910.

Der Karlsruher Fußballverein wurde Deutscher Fußballmeister gegen Holstein Kiel.

Eine Volkszählung ergab, dass im Deutschen Reich 64 896 881 Menschen lebten, 4 255 392 mehr als 1905.

Kaiser Wilhelm II. weihte das neue Schloss in Posen ein und erklärte die Stadt zur Residenzstadt.

Der Volksschullehrer Richard Schirrmann gründete das deutsche Jugendherbergswerk.

Kaiser Wilhelm II. fuhr zum Staatsbesuch bei Kaiser Franz Joseph nach Österreich.

Vier Jahre vor dem Ersten Weltkrieg gab das Berliner Finanzministerium für das Deutsche Reich einen Schuldenstand von 4,9 Milliarden Mark bekannt.

Meinerzhagen hatte 1910 mit den umliegenden Bauernschaften 3228 Einwohner und 494 Häuser.

Auf der Kegelbahn in der Gaststätte „Grüne“ (heute Gasthof Theile) war auch der schon 1902 gegründete Bürgerkegelklub etabliert. Dieser hatte 1908 bereits 28 Mitglieder. Im Juni 1910 gab es allerdings einen handfesten Streit wegen der Kosten für Licht und Heizung. Der Kegelwirt Ewald Theile – selbst Mitglied im Bürgerkegelklub – kündigte dem Klub das Lokal und trat mit mehreren weiteren Mitgliedern aus dem Verein aus.

Im Oktober gründeten 14 honorige Meinerzhagener Bürger den „Bürgerkegelklub Eintracht“. Unter den 14 Gründern befanden sich fünf ehemalige Mitglieder des Bürgerkegelklubs von 1902 und auch der Kegelwirt Ewald Theile, welcher wohl auch der Initiator der Neugründung war. Den Klubnamen „Eintracht“ – später „Einigkeit“ – wählte man vermutlich als Mahnung im Rückblick auf die Streitigkeiten im Bürgerkegelklub.

Die Statuten wurden am 13. Oktober beim Amt Meinerzhagen eingereicht (dieses Datum gilt dann offiziell auch als Klubgründungsdatum).

Am 15. Oktober mussten fünf Mark Gebühren bei dem königlich-preußischen Zollamt Meinerzhagen bezahlt werden. Die Satzungsgenehmigung erfolgte am 20. Oktober 1910 unter der Bedingung, dass politische und religiöse Zwecke nicht verfolgt werden dürfen, durch die Polizeiverwaltung Meinerzhagen, von Graf Haßlingen.

Am 14. Dezember 1927 wurde der Klubname geändert. Aus dem Bürgerkegelklub „Eintracht“ wurde, wie weiter oben schon erwähnt, der Bürgerkegelklub „Einigkeit“.

72 Jahre später war die Mitgliederzahl 1999 alters- und krankheitsbedingt stark gesunken, so dass man in der außerordentlichen Generalversammlung am 6. Oktober 1999 beschloss, nur noch alle 14 Tage zu kegeln und die Ehefrauen mit in den Kegelklub aufzunehmen. Aus dem fast 90-jährigen Männerklub wurde ein gemischter Klub. „Diese Entscheidung hat sich optimal bewährt“, ist man sich im Klub einig.

Am 18. Oktober 2000 feierte man gemeinsam das 90-jährige Klubjubiläum auf der Theile-Kegelbahn.

Weitere neun Jahre später wurde am 17. Februar 2009 das aktive Kegeln aus gesundheitlichen Gründen von den Mitgliedern ausgesetzt. Es wird schwer, wieder in Gang zu kommen. Aber: Einmal im Monat treffen sich Mitglieder zum Plausch über dies und das.

Im Oktober 2010 heißt es schließlich: 100 Jahre Bürgerkegelklub „Einigkeit“. Die Mitglieder sind heute: Helga Berndt, Kurt Berndt, Angelika Graf, Michael Graf, Dieter Hinz, Hannelore Hinz, Annegret Höhnke, Helmut Höhnke, Hans-Rüdiger Magdsick, Dagmar Pyka.

Der Vorstand besteht aus: Helmut Höhnke, Vorsitzender; Annegret Höhnke, Kassiererin; Dieter Hinz, Schriftführer.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare