Bürger-Protest hat Erfolg: Lärmschutz auf der A 45

Der Autobahnlärm soll sich durch den neuen Belag deutlich verringern.

MEINERZHAGEN ▪ Der Lärmschutz auf der Bundesautobahn 45 soll bei Meinerzhagen endlich verbessert werden.

Das teilte das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr jetzt mit.

Die Autobahn erhält einen lärmreduzierenden Belag“, erläuterte Horst Becker, Parlamentarischer Staatssekretär für Verkehr, am Mittwoch in Düsseldorf. „Hier wird ein neuartiger so genannter Dünnschichtbelag eingesetzt. Er lässt sich auch an bestehenden Strecken kurzfristig aufbringen. Mit dieser innovativen Bauweise wollen wir erreichen, dass sich die Lärmsituation für die Anwohner deutlich verbessert. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen, sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen“, sagte Becker.

Die alte Gussasphaltdecke der A 45 im Raum Meinerzhagen wurde 2009 aufgrund erheblicher Schäden saniert. „Da nach den maßgeblichen Kriterien der Lärmsanierung keine Möglichkeit bestand, dabei aktive Lärmschutzmaßnahmen umzusetzen, wurde die Fahrbahndecke wieder aus Gussasphalt erstellt“, heißt es aus Düsseldorf.

Aufgrund von Anwohnerbeschwerden über die Lärmbelastungen wurde im Herbst 2011 versucht, die lärmtechnischen Eigenschaften des Straßenbelags im Bereich der Talbrücke Immecke und in dem Abschnitt davor – aus Richtung Lüdenscheid betrachtet – mittels Feinfräsung zu verbessern (wir berichteten). Anschließende Messungen haben jedoch gezeigt, dass sich der Lärmpegel nicht wie gewünscht reduzieren ließ. „Der jetzt vorgesehene Dünnschichtbelag soll für eine wirkliche Verbesserung der Geräuschentwicklung um bis zu vier Dezibel (A) weniger sorgen“, verlautete aus Düsseldorf weiter.

Annette Beaupin ist Anwohnerin der Mozartstraße. Sie war es, die in den vergangenen Monaten immer wieder auf die Lärmbelastung aufmerksam gemacht hatte und die sogar eine Unterschriftenaktion startete. Die Nachricht von der geplanten „Vollsanierung“ erfuhr sie heute von der MZ. „Das ist der Hammer. Da fängt das neue Jahr ja wirklich wundervoll an“, freute sie sich.

Rückblickend hat sich das Engagement der Bürger aus dem Wohngebiet Korbecke damit gelohnt, die „Maximallösung“ wird nun umgesetzt. „Bis dahin haben wir wirklich eine Menge Arbeit geleistet, bei der wir aber auch große Unterstützung erfahren haben. Ich danke in diesem Zusammenhang auch Petra Crone von der SPD und Volkmar Rüsche von der CDU. Die haben sich ebenso für uns eingesetzt wie die Stadtverwaltung Meinerzhagen und die MZ“, freut sich Annette Beaupin. Und im eigenen Wohngebiet habe man eh offene Türen eingerannt: „Innerhalb von zwei Wochen ist es uns damals gelungen, etwa 300 Unterschriften zu sammeln“, blickt die Volmestädterin absolut zufrieden zurück.

Eine Redizierung des Lärmes um vier Dezibel findet sie „wirklich toll“: „Das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass eine Senkung um fünf Prozent etwa die Halbierung des augenblicklichen Lärmpegels bedeuten würde.“ ▪ beil

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