Bündnis stellt Studienergebnisse vor

S-Bahn-Verkehr bis Meinerzhagen?

S-Bahn-Durchfahrt durch die Haltestelle Duktherath
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Durchfahrt durch die Haltestelle Dukterath: Wenn es nach dem Bündnis Oberbergische Bahn geht, soll die S-Bahn künftig auch bis Gummersbach oder sogar Marienheide fahren. Selbst ein Ausbau nach Meinerzhagen könne geprüft werden.

Kann auch Meinerzhagen von einer neuen Form der Bahn-Anbindung nach Köln profitieren? Diese Frage steht im Raum, nachdem das Bündnis Oberbergische Bahn in der vergangenen Woche die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt hat. Demnach soll nicht nur der S-Bahn-Betrieb von Kall in der Eifel bis nach Gummersbach oder Marienheide, sondern auch bis nach Meinerzhagen geprüft werden.

Meinerzhagen - Im Beisein von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst stellte das Bündnis noch zwei Modelle zur engeren Auswahl: In beiden soll die Oberbergische Bahn nach erfolgtem Streckenausbau zum Großteil in eine S-Bahn-Linie umgewandelt werden. Der sogenannte „Planfall 6 a“ sieht einen 20-Minuten-S-Bahn-Takt von Kall über Köln bis Gummersbach sowie einen RegionalBahn (RB)-Pendelbetrieb pro Stunde zwischen Gummersbach und Lüdenscheid vor.

Der „Planfall 6 d“ würde ergänzend zwei S-Bahn-Verbindungen bis Marienheide pro Stunde hinzunehmen. Und: Auch eine mögliche Weiterführung bis nach Meinerzhagen soll demnach geprüft werden – ist aber nur in der gemeinsamen Presseerklärung ein Thema. In der Studie selbst heißt es: „Im Gebiet des Märkischen Kreises entsteht kein Ausbaubedarf.“

SPD-Abgeordneter pocht auf Sicherstellung der Anbindung nach Lüdenscheid

„Wir wollen die Kapazität auf der Strecke im Sinne der Fahrgäste steigern und gleichzeitig den Eingriff in die Umwelt so gering wie möglich halten“, erläuterte Bernd Köppel, Leiter Infrastrukturprojekte West bei der DB Netz AG. Voraussetzung für den S-Bahn-Ausbau der Oberbergischen Bahn ist auch der Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke und der Westspange auf Kölner Stadtgebiet. Allerdings gibt es durchaus schon mahnende Stimmen aus dem Märkischen Kreis. So fordert der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas, unabhängig von jeglichen Planungen im Oberbergischen Kreis, die durchgehende Anbindung der RB25 nach Lüdenscheid auf jeden Fall sicherzustellen.

„Mit der Machbarkeitsstudie hat das Bündnis Oberbergische Bahn die Weichen für eine Elektrifizierung der Strecke gestellt“, lobt Dudas einerseits das Konzept. Er sagt aber auch: „So sehr auch die Planungen zu einer Elektrifizierung eines großen Teils der Strecke zu begrüßen sind, bleibt festzuhalten, dass im Ergebnis keinesfalls eine Verschlechterung der Anbindung bis zu uns im Märkischen Kreis erfolgen darf. Eine durchgehende Anbindung über Meinerzhagen, Kierspe, Halver-Oberbrügge und Lüdenscheid-Brügge bis nach Lüdenscheid muss auch in Zukunft sichergestellt sein“, so Dudas.

Denn eine gute und verlässliche Verbindung in Richtung Rheinland über den Oberbergischen Kreis und den Rheinisch-Bergischen Kreis bis nach Köln sei ein wichtiger Baustein für die Anbindung der ganzen Region, „zumal der Lückenschluss bis Brügge erst vor wenigen Jahren erfolgt ist“. Sowohl für Berufspendler als auch Studierende an der Fachhhochschule und zahlreiche andere Bahnfahrende müsse eine Bahnanbindung mit dem Schienen-Personennahverkehr eine Alternative zum Auto darstellen können.

Dudas: „Es darf zu keiner Verschlechterung kommen“

Dudas: „Damit würden nicht nur die aufgrund unserer Topografie reparaturanfälligen Straßen entlastet werden, vielmehr ist dies auch immer ein wichtiger Schritt zu klimafreundlicher Mobilität. Daher muss bei jeder Planung zur Zukunft der RB 25 feststehen, dass es zu keiner Verschlechterung für die Anbindung unserer Region kommt und die ökologischen Zukunftsperspektiven auch mit Blick auf künftige Antriebstechnologien berücksichtigt werden.“

Auch NWL-Geschäftsführer Joachim Künzel hatte bereits im Rahmen der Vorstellung der Machbarkeitsstudie betont, dass die Oberbergische Bahn ein wichtiger Baustein für die schnelle Anbindung des südwestfälischen Raums an den Ballungsraum Köln sein könne. Der NWL habe die Erstellung der Studie daher sehr gerne unterstützt.

Die „Planfälle“

Planfall 6 a
. 20-Minuten-S-Bahn-Takt bis Gummersbach
. Eine RB-Verbindung Gummersbach – Lüdenscheid pro Stunde
. Neun Minuten Umsteigezeit in Gummersbach

Planfall 6 d:
. 20-Minuten-S-Bahn-Takt bis Gummersbach
. Zwei S-Bahn-Verbindungen pro Stunde bis Marienheide
. Eine RB-Verbindung Gummersbach – Lüdenscheid pro Stunde
. Neun Minuten Umsteigezeit in Gummersbach

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