Ein buddhistisches Zentrum für Sellenrade

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Umbaupläne: Noch ist der Hof Betriebssitz für das Forstunternehmen des Eigentümers.

Meinerzhagen – Entsteht ein buddistisches Zentrum in Sellenrade? Können Antragsteller der Bauvoranfrage die erforderlichen Nachweise und Berechnungen erbringen, um einen Umbau des alten Gehöftes zu ermöglichen? Welcher Umfang der Nutzung ist für die Dorfgemeinschaft zumutbar?

Um all das ging es am Mittwoch im Bau- und Vergabeausschuss. Zahlreiche Dorfbewohner trugen ihre Sorgen vor. Es war der 18. Dezember 2018, als der Bau- und Vergabeausschuss eigentlich eine Routineentscheidung traf. Die Mitglieder des Gremiums stellten einstimmig das sogenannte Einvernehmen her. Im Kern ging es um eine Bauvoranfrage des Diamantweg-Buddhismus der Karma Kagyü Linie. Diese Organisation betreibt nach eigenen Angaben in Deutschland 143 Zentren und möchte eine weitere Einrichtung in Sellenrade erstellen.

In einem alten Bauernhof aus dem Jahr 1799 und dessen Nebengebäuden sollen demnach Möglichkeiten zum Wohnen und für die Verbreitung der buddhistischen Lehre geschaffen werden. Wegen noch offener Fragen – besonders im Hinblick auf die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung, aber auch die Verkehrsbelastung – nahm man den Antrag im Frühjahr zunächst zurück.

„Wir haben nunmehr die erforderlichen Berechnungen angestellt, die Fakten aufgelistet und Lösungsansätze ausgearbeitet“, sagte Architekt Olaf Holbeck aus Hagen auf Anfrage. Seine Schlussfolgerung daraus: „Eine neue Bauvoranfrage wird in Kürze erstellt“. Während er dabei zuversichtlich ist, die Angelegenheit im Sinne seiner Auftraggeber positiv beenden zu können, regt sich im Dorf mehr und mehr Unmut. Das war am Mittwoch im Fachausschuss zu spüren.

Dort trug man die Befürchtungen und erwarteten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den Planungen vor. Herausragend war dabei die Wasserversorgung. Hier befürchtet man nicht ausreichende Kapazitäten. Und auch der zu erwartende Verkehr wird von den Sellenradern kritisch betrachtet. „Wenn da rund 20 Mal im Jahr Gruppen von bis zu 200 Personen kommen, wäre das zu viel“, war die gleichlautende Aussage. Olaf Holbeck rückte diese Äußerung als unbegründet zurecht. „Wir gehen von bis zu zehn Bewohnern und etwa drei Veranstaltungen im Jahr aus. Zu denen könnte in der Spitze die Zahl 200 erreicht werden.“ Dabei betont er, dass im Genehmigungsverfahren ohnehin der „Spitzenwert“ angenommen werde und dieser dann als Maßstab für die erforderlich Anforderungen und Maßnahmen für eine Genehmigung diene.

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