„Buckelpisten“ sorgen für Unmut

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Schlaglöcher von beeindruckenden Ausmaßen „zieren“ auch die Birkeshöhstraße.

MEINERZHAGEN ▪ Das  Auto hält an, die Frau am Steuer kurbelt die Scheibe herunter. „Sie fotografieren an der falschen Stelle.“ Die Anwohnerin der Birkeshöhstraße kennt sich in Sachen „Schlaglöcher“ gut aus. Muss sie auch, wenn sie größere Schäden an ihrem Auto vermeiden will. Und einen Hinweis auf das „Monster-Loch“ hat sie auch: „Vor dem Haus Nummer drei.

Wenn man das nicht kennt und nachts da rein fährt – eine Katastrophe.“

Ähnliche Reaktionen ruft das Erscheinen des MZ-Fotografen auch an der Bodelschwinghstraße hervor. Immerhin kann eine Anwohnerin der Buckelpiste hier sogar etwas Positives abgewinnen: „Wenn man kleine Kinder hat die zur Schule gehen, freut man sich, dass die Autofahrer wegen der vielen Schlaglöcher langsamer unterwegs sind.“

„Wir haben noch keinen Überblick. Aber die erheblichen Schäden waren zu erwarten.“ Für Baudezernent Gerd Schriever kommen die Schlaglöcher auf den städtischen Straßen, die sich nach dem Tauwetter vielerorts offenbaren, nicht überraschend. Auch das Ausmaß der Schäden war für ihn zu erwarten.

„Das liegt nicht nur am derzeitigen Winter, es liegt auch an den nicht normgerechten Straßen, die wir im Stadtgebiet haben“, weiß Schriever. Normalerweise ist ein so genannter frostsicherer Straßenaufbau zwischen 60 und 70 Zentimeter dick. „In Meinerzhagen haben wir teilweise aber nur eine Stärke etwa 30 Zentimetern“, erläutert Schriever.

Und was ist zu tun? „Mit einer neuen Verschleißschicht ist das nicht zu stoppen. Wir müssen die betreffenden alten Straßen im Stadtgebiet kontinuierlich neu aufbauen. Dazu entwickelte die Verwaltung ein Programm, das wir schon seit Jahren abarbeiten“, schildert Schriever die Bemühungen der Kommune, die Verkehrssicherheit zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen. Immerhin: So schlimm, dass Tempolimits eingerichtet wurden, steht es um die städtischen Straßen wohl noch nicht – anders als bei vielen Land- und Bundesstraßen.

Exemplarisch für verschlissene Fahrbahnen nannte Schriever heute die Bodelschwinghstraße, die Breslauer Straße, die Ahornstraße und die Birkeshöhstraße. Zur Sanierung der letztgenannten Schlaglochpiste wurden Landesmittel beantragt, hier soll im Zuge der Baumaßnahmen auch gleich der Abwasserkanal vergrößert werden.

Flicken ist zwar kein Allheilmittel und erst recht keine Dauerlösung, wo sich die schlimmsten Schlaglöcher auftun, greifen aber auch die Frauen und Männer des städtischen Baubetriebshofes zu Schaufel und Kaltmischgut. Damit lassen sich auch im Winter Löcher „stopfen“. Aber die Reparatur ist nichts für die Ewigkeit, im Sommer muss mit Heißmischgut nachgebessert werden. Und außerdem ist Kaltmischgut teuer – erst recht, wenn in Zeiten wie diesen die Nachfrage steigt.

Zurzeit wird in Meinerzhagen außerdem geprüft, ob eine jüngst in Lüdenscheid praktizierte Methode auch in der Volmestadt angewendet werden kann. Bei diesem Verfahren wird das Mischgut erhitzt, das dann in alle Ritzen läuft und angeblich besser im Schlagloch haftet als Kaltmischgut. ▪ beil

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