Dringend gesucht: Kleine Maränen

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Ulla Vilkman hofft auf Hilfe: Sie sucht eine „Bezugsquelle“ für Kleine Maränen.

Meinerzhagen - Nach ihrer Lieblingsspeise gefragt, zögert Ulla Vilkman keine Sekunde: „Kalakukko“. Die 66 Jahre alte Finnin, die in Brühl wohnt, hat allerdings ein Problem: Anders, als in ihrer skandinavischen Heimat, ist die Haupt-Zutat hierzulande kaum zu bekommen: Es herrscht Maränen-Mangel, jedenfalls in den Geschäften, in denen sie bisher nach dem leckeren Speisefisch gesucht hat. Und hier kommt Meinerzhagen ins Spiel.

Ulla Vilkman jedenfalls mag sich nicht so einfach geschlagen geben, zu groß ist die Sehnsucht nach ihrem Leibgericht. Was liegt also näher, als im Internet nach Maränen zu suchen. Ein Treffer war so vielversprechend, dass Ulla Vilkman Hoffnung schöpfte: Am 14. Dezember 2107 berichtete die Meinerzhagener Zeitung von einer Aktion des Ruhrverbandes. Dessen Experten hatten sage und schreibe mehr als sieben Tonnen Kleine Maränen aus der Bigge gefischt – weil sich die Schuppenträger dort beinahe unkontrolliert vermehrt hatten.

Ulla Vilkman bekam leuchtende Augen allein beim Gedanken an die Beute, die den Ruhrverbands-Fischern damals ins Netz ging. Hilfesuchend wandte sie sich per E-Mail an die MZ: „Gerade jetzt im Winter habe ich so großen Hunger auf Maränen, dass ich auch von hier aus Brühl bei Köln, in der Hoffnung frische Maränen zu bekommen, nach Meinerzhagen und anderswo fahren würde. Haben die Fische den heißen Sommer überlebt? Haben Sie Adressen von Fischern, bei denen ich Maränen kaufen könnte?“, schrieb sie.

Der Ruhrverband kann nicht helfen

Zuerst eine gute Nachricht für Ulla Vilkman: Ja, die Maränen haben die Hitzeperiode überstanden. Die schlechte überbringt Ruhrverbands-Pressesprecher Markus Rüdel: „Die Fische wurden 2017 an die Fischindustrie verkauft. An Einzelpersonen geben wir keinen Fisch mehr ab.“ Als Lieferant für Ulla Vilkman scheidet der Ruhrverband damit aus. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

In ihrer Heimat Finnland ist die Nachschubfrage leichter zu lösen. Ihr Bruder Markku Vilkman weiß wie es geht.

Und so setzt die Finnin nun auf die Leser der MZ. Die zentralen Fragen lauten: „Gibt es Angler, die der Maränen-Liebhaberin aus der Bredouille helfen und eine große Freude machen können? Oder: Weiß jemand, ob – und, wenn ja, wo – frische Kleine Maränen im Handel zum Kauf angeboten werden?“. Sollte das der Fall sein, reicht ein Griff zum Telefon. Unter Tel. 0 23 54/92 71 32 wird der Hinweis entgegengenommen und Kontakt zu Ulla Vilkman hergestellt.

Dass Maränen häufig auf finnischen Tellern landen, hat für die Brühlerin, die zuletzt im Wahlkreisbüro einer Bundestagsabgeordneten arbeitete, einen guten Grund: „Sie sind einfach lecker. Aber in meiner Heimat ist es so, dass wir als Speise alles lieben, was aus dem Wasser kommt. Das gilt auch für meine Tochter und meinen Sohn. Und sogar für meine Enkelkinder, die zwei beziehungsweise fünf Jahre alt sind“, erklärt Ulla Vilkman, die es „der Liebe wegen“ nach Deutschland gezogen hat.

Aufgewachsen ist die Wahl-Brühlerin übrigens auf dem elterlichen Bauernhof in Rantasalmi, gut 300 Kilometer nordöstlich von Helsinki. „Kochen habe ich von meiner Mutter gelernt. Sie hatte ganz viele Rezepte mit Maränen in einem uralten finnischen Kochbuch. Da steht auch Kalakukko drin“, lacht Ulla Vilkman.

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