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„Brückenbauer“ berichtet: Wie geht es im Volmetal weiter nach der A45-Sperrung

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Von: Detlef Ruthmann

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Sebastian Wagemeyer berichtete über die Planungen zum Neubau der Rahmedetalbrücke.
Sebastian Wagemeyer berichtete über die Planungen zum Neubau der Rahmedetalbrücke. © Ruthmann, Det

„Wir können jetzt fünf Jahre jammern – und das sollten wir auch“, schloss Sebastian Wagemeyer seine Ausführungen in der Meinerzhagener Stadthalle. Er war nicht als Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid, sondern als Bürgerbeauftragter des Bundes für den Abriss und Neubau der Rahmedetalbrücke zur SPD-Informationsveranstaltung gekommen – ebenso konnte Petra Gossen gut 20 Interessierte aus Meinerzhagen und Kierspe begrüßen, welche die Informationsveranstaltung „Brückenbauer“ dem sonnigen Sommerabend vorzogen.

Meinerzhagen – Sebastian Wagemeyer erläuterte zunächst die Geschehnisse, die am 2. Dezember 2021 gegen 16 Uhr mit der Sperrung der Rahmedetalbrücke ihren Lauf nahmen. Einem Ereignis, das seitdem das beherrschende Thema im Märkischen Kreis ist und unter dem viele Menschen, nicht nur Lüdenscheider, zu leiden haben. Über diese Brücke der A 45 fuhren bis zu ihrer Sperrung täglich 65 000 Fahrzeuge, die sich dann den Weg durch Lüdenscheid suchten. Pkw sollten in einigen Monaten wieder über die Rahmedetalbrücke fahren können, Lastwagen aber nie wieder – so hieß es zunächst. Gut einen Monat später hatten moderne Untersuchungen allerdings ergeben, dass die Brücke neu gebaut werden muss. Wagemeyer machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass nicht etwa jetzt erst falsche Entscheidungen getroffen worden seien. „Vielmehr ist es über 40 Jahre kaputt gespart worden!“ Und mit dem Brückenbau in Genua könne man die Rahmedetalbrücke nicht vergleichen: Dort war es zur Katastrophe gekommen, eine Brücke eingestürzt und der Sonderbeauftragter dort, ein Ingenieur, konnte mit Sonderrechten den Wiederaufbau schnell vorantreiben. „Ich bin aber nur Lehrer“, betonte der gelernte Pädagoge Wagemeyer und fügte gleich hinzu, dass für die Nutzung eines Sonderrechts eine Grundgesetzänderung notwendig wäre.

Schwierige Aufgabe

Seit dem 10. Februar ist Lüdenscheids Bürgermeister Bürgerbeauftragter des Bundes für Abriss und Neubau der Brücke. „Seitdem habe er einen direkten Draht zu Bundesverkehrsminister Volker Wissing, zum Bund und zur Autobahn GmbH. Und ebenfalls zum Lenkungskreis, der sich ausschließlich um die Rahmedetalbrücke kümmere. Die Ausschreibungen seien am 9. Juni erfolgt, erläuterte der Bürgerbeauftragte, die Sprengung der Brücke erfolge im Dezember. Gleichzeitig wies er auf die Schwierigkeit dieser Aufgabe hin: „Das ist schon groß, das Bauwerk. Das ist nicht mal eben gesprengt!“

„Alle wollen die neue Brücke“

Ebenso betonte Sebastian Wagemeyer, dass es unter allen Beteiligten keinen Dissens gebe: „Alle wollen die neue Brücke!“ Wichtig sei allerdings, dass man die Menschen in die Prozesse einbinde, auf Einzelschicksale runterbreche und immer wieder an den entsprechenden Stellen emotionalisiere. Dies insbesondere schon vor der Frage: „Wir kriegen wir diese Region attraktiv?“ Die müsse man sich nicht erst in fünf Jahren stellen, sondern bereits jetzt.

Gemeinsam mit dem eigens eingerichteten Bürgerbüro stellte Wagemeyer auch den Volmetalern einen Flyer vor, der ein wenig aussieht wie die Aufbauanleitung eines schwedischen Möbelhauses. Und er wies auf das InfoPortal unter www.bruecken-bauer.info hin, auf dem über den aktuellen Stand informiert werde. Es gebe, sagte der Lüdenscheider Bürgermeister, viele kleine Schrauben, an denen man drehen könne. Dazu zähle auch das Bürgerbüro – direkt an der nun viel befahrenen Lennestraße in Lüdenscheid –, das Workshops in vier Lüdenscheider Stadtteilen durchführen, Baustellenbegehungen anbieten und auch bei Förderanträgen für Schutzmaßnahmen helfen werde, die der Bund gewährt.

Und die Bundesstraße 54 durchs Volmetal? Zu deren Ausbau konnte der Bürgerbeauftragte in der Meinerzhagener Stadthalle nur sagen, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW versichert habe, diesen realisieren zu können. Zu den Reaktionen der Deutschen Bahn auf die Forderung, die Strecke schnellstmöglich wieder zu reaktivieren, hielt sich der Bürgerbeauftragte allerdings zurück: „Das ist halt nicht die Strecke Berlin - Hamburg...“

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