Brücken im Blickpunkt

Die Talbrücken an den Autobahn-Anschlussstellen wurden mit den Noten 2,2 bewertet. - Foto: Rieder

Meinerzhagen/Kierspe - Viele Meinerzhagener und Kiersper Brücken sind in einem schlechten Zustand. Das hat auch die Bundesregierung erkannt. Jetzt soll deshalb gegengesteuert werden.

Bewegung in die Sanierungsdebatte in Berlin brachte die Anfrage einiger Abgeordneter, die zu einer ausführlichen Stellungnahme der Bundesregierung über den Zustand jener Brücken führte, die vom Landesbetrieb Straße.NRW „betreut“ werden.

Aufgelistet darin sind elf Meinerzhagener und vier Kiersper Bauwerke. Sie alle wurden nach eingehender Prüfung anhand dieser Notenskala bewertet: 1 bis 1,4 (sehr guter Zustand), 1,5 bis 1,9 (guter Zustand), 2,0 bis 2,4 (befriedigender Zustand), 2,5 bis 2,9 (ausreichender Zustand), 3,0 bis 3,4 (nicht ausreichender Zustand) und 3,5 bis 4,0 (ungenügender Zustand).

Die heimischen Brücken erzielten dabei Bewertzungen zwischen 3 (Autobahnbrücke Sichtertal, Fahrtrichtung Frankfurt) und 2 (B 54, Obergraben, Kierspe / B 54, Wiebelsaat Bach, Kierspe / A 45-L 694, Lengelscheid-Werkshagen / A 45 Hellsiepen-Grünewald).

Die Sichtertalbrücke, Fahrtrichtung Dortmund, wurde beispielsweise mit 2,3 bewertet. Noch besser, nämlich mit 2,2, stuften die Experten die drei Bauwerke A 45/Darmcher Weg, A 45/an den Anschlussstellen und die Talbrücke Immecke – Richtung Dortmund – ein.

An der Straße Fernhagen-Hottebruch liegt die Brücke, die mit 2,1 benotet wurde. Deutlich schlechtere Noten vergaben die Experten für folgende Brücken: A 45/Darmcher Weg (2,9/Meinerzhagen), B 54 Hamecke-Bach (2,8/Kierspe), A 45/L 694 Lengelscheid-Werkshagen (2,6/Meinerzhagen), B 54/Obergrab (2,6/Kierspe) und A 45 Talbrücke Immecke, Fahrtrichtung Frankfurt (2,4/Meinerzhagen).

Zwar wurde der Sichtertal-Brücke in Richtung Frankfurt demnach ein „nicht ausreichender Zustand“ bescheinigt, das bedeutet aber laut Gutachten nicht, dass sie zwangsläufig nur eingeschränkt nutzbar ist. In näherer Zukunft sei allerdings eine Instandsetzungsmaßnahme zu planen.

Die am häufigsten vergebenen Noten liegen zwischen 2 und 2,9 und fallen damit unter die Kategorien befriedigender beziehungsweise ausreichender Zustand. In diesen Fällen bestehe zwar Handlungsbedarf, doch „die bei der Bauwerksprüfung festgestellten Schäden werden je nach Dringlichkeit (...) umgehend bis mittelfristig im Rahmen des Erhaltungsprogramms behoben“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Abgeordneten.

Das grundsätzliche Urteil der Bundesregierung fällt jedoch vernichtend aus. So wird der Gesamtzustand der Brücken im Land als „bedenklich“ bezeichnet. Daher sei ein Sonderprogramm mit Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro aufgelegt worden.

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