Schnelles Internet 

Breitbandausbau: Kreis wartet schon lange auf Förderbescheid - Politik wird ungeduldig

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Der Ausbau der Breitbandversorgung stockt.

Meinerzhagen – Die Zeiten, in denen Fußballspiele noch ausschließlich über Satellit oder Kabel ins heimische Wohnzimmer geliefert wurden, sind längst vorbei. Europa League, Champions-League oder Bundesliga sind heute teilweise nur noch über das Internet abrufbar.

Und damit haben viele Meinerzhagener ein Problem. Denn: Die Versorgung mit schnellem Internet ist in der Volmestadt alles andere als optimal. Das ärgert nicht nur die Fußballfans, auch „Ottonormalverbraucher“ oder Gewerbebetriebe haben – besonders in ländlichen Regionen – damit ein Problem. 

Sergej Rudsinski ist Breitbandkoordinator beim Märkischen Kreis. Er kümmert sich auch darum, den Netzausbau in Meinerzhagen voranzutreiben. Auf den aktuellen Stand angesprochen, kann er nur mit den Schultern zucken: „Geplant ist der großflächige Ausbau auch in Wohngebieten. Aber der Förderbescheid aus Berlin liegt noch immer nicht vor. Wir warten darauf bereits seit langer Zeit. Das ist ein zäher Prozess und auch die heimische Politik wird zunehmend ungeduldig. Aber wir haben darauf jetzt keinen Einfluss.“ 

Ohne Fördergelder von Land und Bund geht es allerdings nicht. Denn der Ausbau des Glasfasernetzes ist kostspielig, erst recht in einer Flächenkommune wie Meinerzhagen. Den Istzustand in der Volmestadt kennt Rudsinski genau. Ohne für jede einzelne Straße ins Details zu gehen, beschreibt der Experte aus dem Lüdenscheider Kreishaus ihn so: „In der Innenstadt gibt es im unmittelbaren Umkreis des Hauptverteilers im Bereich der Rettungswache Oststraße Übertragungsraten von bis zu 250 Mbit pro Sekunde.“ Damit haben die wenigen Kunden, die das betrifft, einen Platz auf der „Internet-Sonnenseite“. Der große Rest jedenfalls schaut in die Röhre. 

Rudsinski: „In der Regel sprechen wir bei Privathaushalten in Meinerzhagen von Raten von 16 bis maximal 30 Mbit. Und in Randbezirken wie Hunswinkel, Windebruch oder Hardenberg sind es dann manchmal nur 50 Kilobit. Das sind total unterversorgte Bereiche, die absolut förderfähig sind.“ Bereits im Jahr 2017 sei das Förderverfahren für schnelles Internet in Meinerzhagen „ausgerollt worden“, berichtet der Breitbandkoordinator. Ziel sei es nun nach wie vor, bis zum Jahr 2022 große Wohngebiete zu versorgen. „Schließlich wird es aber auch an den Netzbetreibern liegen, denn die nehmen die Ausschreibung der Arbeiten vor“, berichtet Rudsinski. 

Immerhin: Laut Rudsinski wurde bereits im Jahr 2018 damit begonnen, zwei Gewerbegebiete in Meinerzhagen mit schnellem Internet zu versorgen: „Das betrifft die Bereiche Weidenstraße/Immecker Straße und Im Koetgen/An der Woeste. Hier wurden Leerrohre verlegt, doch die Hausanschlüsse fehlen noch. Es handelt sich dabei um ein Förderverfahren des Landes Nordrhein-Westfalen.“ In den großen Meinerzhagener Industriegebieten Darmche und Grünewald beispielsweise könne bereits über 250 Mbit verfügt werden, fügt Rudsinski hinzu. Er ist aber auch sicher, dass heimische Gewerbebetriebe oft selbst Maßnahmen ergreifen, um eine schnellere Datenübertragung via Internet sicherzustellen. Das erfahre er dann nicht immer.

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