Trude Braun – die „Prinzipalin“ geht

Pfarrer Rüdiger Schuch, Monika Besner, Trude Braun, Ralf Lohscheller und Klaus Kemper-Kohlhase (v.l.) bei der Kuratoriumssitzung.

Meinerzhagen - Ob „Prinzipalin“, „Netzwerkerin“ oder einfach „Braunsche Frau“ – Ehrentitel für Trude Braun fallen Monika Besner viele ein.

Von Jürgen Beil

Das Leben der 87 Jahre alten Meinerzhagenerin ist eng mit dem Wilhelm-Langemann-Haus verbunden. Seit mehr als einem halben Jahrhundert wirkt sie in der Senioreneinrichtung an der Mühlenbergstraße mit ihrem Frauenkreis ehrenamtlich – doch damit ist nun für sie persönlich Schluss. Trude Braun scheidet aus gesundheitlichen Gründen nicht nur aus dem Kuratorium, dem Stiftungsrat des Hauses, aus – der „Kopf“ und Initiator der Braunschen Frauen will sich auch aus der Gruppe zurückziehen, die ihren Namen trägt. Damit endet eine Ära.

Von 1969 bis 1979 saß Trude Braun für die CDU im Stadtrat. Doch schon davor hatte sie als 37-Jährige überlegt, wie sie sich in ihrer Stadt nützlich machen könnte. Das war dann 1964 nach Eröffnung des Langemann-Hauses schnell klar: Trude Braun gründete den „Kreis junger Frauen“, aus dem später – im praktischen Sprachgebrauch – schnell die „Braunschen Frauen“ wurden.

Über Jahrzehnte leistet die Gruppe seitdem eine Arbeit, die ihr bis heute die Anerkennung der Senioren, des Perthes-Werkes als Träger des Langemann-Hauses und einer Freundin einbrachte. Letztere heißt Monika Besner und ist Leiterin der Alteneinrichtung. Auch sie als Chefin denkt dankbar an die Zeit zurück, in der Trude Braun Sommerfeste, Modenschauen, zahllose bunte Nachmittage, Karnevalsfeiern, Kaffeetrinken oder die legendären „Mühlenberg-Feste“, die es inzwischen nicht mehr gibt, organisierte: „Ich habe mir ihre Präsenz immer gewünscht, sie war hilfreich und unterstützend. Trude Braun ist eine Persönlichkeit und sie verkörpert den Gedanken, für den Nächsten da zu sein.“

Kürzlich wurde die 87-Jährige dann auch offiziell verabschiedet, im Rahmen einer Sitzung des Kuratoriums. Der Vorstandsvorsitzende des Perthes-Werkes, Pfarrer Rüdiger Schuch, fand dabei dankende Worte. Er führte aus, dass der Name Trude Braun im gesamten Perthes-Werk immer wieder beispielhaft für großes soziales Engagement genannt werde. Ihr Rückzug sei für die Menschen und die Einrichtung ein großer Verlust. Dem Dank schlossen sich auch Kuratoriumsvorsitzender Pastor Klaus Kemper-Kohlhase und Ralf Lohscheller, Geschäftsbereichsleiter der Perthes-Altenhilfe Süd, an.

Wer den Platz von Trude Braun im Kuratorium einnimmt, wird noch entschieden. Bei den Braunschen Frauen folgen ihr Ulla Müller und Gudrun Holthaus nach. Der 87-Jährigen selbst ist die große Wehmut anzumerken, die der Abschied mit sich bringt: „Selten gab es für mich einen so schweren Schritt, aber ich bin ja nicht aus der Welt...“

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