Schädling Borkenkäfer

 100.000 Festmeter in einem Revier betroffen: Borkenkäfer hinterlassen Schneise der Verwüstung

Weil viel Holz gerückt werden muss, sind viele Wege – hier der Willertshagener Weg – nur mit robustem Schuhwerk begehbar.
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Weil viel Holz gerückt werden muss, sind viele Wege – hier der Willertshagener Weg – nur mit robustem Schuhwerk begehbar.

„Wir sind voll mit der Aufarbeitung des Käferholzes beschäftigt.“ Matthias Borgmann, Förster im Revier Beckerhof, beschreibt mit diesem nüchtern klingenden Satz Maßnahmen, die das Gesicht der heimischen Landschaft an vielen Stellen im Wald vollkommen verändern.

Meinerzhagen – Es entstehen große, kahle Schneisen an einst dicht mit Fichten bestandenen Stellen, für Spaziergänger ergeben sich in gewohnter Umgebung völlig neue Ausblicke. „Wir bekommen dadurch ein Landschaftsbild, wie wir es vielleicht vor etwa 120 Jahren hatten, als es noch keine Fichten im heimischen Wald gab“, beschreibt Borgmann das, was augenblicklich passiert.

Zerstörerisches Werk

Schuld an diesen gravierenden Veränderungen ist ein Tier, das nur wenige Millimeter groß ist, aber in Milliardenstärke über das Holz herfällt: Borkenkäfer. Fichten sind die Haupt-Leidtragenden des zerstörerischen Werkes der Käfer. Sie werden befallen, die Wasserversorgung wird durch vom Käfer angelegte Fraßgänge unterbrochen, die Bäume sterben. Das ist in den vergangenen Monaten tausendfach im heimischen Wald passiert – jetzt müssen die abgestorbenen Bäume gefällt, aufgearbeitet und abtransportiert werden. Eine Mammutaufgabe.

Beispiel Naturschutzgebiet Grundlose oberhalb von Willertshagen: „Dieser Bereich ist komplett vom Käfer befallen“, beschreibt der Experte des Landesbetriebes Wald und Holz.NRW die Situation in dem sensiblen Gebiet mit seinen Moorflächen. Soll hier „aufgeräumt“ werden, müssen Arbeiter und Rückefahrzeug-Fahrer beim Fällen und der Abfuhr der Fichten besondere Sorgfalt walten lassen. „Das macht dann eine genaue Vorplanung nötig. Zusätzlich schwierig wird es, weil wir hier oft in steilem Gelände arbeiten müssen. Und außerdem müssen wir darauf achten, die Naturverjüngung mit kleinen Bäumen nicht zu gefährden“, weiß Matthias Borgmann.

100 000 Festmeter „Käferholz“

Doch nicht nur an dieser Stelle muss im Staatswald auf das Fichtensterben reagiert werden. „Das gesamte Revier Beckerhof ist betroffen“, fällt die Bestandsaufnahme des Försters düster aus. Insgesamt rechnet er allein in seinem Zuständigkeitsbereich mit etwa 100 000 Festmetern „Käferholz“, die verschwinden werden.

Nicht zu vermeiden ist in diesem Zusammenhang, dass einige Waldwege durch die schweren Fahrzeuge in Schlammwüsten verwandelt werden. Für die mit der Beseitigung der Schäden Beschäftigten ist der Einsatz schweren Gerätes allerdings alternativlos, heißt es seitens des Försters.

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