Borkenkäfer kaum noch aktiv, aber keine Entwarnung für die heimischen Wälder

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Die meisten Borkenkäfer haben laut Herbert Röttger jetzt Pause.

Meinerzhagen - Herbert Röttger ist weit davon entfernt, endgültig Entwarnung zu geben. Der Förster aus dem Bezirk Märkisches Sauerland kann nach den Regenfällen der vergangenen Wochen aber zumindest feststellen: „Für dieses Jahr ist das Problem wohl ausgestanden.“

Grund für diese Aussage: Die meisten Borkenkäfer haben ihr zerstörerisches Werk zumindest unterbrochen. 

Monatelang wüteten die kleinen Schädlinge vor allen Dingen in Fichtenbeständen, gruben ihre Gänge unter der Rinde und unterbrachen den Wasserfluss in den Bäumen. Kühlere Temperaturen und die feuchte Witterung haben zuletzt für ein wenig Entspannung gesorgt. Doch der Schaden ist nach wie vor groß. Das warme, trockene Wetter als Folge des Klimawandels, das wird von vielen Wissenschaftlern als Ursache für die Misere ausgemacht. Herbert Röttger hat sich aktuell ein Bild über die Lage auch in angrenzenden Revieren gemacht. Der Valberter stellt nun fest: „Vom Rheinland bis in den Bereich Oberberg kann man sagen, dass die Fichtenbestände in Höhenlagen bis 250, 300 Meter wohl verloren sind.“

Die gute Nachricht: Im Staatsforst des Bereiches Märkisches Sauerland sieht es nicht ganz so dramatisch aus. Röttger: „Nordhang-Lagen und wasserführende Lagen sind bei uns davon nicht betroffen.“ Dramatisch sei die Situation allerdings auch hier in vielen Südhang- und Kuppenlagen. 

Und wie entwickelt sich der heimische Wald in Zukunft? „Das hängt von den kommenden Jahren ab. Eine langfristig kühlere und feuchtere Witterung würde helfen“, sagt der Mitarbeiter des Landesbetriebes Wald und Holz.NRW. Und er fügt hinzu: „Wasser ist immer gut.“ 

Kahle Flächen in den heimischen Wäldern zeugen davon, dass in den vergangenen Monaten sogenanntes „Käferholz“ en masse gefällt und abtransportiert wurde – auch auf Meinerzhagener Gebiet. Übersteigt das Angebot inzwischen die Nachfrage? Herbert Röttger kann in diesem Punkt (noch) Entwarnung geben. Er verweist auf Verträge, die der Landesbetrieb Wald und Holz.NRW beispielsweise über die German Timber Company (GTC) mit chinesischen Abnehmern geschlossen habe. „Chinaholz geht nach wie vor. Das stellt sich zurzeit alles andere als dramatisch dar“, weiß der Revierförster aus dem Märkischen Sauerland. Dass es allerdings Schwierigkeiten beim Verkauf von Holz an heimische Sägewerke gibt, ist ihm bekannt: „Die nehmen nur noch kleinere Mengen ab. Aber die Chinesen wollen sogar weitere Verträge abschließen.“ 

Komplett gebannt ist die Gefahr durch das Heer der Milliarden Borkenkäfer wohl noch nicht. Herbert Röttger hat erst am Dienstag noch einige aktive Exemplare entdeckt. Dass die in den kommenden Tagen ihren „Dienst“ auch noch einstellen, hofft er sehr. Dann würde der Wald zumindest eine Atempause bekommen, bis zur nächsten Trockenphase.

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