Boogie Woogie der Extraklasse

Rund 300 Besucher beim KuK-Konzert in der Stadthalle applaudierten begeistert.

MEINERZHAGEN – Grauer Anzug, leuchtend gelbe Schuhe, verschmitztes Lächeln: So betrat der Großmeister der Boogie Woogie, Axel Zwingenberger, gemeinsam mit seinem ebenso bekannten Bruder, dem Jazz- und Blues-Schlagzeuger Torsten die Bühne der Stadthalle. Schon im nächsten Moment perlten die ersten heißen Rhythmen durch den Raum und ließen kaum jemanden ruhig sitzen. Fußspitzen wippten, Beine federten zu den rassigen Klängen der Boogie Woogie Brothers.

Mit dem Auftritt der beiden Virtuosen gelang es dem Verein für Kunst und Kommunikation (KuK) erneut, Künstler von Weltklasse in die Volmestadt zu holen. Axel Zwingenberger trat bereits mit Bluesgrößen wie Sippie Wallace, Lloyd Glenn oder der Big Band-Legende Lionel Hampton auf. Aktuell gibt er viele Konzerte mit Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts, dem Pianisten Ben Waters und dem Bassisten Dave Green.

Das Quartett tritt unter dem Titel „The A, B, C & D of Boogie Woogie” auf. 2007 wurde Axel Zwingenberger in den USA in die Boogie Woogie Hall of Fame aufgenommen. Sein Bruder Torsten spielte zusammen mit Jazzgrößen wie Harry Sweets Edison, Buddy Tate, Joe Pass und vielen anderen. Er entwickelte eine hochkomplexe und anspruchsvolle Schlagzeugtechnik, die er selber „Drumming 5.0” nennt. Dabei setzt er mehrere Fußmaschinen ein, spielt mit bis zu drei Trommelstöcken, traktiert ganz nebenbei das eine oder andere afrikanische Rhythmusinstrument und erzeugt so verschiedene ineinander verwobene Rhythmuslinien. So lösten seine mehrere Minuten langen, rasend schnell getrommelten, Soli immer wieder begeisterte Pfiffe, Rufe und Zwischenapplaus aus.

Auch sein Bruder Axel entfesselte am Piano ein wahres Feuerwerk der Klangkunst. Dabei saß er keineswegs ruhig, vielmehr swingte zeitweise sein ganzer Körper mit. Während seine Finger in atemberaubender Geschwindigkeit über die Tasten jagten, federte das rechte Bein auf und ab und gab mit einem Klacken der Fußsohle den Takt vor. Dabei ließ er seinen Blick immer wieder vollkommen entspannt und amüsiert schmunzelnd über die Reihen der Zuschauer wandern.

Die KuK-Organisatoren hatten die Stuhlreihen dicht an der Bühne aufgebaut, so dass der Funke besonders schnell übersprang. In seinen humorigen Moderationen berichtete Axel Zwingenberger von seiner Leidenschaft für Dampflokomotiven, deren stampfender Rhythmus hervorragend zum rollenden Groove des Boogie Woogie passe. Er erzählte, dass sein Bruder das Schlagzeug nach einer gemeinsamen Tournee durch Westafrika um einige afrikanische Rhythmusinstrumente erweitert habe und empfahl einige der neuen CDs als „hervorragend geeignet, um die Nachbarschaft darüber zu informieren, dass Sie zu Hause sind.“ Das ließen sich viele der knapp 300 Besucher nicht zweimal sagen und nutzten die Pause, um am Stand der Boogie Woogie Brothers signierte Tonträger einzukaufen.

Am Ende des genussvollen Abends spendeten die Besucher stehend Applaus und forderten eine Zugabe der Ausnahmemusiker, die dieser Bitte auch gerne nachkamen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare