Matthias Bongards „Weihnachtsgedöns“

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Mit einer AfD-Krippe präsentierte Matthias Bongard seine neueste Errungenschaft vom Weihnachtsmarkt.

Meinerzhagen – Nur für ein Gastspiel in Meinerzhagen hatte Matthias Bongard auf Anfrage von KuK ein „Best of“ seiner Sammlung „unheiliger“ Texte“ zusammengestellt.

Und die „drei eiligen Jazzkönige“, die ihn, wie bei seinen Auftritten vor einigen Jahren, begleiteten, hatten zu diesem Anlass neue Arrangements bekannter Weihnachtslieder beigesteuert. 

Humorige, satirische, aber auch kritische, provokante und nachdenklich stimmende Geschichten, Gedichte oder Zweizeiler bekannter Autoren, die das „Weihnachtsgedöns“ thematisiert hatten, präsentierte Bongard, wie etwa Heinz Erhard, Fritz Eckenga, Franz Goosen, Bernd Gieseking, Torsten Sträter, Sebastian Puffpaff, Wiglaf Droste oder Peter Ustinov: „Geschenke sind die einzige Form von Rache, die zivilisierten Menschen noch bleibt.“

Und er stellte seine neueste Errungenschaft vom Weihnachtsmarkt vor: „Eine AfD-Krippe, da ist keiner drin, die ist leer. Kein Jude, kein Moslem, kein Araber, kein Flüchtling, niemand.“

Der bekennende Westfale, der für seinen Zungenschlag während seiner Zeit als Moderator beim WDR einige Kritik hatte einstecken müssen, brachte die Zuhörer auch mit der langwierigen Schöpfungsgeschichte dieses Landstrichs zum Schmunzeln, die er in Reimform vortrug. Und die Literatur des Ruhrgebiets – kernig und schnörkellos – wie Auszüge aus „Ey du fröhliche: Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet“ trafen punktgenau das Zwerchfell der Zuhörer. 

Im Wechsel mit seinem Vortrag spielten Pianist Ernie Griffin, der auch die Arrangements geschrieben hatte, Konstantin Wienstroer (Bass) und Peter Baumgärtner (Schlagzeug) Weihnachtslieder, die im neuen swingenden Jazzgewand auch die Weihnachtsmuffel begeisterten. Und auf Wunsch von Matthias Bongard spielten sie schließlich als Zugabe, ebenfalls neu arrangiert, „Danny Boy“, die inoffizielle Hymne der Iren.

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