Blockheizkraftwerk für die TuS-Turnhalle

Blick unter die Hallendecke der TuS-Turnhalle an der Genkeler Straße. Hier soll in den Sommerferien eine von einem Blockheizkraftwerk versorgte neue Heizungs- und Belüftungsanlage installiert werden.

MEINERZHAGEN ▪ Die Stadt Meinerzhagen wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung die TuS-Turnhalle an der Genkeler Straße energetisch sanieren. Das soll schon in Kürze, und zwar in den Sommerferien, passieren.

Realisiert wird dabei voraussichtlich in den Sommerferien ein Pilotprojekt: Die Halle soll künftig mit einem eigenen Blockheizkraftkraftwerk (BHKW) energiemäßig besonders umweltfreundlich versorgt werden.

In der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses wurde das Vorhaben am Dienstag im Detail vorgestellt. Diplom-Ingenieur Friedrich Rothaar vom Bauamt informierte zunächst über die finanziellen Rahmenbedingungen. Weil die ebenfalls mit Mitteln des Förderprogramms finanzierte Erneuerung der Fassade der Ebbehalle in Valbert deutlich günstiger als kalkuliert realisiert werden konnte, stehen für das Projekt TuS-Turnhalle nun rund 40 000 Euro mehr als zunächst angenommen zur Verfügung. Mit jetzt rund 220 000 Euro kann die vorgesehene Erneuerung der Heiz- und Lüftungsanlage in dem von Schule und Verein intensiv genutzten Gebäude mit einer energetisch noch effektiveren technischen Lösung umgesetzt werden.

Robert Dornseifer vom Ingenieurbüro Bieker aus Drolshagen erläuterte den Ausschussmitgliedern die Besonderheiten der jetzt zur Umsetzung kommenden Maßnahme.

Die alte Heizungs- und Belüftungsanlage verbraucht viel Energie, ist zugleich aber wenig effektiv. So beklagen Nutzer der Halle in der kalten Jahreszeit regelmäßig, dass es in Bodennähe nicht so richtig warm wird. Zugleich funktioniert auch der Luftaustausch nicht wie gewünscht. Es herrscht in der Halle oftmals eine recht stickige Atmosphäre.

Beide Missstände können durch die neue kombinierte Heizungs- und Lüftungsanlage wirksam abgestellt werden. Unter der Hallendecke werden vier Deckenbänder eingebracht, die die Wärme zielgerichtet nach unten transportieren. Die neue Lüftungsanlage macht die Wärme im Raum zudem im Wege einer Rückkopplung wieder nutzbar. Der Nutzungsgrad liegt nach Angaben des Fachmanns bei mehr als 80 Prozent. Die neue Lüftungstechnik sorgt für einen optimalen Luftaustausch, der auf eine maximale Nutzung der Halle mit bis zu 100 Personen ausgelegt ist.

Das Blockheizkraftwerk wird mit Erdgas betrieben. Es erzeugt Strom und Wärme. Während des Volllastbetriebs ist gewährleistet, dass neben der Wärme auch ausreichend Strom für die komplette Versorgung der Halle sowie darüber hinaus noch weiterer Teile des Schulkomplexes an der Genkeler Straße erzeugt wird. Eingesetzt wird hier auch die Brennwerttechnik. Sie führt gegenüber dem jetzigen herkömmlichen Heizkessel zu einer rund 20-prozentigen Einsparung von C02, das am umweltschädlichen Treibhauseffekt beteiligt ist.

Die neue Anlage wird aber nicht nur deutlich umweltfreundlicher sein. Der Fachmann vom Ingenieurbüro rechnete vor, dass sich die gegenüber einer herkömmlichen Anlage höheren Investitionskosten schnell rechnen. Nach spätestens fünf Jahren habe sich dies bereits amortisiert, so Robert Dornseifer.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich überzeugt von dem hier präsentierten Konzept. Sie gaben mit einstimmigem Votum den Auftrag an die Verwaltung, auf der Grundlage der vorgelegten Planung jetzt die Ausschreibung der Maßnahme herauszugeben. Die Vergabe soll kurzfristig erfolgen, damit die Arbeiten wie geplant in den Ferien ausgeführt werden können. ▪ -fe

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