Bundestagswahl-Nachlese

Die "Sonstigen" unter der Lupe

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Meinerzhagen - Die Meinerzhagener sind keine Freunde Trotzkis, Lenins und Marx´ – zumindest nicht, wenn es nach ihrem Wahlverhalten geht. Deutlich wird das beim Blick auf das Zweitstimmen-Ergebnis all jener Parteien, die gemeinhin nur als „Sonstige“ in den großen Wahlgrafiken und -diagrammen auftauchen.

Dazu zählt etwa auch die Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale, kurz: SPG. Ihr Rückhalt an der Volme ist gleich null. Damit sind die Sozialisten zwar die einzige Partei, die bei der Wahl in Meinerzhagen komplett leer ausgegangen ist, weit entfernt von der Null waren aber auch andere nicht. 

Zum Beispiel die „Brüder im Geiste“: die Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands (MLPD). Die macht zwar landesweit mit einer umfangreichen Plakatierung auf sich aufmerksam – der Effekt ist jedoch überschaubar. Ganze drei Meinerzhagener gaben der MLPD ihre Zweitstimme, zwei davon in der Ebbehalle in Valbert. Die Ebbedörfler scheinen ohnehin einen Hang zu den kleinen Parteien zu haben. Dort kam die Satire-Vereinigung „Die Partei“ auf fünf Stimmen und damit auf so viele wie in sonst keinem Meinerzhagener Wahllokal. 

Durchaus exotisch auch die „V-Partei hoch drei für Veränderung, Vegetarier und Veganer“. Der Trend weg von allem Tierischen machte sich in Meinerzhagen aber kaum bemerkbar: Zehn Stimmen sammelte diese Partei an der Volme insgesamt. Vergleichsweise stark hingegen das Abschneiden der neuen „Allianz Deutscher Demokraten“, die sich vornehmlich an türkische und muslimische Einwanderer richtet. In Meinerzhagen machten 105 Wähler bei dieser Partei ihr Zweitstimmen-Kreuz. Im Wahllokal Awo-Kindergarten erreichte die „Allianz“ damit einen Anteil von 4,24 Prozent. 

Eine andere, einstmals in Landtagen vertretene Partei, hat es vergleichsweise schwerer: Die Piraten, die bekanntlich in Meinerzhagen mit den Linken eine gemeinsame Fraktion bilden, kamen auf gerade einmal 40 Stimmen (0,38 Prozent in Meinerzhagen), damit aber auf noch zehn Stimmen mehr als die Freien Wähler, mit der sich die heimische UWG verbunden fühlt (die MZ berichtete). Einen interaktiven Überblick über die Ergebnisse in den einzelnen Wahlbezirken gibt es auf unserer Intern

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