Musikalische Landschaftsbilder

Bläserphilharmonie Westfalen Winds präsentiert sich in der Stadthalle 

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Die Bläserphilharmonie „Westfalen Winds“ begeisterte die Zuhörer in der Stadthalle Meinerzhagen.

Meinerzhagen – Eindrucksvolle musikalische Landschaftsbilder prägten das Konzert der Bläserphilharmonie Westfalen Winds in der Stadthalle.

Die Ouvertüre zu Wilhelm Tell von Gioacchino Rossini entführte gleich zu Beginn in die Ruhe und tiefe Einsamkeit der Schweizer Alpen. Diesen anmutigen, leisen Tönen folgte mit einem gewaltigen Aufbrausen aller Instrumente die lautmalerische Beschreibung eines Sturms auf dem Vierwaldstätter See. Damit gab es gleich zu Beginn ein schönes Beispiel für das Wechselspiel zwischen fragilen kammermusikalischen Passagen und fulminanten orchestralen Höhepunkten, welche im Verlauf das Konzert prägten.

Nach dem erlebnisreichen musikalischen Abstecher in die Schweiz begrüßte Gastdirigent Johannes Stert das Publikum und führte in den nächsten Programmpunkt ein. Mit „Wer ist Elise?“ steuerte der erfahrene Dirigent ein eigenes Werk bei, das er für den Deutschen Orchesterwettbewerb 2020 komponiert hat. Natürlich bezieht sich diese Arbeit auf das populäre Klavierstück „Für Elise“ von Ludwig van Beethoven aus dem Jahr 1810. „Ich habe mich gefragt, wer war die Frau, die den Komponisten zu diesem Werk inspiriert hat“, erklärte Johannes Stert. Auf jeden Fall müsse es eine besondere Person gewesen sein. „Meine Vorstellungen über sie habe ich in meiner aktuellen Arbeit zum Ausdruck gebracht.“

Dieser Betrachtung folgten die sechs Sätze der „Lincolnshire Posy“ von Percy Aldridge Grainger. Der australisch-amerikanische Komponist hat darin Volksmelodien aus der englischen Grafschaft Lincolnshire verarbeitet. Die detailverliebte Instrumentation, immer wieder aufgebrochen durch virtuose Soli, vermittelten die 70 professionellen und semiprofessionellen Musiker der westfälischen Bläserphilharmonie auf höchstem Niveau. Da machte das Zuhören wirklich Spaß.

Ihr Meisterstück lieferten die Musiker und ihr Dirigent nach der Pause ab. „A Cotswold Symphony“ von Derek Bourgeois entführte die Zuhörer in die Cotswolds, eine hügelige Landschaft, die in England von Südwesten nach Nordosten durch sechs Grafschaften verläuft. Vom zarten Nebel im Tal des River Severn über den volkstümlichen Maibaumtanz und das feierliche Läuten der Kirchenglocken bis zur grandiosen Schlusswendung stellte dieser Vortrag die Musiker spieltechnisch und auch körperlich vor große Herausforderungen.

Die wurden von allen Akteuren bravourös gemeistert. Stehende vorgebrachte Ovationen vonseiten des restlos begeisterten Publikums folgten als Belohnung für alle Mitglieder des großen Klangkörpers. Die bedankten sich dafür mit einer schönen Zugabe. Damit ging nach gut zwei Stunden das von den beiden heimischen Banken geförderte Konzerterlebnis zu Ende.

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